Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Bebauung DomRömerberg, Frankfurt/Main (Markt 7 + Markt 40)

Preisträger

1. Preis: Parzelle Markt 40 - Jordi & Keller Architekten, Berlin

€ 2.300

Mitarbeit: Zhasmina Kovacheva

2. Preis: Parzelle Markt 7 - Helmut Riemann Architekten, Lübeck

€ 1.775

Mitarbeit: Hanno Nachtsheim, Daniel Drewlani

2. Preis: Parzelle Markt 7 - Dreibund Architekten Ballerstedt | Helms | Koblank, Bochum

€ 1.775

Thomas Helms
Mitarbeit: Thomas Kila, Martin Grasse, Eva Dempewolf

2. Preis: Parzelle Markt 40 - Eingartner Khorrami Architekten, Leipzig

€ 1.250

Peter Eingartner, Alexander Khorrami
Mitarbeit: Stephan Bosse
Fachberater: Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmbH, Rolf Schulte-Spechtel, Berlin (Tragwerksplanung)
Fernando Gonzalez, Berlin (Modellbau)

Anerkennung: Parzelle Markt 40 - Prof. Walter A. Noebel, Berlin

€ 700

Mitarbeit: Fabian Schaper

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb einphasiger Realisierungswettbewerb für Gebäudeplanungen im anonymen Verfahren gemäß RPW 2008 im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens nach VOF ausgelobt.
Preisgerichtssitzung 17.10.2011
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt/Main, DomRömer GmbH
Betreuung ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Elisabeth Boesch, Prof. Dietrich Fink, Antje Freiesleben, Prof. Dott. Arch. Paolo Fusi, Michael Guntersdorf, Dieter von Lüpke, Prof. Christoph Mäckler (Vorsitz), Prof. Dott. Silvia Malcovati, Prof. Dr. Fritz Neumeyer, Ulrich Baier, Regina Fehler, Mark Gellert, Jochem Heumann, Brigitte Reifschneider-Groß, Elke Sautner

Altstadt Frankfurt – endlich vollständig
Nichtoffener Realisierungswettbewerb Dom-Römer-Areal, Frankfurt am Main, Markt 7 und Markt 40

Bereits im März 2011 war ein Wettbewerb zur Neubebauung von 27 Parzellen des Dom-Römer-Areals in Frankfurt am Main durchgeführt worden, bei dem 36 erste und zweite Preise an 23 Preisträger gingen. Damals hatte jedoch keiner der für die Parzellen Markt 40 und Markt 7 eingereichten Entwürfe das Preisgericht für sich gewinnen können. Für diese wichtigen Grundstücke – der zukünftige Neubau Markt 40 wird vom Römerberg aus den Eingang zur neuen Altstadt markieren, die Parzelle Markt 7 ist ein schmales Grundstück direkt neben der „Goldenen Waage“ und das darauf zu errichtende Gebäude soll diese erschließen – stand also eine überzeugende Planung noch aus.

Daher waren alle Preis- und Anerkennungsträger aufgefordert worden, noch einmal Entwürfe für diese beiden Parzellen einzureichen – per Los war ihnen jeweils eines der beiden Grundstücke zugeteilt worden. Den von der Dom Römer GmbH im Auftrag der Stadt dazu erneut ausgelobten nichtoffenen Realisierungswettbewerb betreute die ANP — Architektur- und Planungsgesellschaft mbH aus Kassel. Insgesamt 20 Arbeiten wurden eingereicht, von denen jeweils zehn auf jedes Grundstück entfielen.

Für die Parzelle Markt 40 kam das Preisgericht unter Vorsitz von Christoph Mäckler zu einem eindeutigen Votum und bedachte den Entwurf des Berliner Büros Jordi und Keller mit dem ersten Preis. Die Architekten schlagen ein Gebäude mit Sandsteinsockel, nach Süden auskragenden Obergeschossen und einem spitzen Giebel vor. Besonders schätzten die Preisrichter den „ruhigen und selbstbewussten Auftritt“ des nach Westen zum Römerberg hin ausgerichteten Gebäudes.

Rang zwei ging an Eingartner Khorrami Architekten aus Leipzig, deren Gebäude deutlich wuchtiger ausfällt. Die Planungen sehen einen prägnanten, dunkelgrauen Sockel, eine holzgetäfelte, profilierte Fassade und ein schiefergedecktes Walmdach vor. Nach Ansicht der Preisrichter käme für die Gestaltung des Sockels auch der mit der Gestaltungssatzung konforme rote Sandstein in Frage.

Für die Parzelle Markt 7 fällten die Preisrichter kein eindeutiges Votum und vergaben jeweils einen zweiten Preis an Dreibund Architekten aus Bochum und an Helmut Riemann Architekten aus Lübeck. Der Vorschlag von Dreibund Architekten für den Neubau, der der Erschließung der „Goldenen Waage“ dienen soll, lasse im Erscheinungsbild ein Wohnhaus erwarten, so die Preisrichter, die diesen Umstand kontrovers diskutierten. In der Gestaltung des Erdgeschosses übernehmen die Bochumer die Doppelbögen der benachbarten „Goldenen Waage“, bei der Materialwahl setzen sie auf Basalt für den Sockel, Mainsandstein für die Bögen, Putz für das erste Obergeschoss und Schiefer für die folgenden Ebenen.

Die Fassade ihres ebenfalls zweitplatzierte Entwurfs gestalten Helmut Riemann Architekten durch schmale, raumhohe Fenster, zwei Vorsprünge und ein feines horizontales Relief im durchgehenden Sandstein. Die homogene Materialwahl widerspräche zwar der Gestaltungssatzung, so die Preisrichter, steigere aber den Abstraktionsgrad des Hauses. Sie lobten die angemessen zurückhaltende Erscheinung in Hinsicht auf die unmittelbare Nachbarschaft der „Goldenen Waage“, stellten aber die räumliche Gestaltung und Wirkung im Inneren in Frage.

Die Preisrichter empfahlen, für die Parzelle Markt 40 die erstplatzierte Arbeit der weiteren Bearbeitung zugrunde zu legen. Für die Parzelle Markt 7 schlugen sie vor, die Verfasser der beiden jeweils mit einem zweiten Preis ausgezeichneten Entwürfe zur Überarbeitung aufzufordern.

Nun liegen für alle Grundstücke prämierte Entwürfe vor und das Konzept für das Dom-Römer-Areal ist endlich vollständig. Was jedoch letztendlich gebaut wird, darüber entscheidet das Stadtparlament voraussichtlich im Frühjahr 2012, Baubeginn soll 2013 sein.