Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Gallusheim Urberach

Preisträger

1. Preis: Netzwerkarchitekten PartG, Darmstadt

€ 3.500

Thilo Höhne, Karim Scharabi, Philipp Schiffer, Jochen Schuh, Markus Schwieger, Oliver Witan

2. Preis: Fischer - Summerer Architektur Innenarchitektur, Bonn

€ 3.500

Jörg Fischer, Michael Summerer

3. Preis: EISELE STANIEK+ architekten + ingenieure, Darmstadt

€ 800

Johann Eisele, Bettina Staniek, Claus Staniek

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 19.05.2010
Ort Urberach
Auslober Pfarrgemeinde St. Gallus, Urberach
Betreuung a:dk architekten datz kullmann
Preisrichter Johannes Krämer, Albert Grix, Prof. Thomas Meurer (Vorsitz), Prof. Kuno Mauritius Schneider, Klaus Gaebler, Roland Kern, Bardo Suderleith

Lebendig und offen 

Ein neues Gemeindezentrum für Urberach 

Die katholische Pfarrgemeinde St. Gallus Urberach/Rödermark hat ein reges Gemeindeleben – doch zurzeit kein intaktes Gemeindezentrum. Die Mängel am alten Gallusheim waren so gravierend, dass die Bauaufsicht des Kreises Offenbach letztes Jahr einschritt, ein normaler Betrieb war nicht mehr möglich. Doch nun soll so schnell wie möglich auf dem Gelände einer ehemaligen Bäckerei ein neues errichtet werden – nach den Plänen der Netzwerkarchitekten PartG.

Das Darmstädter Büro hatte sich in einem nichtoffenen Wettbewerb gegen sieben weitere Teilnehmer behauptet. Die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Thomas Meurer entschieden sich einstimmig für einen Beitrag, der ganz auf die Symbolisierung offener Kommunikation setzt und sich dabei zugleich – was nicht bei allen eingereichten Arbeiten gelang – denkmalpflegerisch und städtebaulich überzeugend in das Umfeld der Kirche einfügt. Der zweite Platz ging an die Bonner Architekten Fischer – Summerer  für einen Bau, der sich durch seine geringe Höhe und seine einfach Form der Kirche und dem Pfarrheim unterordnet, in seinem Objektcharakter aber wie eine „Großplastik“ wirkt, wie das Preisgericht urteilte. Der dritte Preis ging an EISELE STANIEK+ architekten + ingenieure, ebenfalls Darmstadt. Bei ihrem Entwurf setzen sie auf eine klare Erkennbarkeit des kirchlichen Gebäudes, nicht zuletzt durch das modern gefaltete Dach, das auf zwei Seiten bis zum Boden reicht.

Beim Siegerentwurf ist das neue Gemeindezentrum als Querriegel zur Kirche konzipiert. Der Gallusplatz wird dadurch gefasst und kann zugleich durch eine gute Anbindung vom Zentrum aus mitgenutzt werden. Öffnung nach außen ist ohnehin ein wichtiges Charakteristikum des Ansatzes. Denn das vorgeschlagene Gemeindezentrum zeichnet zudem eine große Leichtigkeit aus – vor allem durch das durchgängig verglaste Erdgeschoss repräsentiert es eine nach außen offene Gemeinde. Allerdings hätte es auch etwas weniger Glas sein können, befürchtete man doch auch Ablenkungen und Störungen bei den inneren Funktionen. Auch bei der siebenfachen Giebelreihung, die eher kleinteilig wirkt, wäre weniger mehr bzw. die Gleichförmigkeit wäre überdenkenswert gewesen. Sonst aber bietet das neue Gemeindezentrum eine schöne Eingangssituation, und das Raumprogramm erlaubt große Flexibilität, ebenso wie die vielen weiteren Details, die die Lebendigkeit des Entwurfs ausmachen.