Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Landesgartenschau 2022, Darmstadt

Preisträger

1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn

€ 88.000 (netto)

Stephan Lenzen
Mitarbeit: Volker Lescow, Vera Öztürk, Sabelo Jeebe, Sharon Lüsse

2. Preis: PLANORAMA Landschaftsarchitektur, Berlin

€ 55.000 (netto)

Maik Böhmer
Mitarbeit: Fabian Karle, Matteo Basta, Max Mohr, Marcus Zehe, Franziska Albrecht, Mareen Leek
Fachberater: Hoffmann Leichter Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Verkehr)

3. Preis: geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin

€ 33.000 (netto)

Christina Hack, Christof Geskes
Mitarbeit: Stefan Hack, Valeriya Barysheva, Sreve Raschke, Oespoina Gkirti, Jens Gehrken (Visualisierung)
Fachberater: Planungsbüro v. Mörner + Jünger, Darmstadt (Verkehrsanlagen)
Planquadrat PartGmbH, Darmstadt (Stadtplanung)

Anerkennung: Gerber Architekten GmbH, Dortmund

€ 14.667 (netto)

Tim Corvin Kraus
Mitarbeit: Melih Kös, Sarah Gnosa, Barbara Warzecha, Katrin Mauer, Francois Lallemand, Valeria Valladares, Thomas Mondong, Philipp Boeddeker
Fachberater: ARGUS Stadt und Verkehr, Christoph Ludwig, Hamburg

Anerkennung: bbz landschaftsarchitekten I bbz berlin gmbh, Berlin, mit bbz landschaftsarchitekten I bbz landschaftsarchitekten freiburg, Freiburg

€ 14.667 (netto)

Timo Herrman, Christian Bauer
Mitarbeit: Malte Stellmann, Marco Leppin, Julian Engmann

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Einphasiger, offener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil
Preisgerichtssitzung 25.08.2017
Ort Darmstadt
Auslober Wissenschaftsstadt Darmstadt, Grünflächenamt
Betreuung Stadtbauplan, Darmstadt in Zusammenarbeit mit Angela Bezzenberger, Landschaftsarchitektur und Ökologie, Darmstadt
Preisrichter Till Rehwaldt (Vorsitz), Rebekka Junge, Prof. Ulrike Kirchner, Thomas Wirth, Dr. Harald Heinz, Dr. Barbara Boczek, Anna Zdiara, Klaus von Prümmer, Doris Fath, Ingrid Pilz, Wilhelm Sörries

Charaktere stärken – Räume verbinden
Freiraumplanerisches Konzept für Darmstadt

In Vorbereitung auf die Landesgartenschau 2022 im südhessischen Darmstadt wurde die Machbarkeitsstudie „Grü­ner Ring“ entwickelt, um die vor­handenen Grünanlagen und Freiräume aufzuwerten und künftig besser miteinan­der zu vernetzen.

Das Grünflächenamt Darmstadt hat nun einen einphasigen, offenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgelobt, der von den ortsansässigen Büros Stadtbauplan und Angela Bezzenberger, Landschaftsarchitektur und Ökologie, betreut wurde. Gegenstand des Wettbewerbes war die Entwicklung eines freiraumplanerischen Gesamtkonzeptes für das ca. 45 Hektar große (Landesgartenschau-) Gelände, das sich in zwei Kernbereiche gliedert, die über das „Scharnier“ Ostbahnhof miteinander verbunden sind. Es reicht vom denkmalgeschütz­ten Park Rosenhöhe bis zum Bereich der Parkanlage Rudolf-Mueller-Anlage, des Badesees Großer Woog und des Geländes der TSG 1846. Als Entree der Stadt und Verkehrskno­tenpunkt im öffentlichen Nahverkehr kommt dabei dem Ostbahnhof große Bedeutung zu. Mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes soll Aufenthaltsquali­tät geschaffen werden. Darüber hinaus soll der Fuß- und Radverkehr attraktiver gestaltet und gestärkt und das Planungsgebiet u.a. durch Freizeitangebote revitalisiert werden.

Die ursprünglich vorgesehene Ausarbeitung einer Ausstellungskonzeption wurde mit Absage der Landesgartenschau am 02. Juni 2017 hinfällig. Der Wettbewerb wurde dennoch zu Ende geführt und Ende August 2017 drei der vierzehn eingereichten Arbeiten prämiert; drei weitere erhielten Anerkennungen.

Der Siegerentwurf der RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn verfolgt die Leitidee „Charaktere stärken – Räume verbinden“: Durch „konsequente Vernetzung und überlegte Ergänzungen“ gelinge es den Verfassern, Lücken zu schließen und „die Qualität und Erlebbarkeit der Freiräume ebenso (zu)steigern wie deren Nutzbarkeit (zu)verbessern“. Als besonders gelungen erachtete das Preisgericht das Wegesystem, das zwischen umlaufendem Radweg und inliegenden Fußwegen unterscheidet, das weiterentwickelte Spiel- und Sportangebot sowie die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes. Dieser sei nun klar als Gelenk und Verbindungelement formuliert, nicht zuletzt durch die Anordnung der Baukörper, die ebenso wie der Materialwechsel im Platz den Übergang zur Rosenhöhe markieren. Die Belange der Barrierefreiheit seien zudem besonders gut gelöst, so das Preisgerichtsurteil.

Das Konzept der zweitplatzierten Arbeit von PLANORAMA Landschaftsarchitektur aus Berlin sieht einen breiten Hauptweg an der Südseite des Woogsparks als Grünes Band zwischen Stadt und Botanischem Garten vor.  Besonderen Zuspruch der Preisrichter fand die Umgestaltung  des Bahnhofplatzes mit einem L-förmigen Baukörper, in dem ein Cafe und Mobilitätszentrum Platz finden sollen. Auch die Positionierung der ÖPNV-Haltepunkte sowie der Übergang zur Rosenhöhe wurden gelobt. Die Arbeit, so die Preisrichter, stelle einen  gelungenen  Beitrag dar, der „die räumlichen Qualitäten der unterschiedlichen Orte herausarbeitet und stärkt und damit ein gutes langfristiges Grundgerüst bieten könnte“.

Die mit dem dritten Preis prämierte Arbeit der geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH aus Berlin erreiche mit „eher punktuellen Eingriffen (…)  eine positive Vernetzung von Freiflächen und Stadt“. Die Verfasser setzen dabei auf die Wiederherstellung nicht oder nicht mehr vorhandener Blickbezüge: vom Ostbahnhof zum Woog, aber auch zwischen Rosenhöhe und Mathildenhöhe. Dies gelinge ihnen durch die Entnahme von Bäumen sowie neuen baulichen Anlagen. Die Vernetzung der Grünanlagen untereinander und mit der Stadt werde darüber hinaus auch durch eine Stärkung vorhandener oder den Bau neuer Wegeverbindungen erreicht. Besonders angetan zeigten sich die Preisrichter von der neuen Woogterrasse. Diese stelle „eine angenehme und reizvolle Möglichkeit dar, den Woog auf eine neue Weise zu erleben“, zumal das Panorama mit Elisabethenstift und Mathildenhöhe locke.  

Anerkennungen gingen an die Gerber Architekten GmbH aus Dortmund, faktorgruen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Landschaftsarchitekten & Beratende Ingenieure aus Freiburg sowie bbz landschaftsarchitekten I bbz berlin gmbh mit bbz landschaftsarchitekten I bbz landschaftsarchitekten freiburg.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Till Rehwaldt aus Dresden empfahl übereinstimmend, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit den weiteren Planungen zu beauftragen.

Lena Pröhl