Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau einer Grundschule in Kelkheim

Preisträger

1. Preis: Maisch Wolf Architekten, München

€ 27.000

Stefan Maisch, Richard Wolf
Mitarbeit: Martin Langner
Fachberater: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Josef Bauer, Kirchheim

3. Preis: Kissler + Effgen Architekten, Wiesbaden

€ 16.500

Hans-Peter Kissler, Roland Effgen
Mitarbeit: Stanko Galic, Till Voigtländer
Fachberater: Bierbaum.Aichele Landschaftsarchitekten, Mainz (Außenanlagen)
Rexroth Ingenieure GmbH, Rödermark (Haustechnik)

3. Preis: Harter + Kanzler, Freiburg

€ 16.500

Ludwig Harter, Ingolf Kanzler
Mitarbeit: Markus Maurer
Fachberater: fc-Ingenieure GmbH, Freiburg

Anerkennung: Lammerich Architekten, Tübingen

€ 3.500

Tobias Lammerich
Mitarbeit: Angelika Lammerich

Anerkennung: Lanz Architekten + Generalplaner, München

€ 3.500

Peter Lanz
Mitarbeit: Martin Penner, Annette Penner, Jeffrey Kite, Tobias Bortolussi, Constantin Michel
Fachberater: Teutsch Ritz Rebmann Landschaftsarchitekten, Wolfgang Ritz, München

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifizierten Auswahlverfahren nach RPW 2008
Preisgerichtssitzung 04.03.2010
Ort Kelkheim
Auslober Main-Taunus-Kreis
Betreuung BSMF, Frankfurt am Main
Preisrichter Prof. Anett-Maud Joppien, Verena Trojan (Vorsitz), Prof. Horst Thomas, Heike Haase, Bertold R. Gall, Thomas Horn, Dorothee Mohr

Aus zwei mach eins 
Die Rossert-Grundschule in Ruppertshain wird neu gebaut

Ein abschüssiges Gelände, kaum Platz, eine viel befahrene Straße und ein dörflich geprägtes Wohnumfeld – es gibt einfachere Orte, um eine neue 2-zügige Grundschule von 1.465 qm HNF mit Sportfeld und Pausenhof für rund 120 Kinder auf einem 3.335 qm-Areal zu bauen – mit der Option für Erweiterungen. Das aber waren die Rahmenbedingungen für den 7,4 Millionen-Euro teuren Neubau der Rossert-Grundschule in Ruppertshain – und zugleich der Grund dafür, warum sich der Kreisausschuss Main-Taunus-Kreis für einen Architektenwettbewerb entschieden hat.

Derzeit ist die Rossert-Schule zweigeteilt: Die ersten beiden Klassen werden in Ruppertshain, einem Ortsteil von Kelkheim, unterrichtet, die Klassen drei und vier im benachbarten Eppenhain, gleichfalls zu Kelkheim gehörig. Aus diesen beiden auf dem Gelände der alten Schule in Ruppertshain eins zu machen, ist vor allem Maisch Wolf Architekten gelungen. Einstimmig wählten die Preisrichter mit Verena Trojan als Vorsitzende den, Entwurf des Münchner Büros auf den ersten Platz. 25 Arbeiten waren zugelassen, wobei drei Teilnehmer als „kleine Büroorganisation und Berufsanfänger“ mit in der Auswahl waren. Einstimmig fiel auch die Entscheidung aus, keinen zweiten, sondern zwei dritte Plätze zu vergeben: für Harter + Kanzler, Freiburg, und Kissler + Effgen Architekten, Wiesbaden.

Während Harter + Kanzler bei ihrem Modell auf Terrassierung setzen und Kissler + Effgen ihren Bau zum Dorf hin schließen und zum Hang hin öffnen, ist beim Siegerentwurf die neue Schule quer zur Robert-Koch-Straße in den steilen Hang geschoben. Das schafft nicht nur großzügige Freianlagen im Süden, sondern dient auch der Logistik, vor allem dem Zu- und Abfahrtsbereich im Norden, Bushaltestelle inklusive. Das kompakte Gebäude mit Atrium und durchgehenden Glasfronten mit beweglichen Sonnenschutzelementen ist zweistöckig, der Maßstabssprung zu den umstehenden Gebäuden geschickt verarbeitet. Im leicht zurückgesetzten Erdgeschoss befinden sich die zentralen Funktionsbereiche wie Verwaltung, Mensa und ebenfalls großzügige Betreuungsräume. In den beiden aufgeständerten Obergeschossen sind die Klassenräume, das Lehrerzimmer und die Bücherei untergebracht. Eine offene Treppenhalle verbindet alle drei Geschosse und ermöglicht eine einfache Orientierung.

Sollte das wirtschaftlich günstige Projekt in dieser Form realisiert werden – angestrebt ist Ende 2011 – so haben die Preisrichter dem Gewinnerbüro ins Aufgabenbuch geschrieben, die Essbereiche von der zentralen Halle noch funktional abtrennbar zu gestalten und die zweischalige Fassade mit Blick auf die Brandschutzanforderungen auch als Fluchtbalkon auszubilden. Und der Gemeinde empfahl das Preisgericht, noch eine zusätzliche Fußwegverbindung zur Straße „Am Steinbruch“ herzustellen. Dann wäre die suboptimale Zweiteilung der Rossert-Schule nicht nur in organisatorischer wie pädagogischer, sondern auch in architektonischer Hinsicht Geschichte.