Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Science Park Center Kassel, Campus der Universität Kassel

Preisträger

1. Preis: Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft GmbH, Berlin

€ 30.000

Armand Grüntuch
Mitarbeit: Kai Hansen, Thiele Nickau, Stefan Schenk mit Ingenieurbüro für Haustechnik KEM GmbH, Herr Loseit, Herr Baganz, Berlin

2. Preis: Birk und Heilmeyer Architekten BDA, Stuttgart

€ 20.000

Stephan Birk, Liza Heilmeyer
Mitarbeit: Felix Fritz, Hanna Weber
mit Brüssau Bauphysik GmbH, Fellbach
Markus Killinger
Fachberater: Knippers Helbig Beratende Ingenieure Stuttgart (Tragwerksplanung)
Mitarbeit: Boris Peter

3. Preis: RSE Planungsgesellschaft mbH, Kassel

€10.000

Thomas Frauenkron
mit Schnepf Planungsgruppe Energietechnik GmbH & Co. KG, Nagold
ee concept GmbH, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener einphasiger interdisziplinärer Wettbewerb mit vorangestelltem Bewerbungsverfahren mit 12 Arbeitsgemeinschaften
Preisgerichtssitzung 15.11.2010
Ort Kassel
Auslober Science Park Center Kassel GmbH
Betreuung ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Joachim Neukäter, Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Prof. Maya Reiner, Prof. Christine Nickl-Weller, Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Dr. Jürgen Barthel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Dr. Oliver Fromm, Dr. Gerold Kreuter

Erster Baustein im Wissenschaftspark 
Neubau des „Science Park Center“ auf dem Campus Nord der Universität Kassel 

Eine gern gestellte Forderung an die universitäre Ausbildung in Deutschland ist die nach mehr Nähe zur wirtschaftlichen Realität. Mit dem „Science Park“, der auf dem neuen Campus-Nord – dem Gelände der ehemaligen Gottschalk-Fabrik zwischen Ahnapark und Stadt – entstehen soll, will die Universität Kassel nun dieser Forderung Rechnung tragen. Als ein erster Baustein des Wissenschaftsparks ist das „Science Park Center“ vorgesehen, das als technologieorientiertes Gründerzentrum Innovationen unterstützen, Wissen in Arbeitsplätze umwandeln und die für den Wissenstransfer zwischen Uni und regionaler Wirtschaft nötigen Büro-, Arbeits- und Werkstattflächen anbieten soll. 

Für den nichtoffenen, einphasigen Wettbewerb für das „Science Park Center“, betreut von ANP – Architektur und Planungsgesellschaft mbH aus Kassel, waren drei Arbeitsgemeinschaften gesetzt und neun weitere ausgewählt worden. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali begutachtete die letztendlich eingereichten elf Arbeiten hinsichtlich architektonischer, funktionaler und besonders energetischer Aspekte. Am besten schnitt dabei der Vorschlag der Grüntuch Ernst Planungsgemeinschaft GmbH mit dem Ingenieurbüro für Haustechnik KEM GmbH aus Berlin ab, dem das Preisgericht einstimmig den ersten Preis zusprach. Den zweiten Preis vergaben die Preisrichter an Birk und Heilmeyer Architekten BDA aus Stuttgart mit der Brüssau Bauphysik GmbH aus Fellbach. Das Kasseler Büro RSE Planungsgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit der Schnepf Planungsgruppe Energietechnik GmbH sowie der Nagold ee concept GmbH, beide Darmstadt, erhielt den dritten Preis.

Dem Siegerentwurf von Grüntuch Ernst attestierten die Preisrichter ein „hohes Maß an Sensibilität hinsichtlich der gestellten Aufgabe“. Das Ergebnis entspreche dem Typus eines „Science Park Center“. Es überzeuge vor allem durch die kommunikativen Meeting-Points und deren Sichtbeziehungen zum Außenraum und in den Innenhof, die einen Wissenstransfer zwischen Universität und Wirtschaft gut vorstellbar machten. Der optimierte Eingangsbereich in Verbindung mit einem qualitativ hochwertigen Innenhof vernetze das Gründerzentrum, dessen prägendes Element eine repräsentative einläufige Treppe bildet, mit dem Ahnapark. Positiv bewertete das Preisgericht die Flexibilität der Grundrisse und das energetische Konzept. Für die Anordnung der Seminarräume im Erdgeschoss sowie die Lage der Fluchttreppenhäuser gab es die Empfehlung, diese zu prüfen.

Der mit dem zweiten Preis bedachte Entwurf von Birk und Heilmeyer Architekten BDA formuliert nach Ansicht des Preisgerichts einen „selbstverständlichen, mit dem Umfeld verflochtenen Baustein für das neue Stadtquartier“. Ein einladender, zurückversetzter Eingangsbereich führt zu einem mittig angeordneten Foyer. Zwei angenehm proportionierte Innenhöfe strukturieren das Gebäude. Die Nutzungen seien überzeugend verteilt und organisiert, die Erschließung konsequent rational und die Orientierung klar. so das Preisgericht. Das äußere Erscheinungsbild der streng geordneten Fassade aus Glas, farbig eloxiertem Aluminium und Beton entspreche dem „gewünschten Ausdruck eines Science Park Centers“. Für die weitere Bearbeitung forderte das Gremium konkrete Aussagen für eine energetische Gebäudeoptimierung.

Die drittplazierte Arbeit der RSE Planungsgesellschaft mbH punktete vor allem durch die „gute Abfolge von einem geschützten Eingang über ein großzügiges Foyer zum räumlichen Schwerpunkt, dem offenen Auditorium und den Seminarräumen“ und durch Galerien im Bereich der Werkstätten. Unter energetischem Aspekt sei das Projekt sinnvoll. Als problematisch beurteilten die Preisrichter jedoch die räumliche Abwechslung hinsichtlich des Wegesystems sowie die hohe geometrische Komplexität in Bezug auf die geforderte ökonomische Umsetzung.

Gut zwölf Millionen Euro, gemeinsam finanziert durch das Land Hessen und die Stadt Kassel, sind für das Gründungszentrum, auch als „Siedepunkt für Wissenstransfer“ bezeichnet, vorgesehen. Geplanter Baubeginn ist Mitte 2011. Schon ein Jahr später könnte dann der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im neuen Gebäude beginnen.