Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Sanierung und Erweiterung einer Mehrzweckhalle mit Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Wildeck

Preisträger

2. Preis: Sichau & Walter, Fulda

€ 6.000

Mitarbeit: Christine Naske, Ulrike Scholz
Fachplaner: Ingenieurbüro Rauschenberg

2. Preis: Architekten Ebert - Kiel, Hünfeld

€ 6.000

Erich Ebert, Christoph Kiel
Mitarbeit: Christian Hodes, Judith Fladung

3. Preis: Horst Wagner (Büro Arnold + Wagner), Schenklengsfeld

€ 4.000

Mitarbeit: Steffen Arnold, Sven Wagner
Fachplaner: Barbara Leister (Landschafts- und Objektplanung)
Ing. Büro Groß (Beratung Haustechnik und Energiekonzept)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines nichtoffenen Wettbewerbs gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 15.12.2010
Ort Wildeck
Auslober Gemeinde Wildeck
Betreuung Gemeinde Wildeck, Bauamt mit Hose Architekten, Kassel
Preisrichter Birger Rohrbach (Vorsitz), Susanne Wartzeck, Gerd Kaut, Jürgen Grau, Wilfried Wetterau

Unser Dorf soll schöner werden 
Weißberghalle und Feuerwehrgerätehause in Richelsdorf 

Der Wildecker Ortsteil Richelsdorf schaffte 2005 die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen und erhält damit Fördermittel unter anderem für bauliche Maßnahmen. Zu diesen gehören auch Sanierung, Umbau und Erweiterung der 1964 erbauten Weißberghalle zu einem Bürgerzentrum sowie der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für die freiwillige Feuerwehr auf dem gleichen Grundstück.

Zehn Büros waren zum vom Wildecker Bauamt betreuten, nichtoffenen Realisierungswettbewerb eingeladen worden. Das Verfahren, ausgelobt von der Gemeinde Wildeck, endete jedoch ohne eindeutigen Sieger. Das Preisgericht unter Vorsitz von Birger Rohrbach vergab an die eingereichten Arbeiten jeweils einstimmig zwei zweite und einen dritten Preis. 

Einen zweiten Preis erhielten die Architekten Sichau und Walter aus Fulda. Ihrem Vorschlag attestierten die Preisrichter wohltuend präzise Anordnung und Proportionen. Die Architekten stellten durch Sicht- und Wegebeziehungen zwischen den drei Gebäuden eine „kleinteilig anmutende, dörfliche Struktur“ her. Auch die klare Unterscheidung in öffentliche, befahrbare Plätze und kleinere, private Zonen beispielsweise für die Vereinsaktivitäten sowie die differenzierte Behandlung von Weißberghalle und Feuerwehrhaus beurteilten die Preisrichter positiv. Dass der Vorschlag von Sichau und Walter in der Qualität der Außen- und Innenräume überzeugte und damit vor allem langfristig gut nutzbar sei, wog nach ihrer Ansicht auch auf, dass es sich aufgrund des deutlichen Umbaus der bestehenden Halle nicht um den wirtschaftlichsten der eingereichten Vorschläge handelte.

Auch die Arbeit des Architekturbüros Ebert & Kiel aus Hünfeld bedachten die Preisrichter mit einem zweiten Preis. Ihr Entwurf gliedert das Areal in drei Bereiche, die durch drei Plätze markiert werden und sieht vier ausgewogen proportionierte Satteldachgebäude vor. Die vorhandene Halle soll dabei weitestgehend erhalten werden. Von der Halle, den „klar gegliederten“ und „ausgewogen proportionierten“ Neubauten und den angemessen dimensionierten Außenräumen erwarteten die Preisrichter „hohe Gestaltungsqualitäten der Innenräume in Verbindung mit ihren Außenbereichen“. Sie bewerteten die Wirtschaftlichkeit und die abschnittsweise Realisierbarkeit positiv, hinterfragten jedoch die einheitlichen Holzfassaden sowie die Erschließung und Zuordnung beispielsweise des Jugendraumes und des Eingangs für die Feuerwehr.

Für ihren „städtebaulich bestechenden“ Beitrag erhielt Horst Wagner aus dem Büro Arnold & Wagner aus Schenklengsfeld den dritten Preis. Hier zeigten sich die Preisrichter vor allem überzeugt von der „stringenten Anordnung der Baukörper, die ordnend und angemessen auf die Lage am Ortsrand“ reagierten. Auch das Energiekonzept, die Kompaktheit und die „homogene, regionale Gestaltung“ der Satteldachgebäude wurden positiv bewertet. Probleme sah das Preisgericht hinsichtlich der Größe und Lage einiger Räume sowie der identischen Gestaltung von Feuerwehr- und Saal-Eingang.

Ein wenig Geduld brauchen die Richelsdorfer noch, um ihr neues Bürgerzentrum und das Feuerwehrhaus in Betrieb zu nehmen. Zunächst empfahl das Gremium die beiden zweiten Plätze zur Weiterbearbeitung unter dem Hinweis auf die kritisierten Punkte zu überarbeiten. Letztlich fiel die Entscheidung das Büro Sichau + Walter nun endgültig mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.