Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Bebauung DomRömerberg, Frankfurt/Main

Preisträger

Hühnermarkt 22 (R)

1. Preis: Prof. Kollhoff Generalplanungs-GmbH, Berlin

€ 2.300
Mitarbeit: Julia Hofmann, Jan Burggraf, Martin Spaet, Alessandra Saltarin, Andreas Schmitz-Engels, Jens Winterhoff

Hühnermarkt 24

1. Preis: ECKERT NEGWER SUSELBEEK ARCHITEKTEN, Berlin

Mitarbeit: Isabel Fischer, Albrecht Maaß

Hühnermarkt 24

2. Preis: Karsten K. Krebs, Hannover

€ 1.250
Mitarbeit: Jens Giesecke

Hühnermarkt 24

Anerkennung: Prof. Klaus Theo Brenner, Berlin

€ 700
Mitarbeit: Christian Sauer, Stephan Münch

Markt 26

1. Preis: Eingartner Khorrami Architekten BDA, Leipzig

€ 2.300
Peter Eingartner, Alexander Khorrami
Mitarbeit: Stephan Bosse
Fachplaner: Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer GmbH, Berlin, Rolf Schulte-Spechtel (Tragwerksplanung)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb einphasiger Wettbewerb gemäß RPW 2009 mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 21.03.2011
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt/Main, DomRömer GmbH
Betreuung ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Elisabeth Boesch, Prof. Dietrich Fink, Michael Guntersdorf, Prof. Hans Klumpp, Prof. Arno Lederer, Prof. Christoph Mäckler (Vorsitz), Prof. Dott. Silvia Malcovati, Prof. Dr. Fritz Neumeyer, Antje Freiesleben, Prof. Dott. Paolo Fusi, Felix Waechter, Regina Fehler, Brigitte Reifschneider-Groß, Elke Sautner, Edwin Schwarz, Ulrich Baier, Jochem Heumann, Dieter von Lüpke, Dr. Dieter Bartetzko, Mark Gellert, Dr. Heike Hambrock, Martin Hunscher

"Frankfurt-spezifische Atmosphäre"
Neubebauung des Dom-Römer-Areals in Frankfurt am Main

Wo früher das technische Rathaus, ein typischer Bau aus den 70er Jahren, direkt zwischen Römerberg und dem Frankfurter Dom in Frankfurt am Main thronte, laufen derzeit die Abrissarbeiten des ehemaligen Erdgeschosses des Rathauses, bevor die Umbauarbeiten an der darunter liegenden Tiefgarage starten.

Auch die kontrovers und vieldiskutierte Neubebauung der Frankfurter Altstadt ist nun einen deutlichen Schritt vorangekommen: 56 Architekturbüros waren zum von der Kasseler ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH betreuten Wettbewerb zugelassen worden, um ihre Vorschläge für die 27 neu zu bebauenden Parzellen einzureichen. Und die Preisrichter des nun entschiedenen nichtoffenen Realisierungswettbewerbes hatten ein echtes Mammutprogramm zu bewältigen: Jedes Büro erhielt dabei – je nach Los – drei oder vier nicht nebeneinander liegende Parzellen zugewiesen, so dass für jede Parzelle mehrere Entwürfe vorlagen. An die letztendlich von 48 Teilnehmern insgesamt eingereichten 184 Arbeiten vergab das Preisgericht nach zweitätiger intensiver Auseinandersetzung 24 erste und zwölf zweite Preise sowie 13 Anerkennungen. Unter den Preisträgern sind neben zahlreichen deutschen Büros, darunter auch einige aus Frankfurt am Main, weitere Büros aus Italien und der Schweiz.

Vom Zuteilen der von nicht nebeneinander liegenden Parzellen erhoffte sich die Ausloberin, die Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch die DomRömer GmbH, eine abwechslungsreiche, individuelle Gestaltung der einzelnen Häuser. Außer auf eine vielfältige Ausformulierung legte die Auslobung Wert auf eine "Frankfurt-spezifischen Atmosphäre" sowie auf die Ausbildung der Gebäudesockel und Details der Fassaden.

Aufgrund der Vielzahl der zu bewertenden Arbeiten formulierte das Preisgericht unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Prof. Christoph Mäckler statt Einzelbewertungen ein gemeinsames Urteil für alle prämierten Arbeiten. Lediglich für zwei Parzellen, konnte keiner der eingereichten Entwürfe überzeugen, sodass die Preisrichter hier keine Preise vergaben. Die beiden betreffenden Parzellen "Markt 40" und "Markt 7" empfahlen sie in Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat ein "weiteres qualitätssicherndes Verfahren" anzuschließen, beispielsweise in Form eines eigenständigen, kleinen Wettbewerbs; an dem dann erneut Teilnehmer des gerade beendeten Verfahren beteiligt werden könnten. Zudem solle für die Parzelle "Markt 7" überprüft werden, ob die in diesem Haus vorgesehene Erschließung der nebenan liegenden "Goldenen Waage", deren Rekonstruktion geplant ist, nicht verlagert und dem Haus "ein seiner Lage am Krönungsweg angemessenes 'Gesicht'" gegeben werden könne.

Die preisgekrönten Entwürfe zeichneten sich nach Ansicht der Preisrichter durch "eine städtebaulich vermittelte besondere architektonische Qualität aus". Die Gebäude würden durch ihre jeweilige Individualität sowie ihren Zuschnitt, Gliederung, Materialität und kleinmaßstäblicher Durchbildung "ein differenziertes Ensemble" erzeugen. Auch seien "Proportionen und Ausgestaltung von Sockel, Fassaden und Dach stimmig" und herrsche ein angemessenes Verhältnis zwischen geschlossenen und verglasten Flächen. Die Preisrichter bewerteten zudem die "plastischer Ausbildung und feine handwerkliche Detaillierung" positiv und zeigten sich von der jeweils sorgfältigen Wahl der Material und Farbigkeit sowie der Qualität der Grundrisse und dem Zusammenspiel dieser mit den Fassaden überzeugt.

Das Preisgericht empfahl in allen Fällen, in denen ein erster Preis vergeben wurde, diesen weiter zu bearbeiten. Für die Bebbauung der Parzellen, für die zwei erste Preise vergeben wurden, solle die geeignete Lösung im Zusammenspiel mit der Nachbarbebauung ausgelotet und für jene, bei denen die Preisrichter keinen ersten, dafür aber einen oder zwei zweite Preise ausgesprochen hatten, sollten diese nach einer entsprechenden Bearbeitung als Grundlage dienen. Für die gesamte weitere Planungsprozess empfahlen die Preisrichter eine enge Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat.

Fällt wie geplant im Herbst 2011 die Entscheidung zu den Parzellen mit mehr als einem Preisträger, wird mit den ersten Neubauten im Jahr 2013 gerechnet.