Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

zur Detailseite

Neugestaltung Strandbad Bad Arolsen

Preisträger

1. Preis: (Pool 2 Architekten/Q36) Kassel mit Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel

€ 10.000

Tore Pape, Michael Triebswetter
Mitarbeit: Lukas Droste, Mingge Yu, Tine Mangold
Fachberater: Reitz + Pristl Ingenieurgesellschaft mbH, Kassel
Mitarbeit: Marco Stockmann

2. Preis: berger röcker architekten, Stuttgart mit kokenge.ritter gmbh, Dresden

€ 7.000

Daniel Berger, Christoph Ritter
Mitarbeit: Peter Röcker 

3. Preis: Punkt 4 Architekten, Kassel mit Emminger und Nagies Landschaftsarchitekten, Augsburg

€3.500

Markus Hanisch, Christian Bernard, Roland Nagies, Jens Emminger
Mitarbeit: Katrin Sirl, Judith Henrichfreise
Fachberater: Antipedes, architecture a.design, Kobe, Japan, Hiroshi Hirayama
Horst Peseke (Tragwerksplanung)

3. Preis: Arno Puy, Gerhard Müntinga, Bad Arolsen mit Ines Schulz, Kassel

€ 3.500

Mitarbeit: Jürgen Schimmelpfeng, Johannes Müntinga

Anerkennung: René Rissland + Jürgen Lehmeier (eyland), M. Massari (raum3) + M. Adler (Adler+Olesch)

€ 500

Mitarbeit: Julia Reeckmann, Patric Peters, Bastian Hane

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener einphasiger Wettbewerb mit vorangestelltem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 08.12.2010
Ort Bad Arolsen
Auslober Stadt Bad Arolsen
Betreuung ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Dr. Marc Kirschbaum, Philip Krebs, Tobias Mann, Prof. Wigbert Riehl (Vorsitz), Klaus Dieter Brandstetter, Jürgen van der Horst, Norbert Schmidt

Schöner baden! 
Neugestaltung des Strandbades Bad Arolsen 

Umgeben von Wäldern und nur drei Kilometer vor den Stadttoren Bad Arolsens liegt der Twistesee. Dank nur weniger Ortschaften am Flusslauf der Twiste und des Umstandes, dass keinerlei Abwasser seine Fluten verunreinigt, gehört der verhältnismäßig kleine Stausee zu den saubersten Gewässern Deutschlands. An Freizeit-Angeboten bietet er neben einer Wasserskianlage, einem Bootsverleih und einem sieben Kilometer langen autofreien Rundweg vor allem auch das bestehende Strandbad am Westufer. Letzteres soll nun nach mehr als 30-jähriger Nutzung im Rahmen des Programms Stadtumbau in Hessen aufgewertet und mit einem „touristisches Highlight“, für das der Ideenreichtum der Wettbewerbsteilnehmer gefordert war, ergänzt werden.

Hierfür führte die Stadt Bad Arolsen einen nichtoffenen, einphasigen Wettbewerb mit vorangestelltem Bewerbungsverfahren durch. An diesem nahmen 23 Architekturbüros in Kooperation mit Landschaftsarchitekten teil, die Betreuung erfolgte durch das Kasseler Architekturbüro ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH. Gesucht wurden eine attraktive Architektur für Gastronomie, Umkleiden und Toilettenanlagen, außerdem gefordert: Vorschläge für ein neu strukturiertes, attraktives Außengelände sowie Ideen für besagtes „touristisches Highlight“, um die Anziehungskraft des Twistesees zu erhöhen.

Aus den 20 eingereichten Arbeiten wählte das Preisgericht einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Preise. Den ersten Preis erhielt die Arbeitsgemeinschaft Tore Pape (Pool 2 Architekten – Q36) und GTL Gnüchel Triebwetter Landschaftsarchitekten aus Kassel. Ihre Arbeit überzeugte das Preisgericht unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Wigbert Riehl durch die Einheit zwischen Architektur und Freiraumgestaltung, den angemessenen Maßstab und den hohen Wiedererkennungswert der Architektur. Die Verfasser schlagen zwei getrennte Gebäudeteile rechts und links des Uferweges vor, die durch ihre Stellung den Blick vom Parkplatz aus über den See erhalten. Die Preisrichter lobten den großzügig angelegten Strandbereich und die hohe Aufenthaltsqualität der als Sitzstufen gestalteten Liegeflächen. Anklang fand ebenfalls der Vorschlag einer Seilbahn als zusätzliche Attraktion.

Die Arbeit von Berger Röcker Architekten aus Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Kokenge Ritter GmbH stellte nach Ansicht des Preisgerichtes den – gegenüber allen anderen Vorschlägen – „geringsten Eingriff in den landschaftlichen Bestand“ dar. Das Gremium belohnte dies mit dem zweiten Preis. Zwei einfache, eingeschossige, gegeneinander gedrehte Einzelbaukörper fügten sich „sowohl in die Topografie wie in den Vegetationsbestand zurückhaltend ein“, so die Preisrichter. Die gemeinsame Formensprache von Gebäude und Sprungturm als „touristisches Highlight“ sei einfach und stimmig und könne „als Corporate Identity für weitere Gebäude am Twistesee“ dienen.

Das Büro Müntinga und Puy Architekten BDA, ansässig in Bad Arolsen sicherte sich in Zusammenarbeit mit Ines Schulz, Landschaftsarchitektin aus Kassel, einen der beiden dritten Preise. Ein geschwungener Riegel soll als Rückgrat die vergrößerte Strandbucht und eine neue „Strandpromenade“ einfassen und ermögliche nach Ansicht der Preisrichter eine eindeutige „Orientierung von Freiflächen und Gebäude zu den Hauptattraktionen Wasser und Ausblicken“. Ebenfalls ein dritter Preis ging an punkt 4 Architekten, Kassel, mit Emminger & Nagies Landschaftsarchitekten, Augsburg, die mit ihren zwei Gebäudeteilen unter einem gemeinsamen Dach deutlich in die Landschaft eingreifen und eine Terrassierung des Freiraumes vorschlagen. Die Freiraumqualität werde „qualitativ sowie quantitativ“ deutlich verbessert, so das Preisgericht.

Die Preisrichter empfahlen der Stadt Bad Arolsen einstimmig, den ersten Preis zu verwirklichen. Und so ist es gut möglich, dass bald Touristen von den Gondeln der geplanten Seilbahn hinüber zum Strandbad blicken, sich denken: „Wo könnt man schöner baden?!“ und ihrem Ausflug in die Lüfte einen Abstecher ins erfrischende Nass folgen lassen.