Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Rathaus Neu-Anspach

Preisträger

1. Preis: Drei Architekten Prof. Haag ∙ Haffner ∙ Stroheker, Stuttgart

€ 18.000

Prof. Kai Haag

2. Preis: C18 Architekten Kaestle, Ocker, Roeder, Stuttgart

€ 12.000

Marcus Kaestle, Andreas Ocker, Michel Roeder
Mitarbeit: Hannes Stark

3. Preis: Prof. Jürgen Hauck, Gießen

€ 8.000

Mitarbeit: Kay Saßmannshausen

Anerkennung: Schlude+Ströhle Architekten, Stuttgart

€ 1.500

Anerkennung: Architekt Gerhard Lieb, Freudenstadt

€ 1.500
Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren nach RPW 2008
Preisgerichtssitzung 15.04.2010
Ort Neu-Anspach
Auslober Stadt Neu-Anspach
Betreuung Nassauische Heimstätte / NH Projektstadt, Weilburg zusammen mit Meckel Architekten / Sachverständige, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Bernd Gronert (Vorsitz), Prof. Anett-Maud Joppien, Prof. Nikolaus Kränzle, Klaus Hoffmann, Dr. Kurt Rauschnabel

Klar, günstig, passend 
Neues Rathaus für Neu-Anspach 

Neu-Anspach wächst beständig. Der Ort, der in den Siebziger Jahren aus dem Zusammenschluss von vier Dörfern entstand, ist für viele vor den Taunustoren Frankfurts eine günstigere Wohnalternative als das unweit gelegene Bad Homburg oder Bad Nauheim. Die Stadtverwaltung ist mit der Zeit gewachsen und nun steht der Neubau eines Rathauses an. Das alte Gebäude soll weg, aber ein Umzug der Verwaltung wäre nicht wünschenswert. Deshalb fiel beim dazu von der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb die abschnittsweise Umsetzung ins Gewicht.

Diese bot der Entwurf des Büros Drei Architekten Prof. Haag • Haffner • Stroheker aus Stuttgart. Und er bot als einer der wenigen unter den 19 Teilnehmern eine Lösung, die ohne teure Tiefgarage auskommt – bei dem etwas über fünf Millionen Euro liegenden Projekt und einer Grundstücksgröße von rund 2.200 qm ein wichtiger Faktor.

Ebenfalls aus Stuttgart kommt das zweiplatzierte Büro C18 Architekten Kaestle, Ocker, Roeder. Sie nutzen den Höhenversprung, damit ihr Gebäude zur Bahnhofstraße mit Blick auf die dörflich-kleinteilige, meist zweigeschossig bebaute Umgebung ebenfalls zweigeschossig bleibt und sich ein halboffener Platz vor dem Rathaus bildet. Der dritte Preis ging nach Gießen an Prof. Jürgen Hauck, der eine relativ großvolumige Baumasse insofern anpasst, als er sie in drei kleinere ortstypische Volumina, aufteil, deren geneigte Dächer mit den benachbarten Gebäuden harmonieren.

Auch der Siegerentwurf verwendet den Höhenversprung dazu, zwei leicht gegeneinander versetzte dreigeschossige Baukörper (zum einen mit Pultdach, zum anderen mit flachgeneigtem Satteldach als Kaltdach) so auszurichten, dass die ortsübliche Maßstäblichkeit in Höhe und Länge zur Bahnhofstraße hin erhalten bleibt. Da die beiden Baukörper mittig zur Grundstückslänge platziert sind, rückt der Neubau angenehm von den bestehenden Gebäuden ab und ein klarer Vorbereich entsteht, der oberirdische Parkmöglichkeiten bietet. Hier liegen auch der Haupteingang und alle öffentlichen Einrichtungen, darunter das Bürgerbüro des Rathauses. Im Inneren punktet der Entwurf mit klaren Laufwegen und Zimmerstrukturen. Jedes Büro hat Tageslicht. Verbunden sind die beiden Volumina durch gläsernen Übergang.

Die Preisrichter, unter denen Prof. Bernd Gronert aus Frankfurt den Vorsitz übernahm, merkten allein die Zuordnung der Funktionsbereiche an, was sich aber durch Raumtausch beheben lassen sollte, sowie die Lage des Treppenhauses.

Für die auslobende Stadt Neu-Anspach bringt der Wettbewerb das, was man sich erhofft hat: eine klare, günstige, vor allem aber passende Lösung. Ganz so, wie sich die Stadt schon seit langem entwickelt.