Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau Grundschule und Dreifeldsporthalle, Bad Soden am Taunus

Preisträger

1. Preis: architektei mey gmbh ingenieure architekten generalplaner, Frankfurt

€ 20.000

Bernd Mey
Mitarbeit: Peter Ritter, Michael Hennings (Modellbau), Anselm Baumann (Modellbau), Tim Alfers (3D)

2. Preis: (SE) ARCH ARCHITEKTEN, Stuttgart

€ 14.000

Prof. Stefanie Eberding, Stephan Eberding
Mitarbeit: Andrea Stegmaier, Andreas Schmid, Thomas Wecke
Fachberater: Transsolar, Stuttgart, Kai Babetzki (Energiekonzept)
Pfefferkorn Ingenieure, Stuttgart, Heinz Keinhilber (Tragwerk)

3. Preis: Trojan Trojan + Partner, Darmstadt

€ 11.000

Prof. Klaus Trojan, Verena Trojan
Mitarbeit: Andreas Schuldes, Moritz Mücke, Volker Ihm, Anke Thestorf

Anerkennung: h.s.d. architekten bda, Lemgo

€ 5.000

Prof. André Habermann, Christian Decker

Anerkennung: Dasch, Zürn, von Scholley, Stuttgart

€ 5.000

Helmut Dasch, Joachim Zürn, Kay von Scholley
Mitarbeit: Max Eberle, Anita Brajdic, Lena Steinbude, Martin Böttcher
Fachberater IB Wagner; Reutlingen (Energie-/Technikkonzept)
Schelhorn Landschaftsarchitektur, Frankfurt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb gemäß RPW 2008 mit vorgeschaltetem, qualifiziertem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 11.03.2011
Ort Bad Soden am Taunus
Auslober Main-Taunus-Kreis
Betreuung BSMF GmbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Joachim Klie, Prof. Kerstin Schultz, Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Michael Henninger, Oliver Bauch, Norbert Altenkamp, Horst Böhmer, Berthold R. Gall, Adrian Rostek

Schule mit Wachstumsoption
Neubau einer Grundschule mit Erweiterungsoption und Sporthalle in Bad Soden

In Bad Soden steigen die Schülerzahlen und die bestehende Theodor-Heuss-Grundschule platzt aus allen Nähten. Um jedoch auch zukünftig alle Schüler unterrichten zu können, benötigt der Main-Taunus-Kreis also eine weitere Schule für die Jüngsten und hat hierfür einen Neubau inklusive Dreifeldsporthalle beschlossen. Als Bauplatz steht das ehemalige Sinai-Gelände am südlichen Stadtrand Bad Sodens zur Verfügung.

Das Gebäude für rund 350 Schüler der ersten bis vierten Klasse soll 14 Klassenräume, Gruppen- und Fachräume sowie Bereiche für Betreuungsangebote, eine Mensa und eine Bibliothek beherbergen. Mindestens drei Klassen pro Jahrgang sind direkt unterzubringen, die Erweiterung auf je vier Klassen pro Jahrgang soll möglich sein. Zudem gehören eine Dreifeld-Turnhalle und die Orientierung am Passivhausstandard zu den Anforderungen.

Der ausgelobte, nichtoffene Wettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren, betreut durch die Frankfurter Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH BSMF, brachte 24 Lösungsvorschläge. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali entschied sich für die Vergabe von vier Preisen.

Der erste Preis ging an die architektei mey aus Frankfurt am Main. Diese schlägt zwei kompakte, zweigeschossige Baukörper vor, die „städtebaulich angemessen und überzeugend“ angeordnet seien, so die Preisrichter. Das Schulgebäude selbst ist ein vom Straßenraum leicht zurückgesetztes „schwebendes“ Atriumgebäude mit auskragendem Dach, in dessen Erdgeschoss die öffentlichen Nutzungen wie die Bibliothek untergebracht sind. Die Klassenräume liegen auf einer Ebene im Obergeschoss. Die Preisrichter honorierten die „offene, einladende Atmosphäre“, die großzügigen Raumnutzungsmöglichkeiten hinsichtlich der Turnhalle, die Ausbildung differenzierter Freibereiche, die nachhaltig überzeugende Erweiterungsmöglichkeit sowie die Wirtschaftlichkeit. Lediglich hinsichtlich des Verhältnisses von Verglasung zu geschlossenen Flächen forderten sie eine Überprüfung.

Auch die zweitplatzierte Arbeit von (se)arch Architekten aus Stuttgart wartet mit einem kompakten Entwurf auf. Die beiden Baukörper sind im großen Abstand zur Straße platziert und werden über den Innhof erschlossen, sodass ein geschützter Pausenhof für die Schüler entsteht. Im Erdgeschoss sind die Verwaltung, die Ganztagsbetreuung und die Fachräume angeordnet, im Obergeschoss die Klassenräume. Die Preisrichter bewerteten den geringen Flächenbedarf und die hohe gestalterische Qualität des Entwurfes positiv, ebenso die hohe räumliche Qualität der Turnhalle, die durch die verglaste Dachfläche entstünde. Sie vermissten jedoch den klaren Bezug, die Öffnung zur Stadt sowie einen markanten Eingang und beanstandeten Erschließung und Anordnung der Verwaltung.

Für ihren Entwurf zweier ebenfalls kompakter, winkelförmig angeordneter Hauptkörper erhielt das Darmstädter Architekturbüro Trojan Trojan + Partner den dritten Preis. Die Preisrichter lobten die durch die hofartige Anordnung entstehende „wohltuenden Gliederung der Freiflächen in Eingangshof, Pausen- und Spielbereiche“, die landschaftliche Einbindung des Schulgebäudes und die hohe gestalterische und räumliche Qualität. Weniger überzeugt zeigten sie sich von der innenliegenden, großzügig dimensionierten Turnhalle und dem insgesamt hohen Flächenverbrauch.

Die mit dem vierten Preis bedachten Friedrich Poerschke Zwink Architekten + Stadtplaner aus München entwickelten drei um einen Pausenhof orientierte Gebäude: Schule, Halle und Betreuung. Das Schulgebäude mit einem großen, Vorplatz bildet den Auftakt. Das Preisgericht bewertete das Konzept des Gebäudeensembles als stimmig, sah jedoch in den Erschließungen der Gebäude und der Freibereiche Unstimmigkeiten und hinterfragte die eher geschlossenen Fassaden zum Pausenhof.

Das Preisgericht empfahl den ersten Preis zur Umsetzung. Die dreizügige Grundschule mit Option auf eine vierzügige Erweiterung soll bis Mitte 2012 fertig sein und knapp 16 Millionen Euro kosten. Die Turnhalle finanzieren der Main-Taunus-Kreis und die Stadt Bad Soden gemeinsam, da diese auch von Vereinen genutzt werden wird.