Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Büro- Verwaltungsgebäude für die Maingau Energie, Obertshausen GmbH

Preisträger

1. Preis: SHP Architekten, Darmstadt

€ 14.500 (netto)

Dietmar Opitz, Hubert Deforth
Mitarbeit: Elvira Weiss, Sebastian Müller, David Oldenburg
Modellbau: Gbm Modellbau, Holger Georgi, Stephan Möller
(Ersteller Visualisierung: SHP Architekten David Oldenburg)

2. Preis: Zaeske und Partner Architekten, Wiesbaden

€ 11.000 (netto)

Jeremy Francis Würtz
Mitarbeit: Marcello Chiaramonte, Florian Trüstedt

3. Preis: grabowski.spork architektur GbR, Wiesbaden

€ 7.000 (netto)

Christoph Grabowski
Mitarbeit: Johannes Busch, Ann-Kathrin Kordick
Fachberater: Prof. Dr. Mark Fahlbusch
Modellbau: raumwerk Wiesbaden, Stefan Neumann
(Ersteller Visualisierung: SICKNIFIKANT Architektur & Mediengrafik)

Anerkennung: Hoechstetter und Partner Architekten, Darmstadt

€ 3.500 (netto)

Prof. Rolf Hoechstetter, Rainer Siegel
Mitarbeit: Rick Schneider, Benedikt Goldbach
Fachberater: Angela Bezzenberger Landschaftsarchitektin, Darmstadt
Modellbau: Gbm Modellbau, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifizierten Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 23.03.2017
Ort Obertshausen
Auslober Maingau Energie GmbH, Obertshausen
Betreuung Thomas Grüninger Architekten, Darmstadt
Preisrichter Kristin Dirschl (Vorsitz), Prof. Ulrich Hamann, Jörg Krämer, Dirk Schluppkotten, Richard Schmitz, Georg Haß, Bernd Roth, Cornelia Holler

Neue Mitte
Neubau eines Kundenzentrums für die MAINGAU Energie GmbH in Obertshausen

Die MAINGAU Energie GmbH ist eine bundesweite, private Energieversorgerin mit Sitz im südhessischen Obertshausen. Im Zuge einer Standortzusammenlegung beabsichtigt sie auf ihrem Firmengelände den Bau eines modernen, dreigeschossigen Gebäudes mit Büro- und Besprechungsräumen für den Kundenservice. Die zur Verfügung stehende, rund 100 m² große Fläche wird durch das Hauptgebäude im Nord-Osten, das Werkstattgebäude im Süd-Osten, die Industriestraße im Süd-Westen und die Ringstraße im Nord-Westen begrenzt.

Interessante Vorschläge für das neue Kundenzentrum lieferte nun ein nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifiziertem Auswahlverfahren, der von den Thomas Grüninger Architekten aus Darmstadt betreut wurde. Unter den elf eingereichten Arbeiten gingen die SHP Architekten aus Darmstadt als Sieger hervor, die einen dreigeschossigen, U-förmigen Baukörper präsentieren. Durch Aufnahme der Baufluchten der umgebenden Bestandsbauten gelinge es den Verfassern, eine neue gemeinsame Mitte auf dem Betriebsgelände der MAINGAU Energie GmbH zu schaffen.  Vor allem die Eingangssituation wurde gelobt: Bereits von der Straße aus gut sichtbar, führt eine kombinierte Treppen / Rampenanlage zum lichtdurchfluteten Eingang mit angrenzender Terrasse. Auch die Grundrissorganisation überzeugte: Während im Erdgeschoss die publikumsfrequenten Nutzungen untergebracht sind, befinden sich die Büros im Wesentlichen in den Obergeschossen. Die geforderten Bürotypen – Zellen-, Gruppen, Kombi- und Großraumbüros –  seien „sehr gut“ umsetzbar, so die Preisrichter, zumal der Entwurf insgesamt „städtebaulich als auch funktional eine hervorragende Lösung“ darstelle.

Die zweitplatzierten Zaeske und Partner Architekten aus Wiesbaden schlagen ebenfalls einen dreigeschossigen, U-förmigen Baukörper entlang der Industriestraße vor. Die Besonderheit ihres Entwurfs liege in dem Kunstgriff eines in das Gebäudevolumen eingeschnittenen Innenhofes, der als identitätsstiftender Mittelpunkt fungiere: Die Räume öffnen sich hauptsächlich in Richtung dieses Innenhofes bzw. zur Ringstraße und zu dem südöstlich angrenzenden Freibereich. Die innenräumliche Organisation, waren sich die Preisrichter einig, lasse „ein Arbeitsumfeld aller höchster Qualität und Flexibilität erwarten – mit dem Innenhof als räumliches und atmosphärisches Zentrum des gesamten Gebäudes.“

Den dritten Preis erhielt die grabowski.spork architektur GbR aus Wiesbaden für ihren „bemerkenswert und im positiven Sinne außergewöhnlich(en)“ Entwurf: Dieser sieht im Bereich der Kreuzung einen pavillonartigen, multifunktionalen Saal vor, der über ein gemeinsames, helles Foyer mit dem dreigeschossigen Verwaltungstrakt verbunden ist. Der Zugang liegt konsequent in der Fuge zwischen Saal und übrigem Gebäude. Darüber hinaus würdigten die Preisrichter auch „die getaktete, ruhige, wohltuend proportionierte Fassade, die jegliche Büronutzungen zulässt, ohne gleichförmig zu sein.“

Eine Anerkennung ging an die Hoechstetter und Partner Architekten aus Darmstadt, deren Entwurf – ein dreigeschossiger Stahlbetonskelettbau mit vorgehängter Metallfassade – die vorhandenen Fassadenfluchten aufnimmt und mit dem Hauptgebäude einen klar ablesbaren Campus umrahmt. Hier befindet sich auch der „klar definierte“, durch Zurückspringen der Fassade überdachte Eingangsbereich. Dieser führt zum Foyer und weiter zur Treppenhalle, deren Verlauf sich in der Fassade abbildet. Alle Büroformen sind möglich, das geforderte Raumprogramm erfüllt, lobten die Preisrichter.

Das Preisgericht, dem Kristin Dirschl aus Frankfurt vorsaß, empfahl einstimmig, die weitere Planung auf Grundlage des ersten Preisträgers vorzunehmen.

Lena Pröhl