Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Hafenpark, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: sinai. Faust.Schroll.Schwarz. Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin

€ 19.000

A.W. Faust
Mitarbeit: Elena Emmerich, Sophie Holz

2. Preis: Planorama, Berlin

€ 14.000

Maik Böhmer
Mitarbeit: Ulf Schrader, Martin Rosenberger, Sebastian Meyer

3. Preis: greenbox Landschaftsarchitekten, Bochum

€ 9.000

Hubertus Schäfer, Rudolf Tuczek
Mitarbeit: Hannes Banzhaf, Yvonne Schwiermann

Anerkennung: Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten, Winterthur (CH)

€ 5.000

Matthias Krebs
Mitarbeit: Stefan Rotzler, Eva Podoll, Philipp Rösner, Manon Büttiker, Sabine Kanne

Anerkennung: Lützow7, Berlin

€ 5.000

Prof. Cornelia Müller, Jan Wehberg
Mitarbeit: Maria Kuhn, Maria Sasse, Lisa Hankow, Dominic Moser

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Einstufiger, nichtoffener Wettbewerb gemäß RPW 2008 mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 26.01.2010
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt am Main
Betreuung BGHplan Landschaftsarchitekten, Trier
Preisrichter Prof. Regine Keller (Vorsitz), Klaus Bierbaum, Stephan Heldmann, Prof. Dr. Grit Hottenträger, Prof. Brigitte Schmelzer, Georg Kemper, Dr. Manuela Rottmann, Edwin Schwarz, Lutz Sikorski

Skaterparadies am Main 
Der Frankfurter Hafenpark nimmt Gestalt an

Allmählich kann man sich vorstellen, dass das Frankfurter Ostend einmal eine begehrte Adresse in Frankfurt werden wird. Urban wird es bleiben, mit reichlich Verkehr, aber eben auch mit Wohnen und Leben am Main. Geplant ist viel, vom Dauerprojekt EZB und Umgebung über die Mainbrücke zwischen Oberrad und Osthafen bis zum Hafenpark. Es wird zwar 2011 werden, ehe der erste Spatenstich beim letztgenannten Acht-Millionen-Projekt erfolgt. Aber was den künftigen Anwohnern auf dem jetzigen 40.000 qm großen Brachfeld zwischen der denkmalgeschützten Deutschherren- und der Honsellbrücke im besten Wortsinne blühen wird, steht nun fest: Dank eines Wettbewerbs, an dem 29 europäische Landschaftsarchitekten, darunter fünf gesetzte Büros, teilgenommen hatten.

Die Preisrichter (Vorsitz: Prof. Regine Keller) wählten die Berliner sinai.Faust.Schroll.Schwarz. Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH mit acht zu eins Stimmen auf den ersten Platz. Ihnen ist der Spagat gelungen, einen modernen Sport- und Spielpark zu entwerfen und dabei genug Raum für naturnahe Erholung zu lassen. Sie platzieren die rund 1.000 qm große Skateranlage unmittelbar zwischen der viel befahrenen Eyssenstraße und der Honsellbrücke, zwei Basketball-Felder, der Multifunktionssportplatz sowie der Bolzplatz bilden südlich daran anknüpfend eine Art Sport- und Spielband. Das hat den Vorteil, dass die Bereiche, wo Freizeitlärm entsteht, dort angesiedelt sind, wo der Verkehr ohnehin geräuschintensiv ist. Zum Main hin wird es dann auf den Wiesen und zur Uferpromenade hin ruhiger.

Vergleichbar haben auch die Zweitplatzierten, die Landschaftsarchitekten von Planorama, ebenfalls aus Berlin, ihren Park konzipiert. Bei ihrer ebenso stimmigen wie effizienten Raumaufteilung setzen sie neben den Sportstätten auf große Liegewiesen mit lockerem Baumbestand. Der dritte Preis ging an greenbox Landschaftsarchitekten aus Bochum. Sie erinnern an die frühere Hafennutzung, zitieren die Hafenkräne mit Containerbauten und schmalen, lang gezogenen Rechtecksflächen.

Beim Siegerentwurf, der ebenfalls mit seinen Wegen die alten Trassen der Hafenkräne aufgreift, sticht das angenehm unter Bäumen gelegene Paradies für Skater (und Biker) heraus, das auf allen Seiten von Wegen umgeben ist und die Verbindung zum Quartier bildet. Für das Sportband und die vegetationstechnisch sehr unterschiedlichen, leicht plateauartigen „Parkinseln“ ergeben sich schöne Sichtbezüge zur Frankfurter Skyline. Die Promenade integriert sich in den Bestand, und der Main wirkt tief in den Gesamtpark hinein. Einzig der Aspekt, dass weitere Spielmöglichkeiten wie Schaukeln oder Klettern quasi auf den Restflächen des Sportbandes untergebracht sind, wollten die Preisrichter mit Blick auf freiere Spielformen überdacht wissen.

Die Skateranlage und die anderen Sportplätze waren übrigens wesentlicher Bestandteil der Aufgabenstellung des Auslobers, der Stadt Frankfurt. Denn die hatte in einer Onlineumfrage ihre Bürger dazu aufgerufen, mitzubestimmen, wie der Park künftig genutzt werden sollte. Und so konnten nun die Landschaftsarchitekten den Wünschen der immerhin über 1.300 Frankfurter, die daran teilgenommen hatten, Rechnung tragen. Und alle drei Siegerentwürfe haben gezeigt, welche Chancen ein solches Gelände, das glücklicherweise nicht zu einem weiteren Bürohochhausareal wird, bietet, einen Park jenseits der 08/15-Ausführung (Bäume, Wiesen, Spielplatz) zu entwerfen.