Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Kinderkrippe in Lampertheim

Preisträger

1. Preis: Hans-Herbert Rockenfeld, Lampertheim

€ 6.000

Mitarbeit: Englmeier, Wagner

3. Preis: JWP-Architekten, Heidelberg

€ 2.000

Herbert Lurg, Oliver Mezger
Fachplaner:
Holger Lulay, Edingen-Neckarhausen (Landschaftsarchitektur)
PSP Planungsbüro Schmitt+ Partner, Mauer (Energiekonzept/Haustechnik)

3. Preis: Gerhard Rhein, Lampertheim

€ 2.000
Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines nichtoffenen Wettbewerbs gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 08.06.2010
Ort Lampertheim
Auslober Magistrat der Stadt Lampertheim
Betreuung Fachdienst Hochbau, Lampertheim
Preisrichter Prof. Thomas Zimmermann (Vorsitz), Ulrich Kuhlendahl, Monika Weber-Pahl, Erich Maier, Martin Weihmann

Alles in einem 
Neue Kinderkrippe in Lampertheim 

Das Wachsen des Neubaugebietes Rosenstock III, der Rechtsanspruch für unter Dreijährige auf einen Krippenplatz – im südhessischen Lampertheim mit seinen über 30.000 Einwohnern gibt es einige Gründe für eine fünfzügige Kinderkrippe. Zwar hatte zuletzt die Finanzierung für Irritationen gesorgt, doch über die herrscht inzwischen ebenso Konsens wie schon zuvor über den Entwurf, der verwirklicht werden soll.

Den nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit vier Teilnehmern hat das Lampertheimer Architektenbüro Rockenfeld gewonnen. Einstimmig votierten die Preisrichter um den Vorsitzenden Prof. Thomas Zimmermann für den Entwurf, der alle Gruppen unter einem Dach vereint. Das ist weniger deshalb interessant, weil die großen, zusammenhängenden Dachflächen einen Kontrast zur Kleinteiligkeit der Umgebung bilden, sondern weil es immer um zwei möglich Kita-Typologien geht: Alles-in-einem versus Insellösungen pro Gruppe. Beides hat seine Vor- und Nachteile, je älter aber die Kinder sind (und je nachdem, ob sie „Besuchsrechte“ untereinander haben), kommen kurze Wege und räumliche Nähe der Gruppen – evtl. sogar mit Verbindungstüren, die auch den Erziehern Raumwechsel einfacher machen – zum Tragen. Beim Siegerentwurf kommt noch ein großer Flur hinzu, der nicht nur alle Funktionsbereiche der Krippe verbindet, sondern der über seine Funktion als Verkehrsfläche hinaus zu einem Lebensraum für Kinder und Erzieher gestaltet ist.

Des Weiteren wurden zwei dritte Preise vergeben. Der eine ging an JWP-Architekten, Heidelberg, für einen lang gezogenen, rechteckigen Bau mit einem grünen Landschaftsdach. Der andere an Gerhard Rhein, Lampertheim. Er platziert die Kita mittig auf dem Grundstück mit einem zweibündigen Organisationsprinzip und kleinen einzelnen Gebäuden.

Für den Rockenfeld-Entwurf sprach, dass zu den Raumkanten im Osten und Westen genug Platz bleibt, um den Gruppenräumen gut proportionierte Terrassen vorlagern zu können, im Süden eine gemeinsame Spielzone anzulegen und das Gebäude über einen großzügigen Vorplatz zentral zu erschließen. Ans Foyer angeschlossen sind Mehrzweckraum und Büro der Leitung, der lange Flur wird rhythmisch durch Vorsprünge strukturiert, erzeugt durch die Sanitärzonen der einzelnen Grupperäume, sodass zudem (Garderoben)Vorzonen entstehen. Da sie nach außen vorspringen, verlängern sie die Räume ins Freie und grenzen sie dort auf den Terrassen gegeneinander ab. Die fünf Gruppenräume für jeweils zehn Kinder selbst sind hell und fast quadratisch angelegt, die Schlafräume so geschnitten, das sie später einmal auch anders genutzt werden können, etwa für über dreijährige Kinder.

Zukunftsfähigkeit und Flexibilität sind wichtige Optionen für einen Stadtteil, der von Familien geprägt ist. Auch da punktet der Entwurf – alles in einem.