Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Platzgestaltung John-F.-Kennedy-Straße, Wiesbaden

Preisträger

1. Preis: Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin

€ 15.000

Cornelia Müller, Jan Wahlberg
Mitarbeit: Maria Pegelow, Maria Kuhn
Laura Doderer, Stefan Cichosz

2. Preis: koeber LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, Stuttgart

€ 9.000

Jochen Koeber
Mitarbeit: Tobias von Kortzfleisch,
Johannes Jörg, Christoph Haug

3. Preis: Club L94 Landschaftsarchitekten, Köln

€ 6.000

Frank Flor, Jörg Homann,
Götz Klose, Burkhard Wegener
Mitarbeit: Nina Rohde, Eva Schiemann, Heike Plagmann

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Beschränkter Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs.
Preisgerichtssitzung 26.02.2009
Ort Wiesbaden
Auslober R+V Versicherungsgruppe, Wiesbaden
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Gerd Aufmkolk, Angela Bezzenberger, Jörg Esefeld, Stefan Kappes, Rainer Neumann, Prof. Dr.-Ing. Joachim Pös, Andreas Knüttel

Quadratisch versichert 
Platzgestaltung in Wiesbaden für R+V-Gebäude 

Lange Jahre hatte die R+V Versicherung ihre Zentrale in der Wiesbadener Innenstadt am sogenannten Kureck, an der Kreuzung von Wilhelmstraße und Sonnenberger/Taunusstraße. Während man sich in Wiesbaden darüber streitet, wie mit dem Hochhaus und dem Gelände umgegangen werden soll – Abriss, Wiederherstellung historischer Blickachsen, Gestaltung der Paulinenhänge –, hat sich zumindest eine andere Frage geklärt. Nämlich welche Gestalt der neue R+V-Standort in der John-F.-Kennedy-Straße auf dem Wiesbadener Hainerberg für die 3.700 Mitarbeiter annimmt.

Bei einem Einladungswettbewerb ging es darum, eine repräsentative, adressbildende Platzanlage für die bestehenden und das neue R+V-Verwaltungsgebäude zu entwerfen. Neun Garten- und Landschaftsarchitektenbüros hatten sich beteiligt. Gewonnen hat ihn Lützow 7 aus Berlin. Die Entscheidung des Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Gerd Aufmkolk fiel einstimmig aus. Der Siegerentwurf zeichnet sich durch eine großzügige, quadratische Platzfläche im Zentrum aus, die alle R+V-Gebäude mit einbezieht. Platz zwei belegte Koebner Landschaftsarchitektur aus Stuttgart, die mit einer breiten Belangsklammer und daran angelagerten Kompartiments überzeugten. Platz drei ging an Club L94 Landschaftsarchitekten aus Köln, die auf einen offenen Raum setzten.

Beim Siegerentwurf wirkt der Platz ruhig. Dazu tragen hochwertige Materialien bei, wobei der Granitplattenbelag in vier changierenden Grau-Blau-Tönen zudem noch die Eingangssituationen akzentuiert. Das Band der Ahorn-Bäume, das bereits zum Platz hinführt, wird aufgegriffen und verlängert. Auf dem Platz selbst sollen Blue Cells, kleine grüne Inseln, für Aufenthaltsqualität sorgen bzw. mit ihren integrierten Lichtbändern nachts für pointierte Lichtsetzung sorgen. Der Platz eignet sich in dieser Form sogar für kleinere Veranstaltungen.

Probleme sah das Preisgericht allerdings mit der Feuerwehrzufahrt, der Position des geplanten Brunnens, und vor allem damit, dass die Straße, die laut Vorschlag niveaugleich für Fußgänger und Autofahrer über den Platz verlaufen solle, als öffentlicher Verkehrsweg nicht mehr klar erkennbar sein, sprich: Poller drohen. Auch der „Graben“, der im Westen zwischen der Gebäudekante und der Stützmauer entsteht, die den Höhensprung fassen soll, wurde zur Überarbeitung empfohlen.

Mit anderen gelungenen Details wie dem Schrägstellen des Wartehäuschens, was die Blickbeziehung zwischen Wartenden und Busfahrer verbessert, oder einem eingelassenen Infoband zwischen zwei Eingängen, konnte der Entwurf hingegen punkten. Und identitätsstiftend bzw. adressbildend wird der Platz auf jeden Fall wirken, das sollte man der R+V wohl versichern können.