Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

TASK-Halle, Kassel

Preisträger

1. Preis: h.s.d. architekten, Lemgo

€ 12.000

Prof. André Habermann, Christian Decker

2. Preis: Bayer & Strobel Architekten, Kaiserslautern

€ 8.000

Gunther Bayer, Peter Strobel
Mitarbeit: Artur Schaefer, Paula Urig-Schon, Karol Woyczyk, Mohammad Hasanato

3. Preis: Herbert Hussmann Architekten, Berlin

€ 4.000

Herbert Hussmann
Mitarbeit: Christian Nowatzky

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 07.11.2016
Ort Kassel
Auslober Stadt Kassel
Betreuung ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Prof. Brigitte Häntsch (Vorsitz), Prof. Philipp Krebs, Christof Nolda, Prof. Alexander Reichel, Christian Geselle/Volker Mohr, Axel Jäger, Prof. Dr. Peter Racky

Neue Sporthalle am Auestadion

TASK-Halle Kassel – nichtoffener Realisierungswettbewerb

In Kassel kooperieren die Stadt und die dortige Universität, um Menschen in Nordhessen nachhaltig in Bewegung zu bringen. Hierfür haben sie eigens TASK ins Leben gerufen, das Transfer- und Anwendungszentrum Sport in Kassel. Dort sollen sportbezogene Projekte aus der wissenschaftlichen Forschungsarbeit in die sportpraktische Anwendung gebracht und so neue und praxisbezogene Impulse für sportliche Aktivitäten gesetzt werden. Dabei werden vielfältige Ansätze verfolgt, die das ganze Themenspektrum des Sports umfassen und bei denen neben Gesundheit und Erziehung auch Vereins- und Breitensport eine Rolle spielen.

Im Rahmen des TASK-Projektes soll nun auf der Sportanlage Auepark eine neue Dreifeld-Sporthalle entstehen. Für deren Gestaltung hatten der Magistrat der Stadt Kassel und die Universität Kassel einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb ausgelobt, den die Kasseler ANP - Architektur- und Planungsgesellschaft mbH betreut hatte. Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Sportzentrum Auepark, östlich der Aueparkhalle. Die neue Sporthalle mit 199 Zuschauerplätzen soll die dort bereits vorhandenen Einrichtungen wie Auestadion, Eissporthalle, Aueparkhalle und Vereinsheime ergänzen.

Aus elf eingereichten Arbeiten wählte das Preisgericht unter Vorsitz der Berliner Architektin Prof. Brigitte Häntsch drei Preisträger. Allen drei prämierten Arbeiten gleich ist die Anordnung der neuen Halle im Nordwesten des Wettbewerbsareals und die Lage des Eingangs vis-à-vis der Aueparkhalle.

Der mit dem ersten Preis bedachte Vorschlag des Büros h.s.d. architekten aus Lemgo sieht einen kompakten, quadratischen Baukörper vor, der südlich des Neubaus einen ausreichend großen Außenraum lässt, um das geforderte Außenspielfeld an favorisierter Stelle anzuordnen. Über einen Steg gelangen die Besucher in das Foyer, das ein Luftraum mit dem Obergeschoss verbindet. Die Preisrichter erachteten das Foyer "als von der Größe her angemessen und lichtdurchflutet" und erkannten "räumliche Qualitäten und spannende Blickbeziehungen in die Halle und in die Karlsaue". Klare, übersichtliche Grundrisse, kurze Wege und die gewünschte Anordnung von Multifunktionsraum und Büros in unmittelbarer Nähe zueinander überzeugten das Preisgericht. Ebenso die architektonische Gestaltung der neuen Sporthalle, deren Gebäudehülle aus einfachem Trapezblech eine "zweite Haut" aus einer spalierartigen Holzstruktur erhalten soll. Die Fassadengestaltung sei eine "überzeugende Antwort auf das landschaftlich und städtebaulich sensible Umfeld". Die Holzstruktur sei unverzichtbar bei der Umsetzung, so das Preisgericht, sie müsse jedoch weitmaschig genug sein, um den Ausblick aus der Halle zu gewährleisten.

Bayer & Strobel Architekten aus Kaiserslautern erhielten den zweiten Preis für ihre zurückhaltend gestaltete Halle. Diese ist zum Auepark hin gestaffelt, ein Vordach soll den Übergang zum Freiraum herstellen, ein durchgehendes Fensterband auf Sportfeldniveau die Halle zum Parkgelände hin öffnen. Das Preisgericht lobte die direkten Sichtbeziehungen jeweils zwischen Foyer und Mehrzweckraum, Verwaltung sowie Tribünen. Damit sei die Orientierung für die verschiedenen Nutzergruppen der Halle sehr gut möglich. Als unbedingt notwendig im Falle einer weiteren Bearbeitung erachteten die Preisrichter die sensible Wahl der Materialien. Bei der vorgehängten Metallfassade sei ein Glanzeffekt zu vermeiden, so ihre Forderung.

Der dritte Preis ging an Herbert Hussmann Architekten aus Berlin, die ihren Entwurf in einen massiv scheinenden Sockel und eine leichte, gelochte Metallfassade gliedern. Diese Trennung interpretiere in moderner Weise die bestehende Aueparkhalle, urteilte das Preisgericht. Bei entsprechend matter Farbwahl füge sich die neue Halle gut in das Gartendenkmal ein. Außen sollen tribünenartige Sitzstufen die Halle mit der Landschaft verbinden. Nach Ansicht der Preisrichter zeichnet sich der Grundriss durch eine klare innere Ordnung und eine hohe Varianz der Zugangsmöglichkeiten aus. Kritisch werteten sie die vorgeschlagenen ausziehbaren Zuschauertribünen, da diese die Sportfelder einschränkten und angesichts der geforderten 199 Sitzplätze überdimensioniert seien.

Das Preisgericht empfahl einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit zu beauftragen. Auf die für 2019 geplante Fertigstellung der TASK-Halle können sich die Studierenden der Universität ebenso freuen, wie der Kasseler Schulsport und die Sportvereine der Stadt. Denn die neue Sporthalle soll zukünftig die notwendige Infrastruktur bieten, um sportwissenschaftliche TASK-Projekte zu ermöglichen, und außerdem den vorhandenen Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten zumindest teilweise abdecken.

Katja Klenz