Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubebauung des Deutsche-Bank-Areals in Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: UNStudio, Amsterdam (NL)

€ 50.000 (netto)

Ben van Berkel, Christian Veddeler
Mitarbeit: Tina Kortmann, Konstantinos Chrysos, Stefano Capranico, Jesse Zweers, Piotr Prokopowicz, Philip Meise, Bart Cilissen, Pieter Meier, Oana Nituica, Jaap Baselmans, Panos Chatzitsakyris, Yunxiu Peng, Patrik Noome
Fachberater: Wenzel + Wenzel Architekten, Karlsruhe (Architektur)
Büro Happold Engineering, Berlin, London (Brandschutz, Tragwerk, TGA, Nachhaltig, Wind, Verkehr/Peopleflow, Energiekonzept)
Priedemann Fassadenberatung GmbH, Berlin (Fassade)
Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen (Landschaft)
Bartenbach Lighting Design, Aldrans (Licht)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener, einphasiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb im nicht-anonymen bzw. kooperativen Verfahren
Preisgerichtssitzung 08.02.2017
Ort Frankfurt/Main
Auslober Aer Grundstücksentwicklungs GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main und Aqua Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main und Ignis Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main und Terra Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Betreuung ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel und MOW Architekten, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Dörte Gatermann (Vorsitz), Prof. Anett-Maud Joppien, Andreas Moser, Peter Cachola Schmal, Jürgen Groß, Martin Hunscher, Mike Josef, Tobias Sauerbier

Urbaner Nutzungsmix
Neubebauung des Deutsche-Bank-Areals in Frankfurt

Auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bank in Frankfurt soll ein lebendiges, funktionsdurchmischtes Quartier entstehen, das sich in den städtischen Kontext einfügt und im Sinne einer „Stadt für alle“ verschiedenen Nutzergruppen offen steht.

Konkretes Ziel des nichtoffenen, einphasigen Realisierungswettbewerbs im kooperativen Verfahren, das von der ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH aus Kassel mit MOW Architekten aus Frankfurt/Main betreut wurde, war die Errichtung von vier Hochhäusern mit Einzelhöhen von 228m, 173m, 120 m und 100 m. Korrespondierend zur Umgebung sollen die beiden hohen Türme Richtung Skyline des Bankenviertels, die niedrigeren Türme zur „Altstadt“ in Richtung Roßmarkt und Junghofstraße weisen. Darüber hinaus waren vier- bis sechsgeschossige Sockelbauten gefordert. Diese sollen die Baufelder der einzelnen Hochhäuser miteinander verbinden und einen zentralen Quartiersplatz umschließen. Untergeschosse für Kfz-Stellplätze und Anlieferungszonen waren aus der Aufgabenstellung ausgeklammert. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von den Frankfurter Unternehmen Aer Grundstücksentwicklungs GmbH & Co. KG, Aqua Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG, Ignis Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG sowieTerra Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG.

Unter den zwölf zur zweiten Stufe des Realisierungswettbewerbs eingeladenen Teilnehmern – darunter alle zehn Teilnehmer der ersten Wettbewerbsstufe –, vergab das Preisgericht einen ersten und zwei dritte Preise sowie eine Anerkennung.

Der Siegerentwurf des Amsterdamer Architekturbüros UNStudio setze an den „richtigen Stellen positive Impulse“, hieß es in der Urteilsbegründung. Die feine Skulpturalität der Hochhäuser schaffe eine Integration in die Frankfurter Skyline und bilde zugleich ein „Ensemble von hoher Eigenständigkeit“. Besonders angetan zeigte sich das Preisgericht von der Gestaltung des öffentlichen Raums: „Durch geschickte Zonierung entstehen verschiedenste Erlebnisräume für Kita, Hotel und Öffentlichkeit von hoher Aufenthaltsqualität mit großer Strahlkraft in den angrenzenden Stadtraum.“ Insgesamt biete der Entwurf eine „lebendige und nachhaltige Lösung für ein neues Stadtquartier im Frankfurter Bankenviertel“.

Ein dritter Preis ging an Max Dudler aus Berlin in Zusammenarbeit mit Helmut Jahn aus Chicago (USA). Die Verfasser präsentieren einen stringenten, klar gegliederten Entwurf, der große Gelassenheit ausstrahle, die sich folgerichtig in der Ausbildung eines steinernen Blockrandes zeige. Die Idee der „gestapelten Einfamilienhäuser“ wurde gelobt, ebenso das Freiraumkonzept, wenngleich das Baumdach auf dem Quartiersplatz zu überdenken sei.  

Einen weiteren dritten Preis erhielt die Meixner Schlüter Wendt GmbH mit Snohetta Studio Innsbruck GmbH für ihren „pointierte(n)“ und zugleich „außergewöhnlichen“ und „künstlerischen“ Entwurf. Dieser besitze einen hohen Wiedererkennungswert und stelle eine „markante unverwechselbare Ergänzung“ der Frankfurter Skyline dar. Die einheitliche Fassadengestaltung wurde gelobt; die Nutzungsvielfalt ließe sich hieraus jedoch nicht ablesen, so das Preisgericht. Eine konkretere Ausarbeitung des öffentlichen Freiraums wäre wünschenswert.

Darüber hinaus bedachten die Preisrichter die individuelle Arbeit von Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt mit COOP HIMMELB(L)AU Wolf D. Prix & Partner ZT GmbH aus Wien mit einer Anerkennung. Der Entwurf spielt mit einer Vielfalt von Formen, Kubaturen, Proportionen und Fassaden. Das Spektrum reicht dabei vom „Löwentor“ bis zur „gläsernen Moderne“. Vor allem der steinerne, städtische Quartiersplatz überzeugte die Preisrichter.

Einstimmig empfahl das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Dörte Gatermann aus Köln, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit zur Grundlage der weiteren Bearbeitung zu machen.

Lena Pröhl