Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Rathausplatz in Groß-Zimmern

Preisträger

1. Preis: exedra Müller & Jansen Landschaftsarchitekten, Wiesbaden

€ 7.000

Kai Müller, Michael Jansen
Mitarbeit: Laura Doderer

2. Preis: BWP Endreß Landschaftsarchitekten, Frankfurt/Main

€ 4.000

Corinna Endreß
Mitarbeit: Christiane Steger, Frank Wiegmann

3. Preis: KRAFTRAUM, Krefeld

€ 2.500

Rene Rheims
Mitarbeit: K. Mylinska, Bouyen Chen

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 24.02.2016
Ort Groß-Zimmern
Auslober Gemeindevorstand der Gemeinde Groß-Zimmern
Betreuung Götte Landschaftsarchitekten GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Gemeinde Groß-Zimmern
Preisrichter Klaus Bierbaum (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Norbert Kerl, Katja König, Michael Dascher, Achim Grimm, Dr. Hans-Georg Faust, Christian Hader, Klaus Keller

Groß-Zimmern findet seine Mitte

Umgestaltung des Rathausplatzes in Groß-Zimmern

Bürger in Groß-Zimmern bemängeln immer wieder, dass es keine Ortsmitte gibt. Dem möchte die Gemeinde entgegenwirken und hat dafür einen freiraumplanerischen Wettbewerb ausgelobt. Ziel ist es, den Rathausplatz und den Rathausparkplatz miteinander zu verbinden, beide zu den anbindenden Straßen zu öffnen und die Aufenthaltsqualität des Rathausplatzes zu verbessern, sodass das Rathaus mehr als Zentrum wahrgenommen wird.  

Die beiden Plätze wurden ebenso wie das Rathaus und die ebenfalls am Rathausplatz liegende Mehrzweckhalle Ende der 1970er-Jahre errichtet. Beide Plätze werden während der Kerb und des Weihnachtsmarktes als Festplatz genutzt, was auch in Zukunft möglich sein soll. Neu wünscht sich die Gemeinde einen Bühnenbereich vor dem Rathaus und eine flexible, partielle Platzüberdachung auf dem Rathausplatz.

Beraten und unterstützt wurde die Gemeinde bei der Auslobung und Durchführung des Wettbewerbs von Gesine Ludwig, Wettbewerbsreferentin der Kammer, und dem Büro Götte Landschaftsarchitekten aus Frankfurt am Main, die den Wettbewerb betreuten.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Klaus Bierbaum vergab einstimmig drei Preise, den ersten erhielten exedra Müller und Jansen aus Wiesbaden. Ihr Entwurf besteche durch „eine ausgewogene, harmonische Linienführung und städtebauliche Qualität“, so das Urteil der Preisrichter. Die Wahl der Belagsmaterialien verstärke „die Beziehungen zwischen den beiden Plätzen“ und die Engstelle zwischen Rathaus und benachbartem Geschäftshaus sei „freigestellt und einladend“. Der Rathausplatz werde „seinem Namen gerecht“ und präsentiere sich als „multifunktional nutzbarer Stadtraum mit guter Aufenthaltsqualität“. Die Flächen für die Außengastronomie auf dem Rathausplatz seien „gut nutzbar“ und im Übergang vom Rathausplatz zum Parkplatz entstehe „ein harmonischer, kleiner Platzbereich mit sinnvoll platzierten Infotafeln“, so das Preisgericht weiter. Der Parkplatz füge sich zudem als „multifunktional nutzbare Fläche, klar gegliedert und unauffällig in die Gestaltung ein“. Lineare Baumpflanzungen auf drei Seiten bildeten „klare Platzkanten“ und Sitzmöbel sowie Baumscheiben ergänzten „durch ihre Formgebung und Platzierung das ausgewogene Bild der Planung“. Der Ausloberin empfahl das Preisgericht einstimmig, die Verfasser dieser Arbeit mit der Planung zu beauftragen.

Den Zweitplatzierten, BWP Endreß aus Frankfurt/Main, gelinge mit ihrem Entwurf eine „sehr gute gestalterische Verbindung der beiden Platzbereiche“, so das Preisgericht. Geschickt würden „intarsienartig Orte im Belag gekennzeichnet, die jeweils unterschiedlich bespielt werden können“. Es werde sowohl eine „alltagstaugliche Parkplatznutzung garantiert“, als auch ein „Teppich für Festtagsnutzungen bereitgehalten“. Auf dem Rathausplatz entstehe ein „identifikationsstiftender, lebendiger Ort mit Gastronomie und als Entree zur Sport- und Festhalle“. Die Parkplätze seien „funktional gut angeordnet, sodass die Begegnung mit Fußgängern und Radfahrern weitgehend konfliktfrei“ sei, die Fahrgeschäfte ließen sich „problemlos integrieren“ und vor dem Rathaus entstehe „ein kleiner, gut proportionierter Vorplatz am Eingang“. Insgesamt zeichne sich der Entwurf durch seine „sehr differenzierte, räumlich-gestaltende Grundkonzeption aus“, so das Fazit der Preisrichter.

Den Lösungsansatz von KRAFT.RAUM Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung aus Krefeld werteten die Preisrichter ebenfalls als „gelungen“. Der Rathausplatz sowie die Verbindung zwischen den Plätzen wiesen eine „sehr gute räumliche Qualität auf“, die funktionalen Anforderungen seien „erfüllt“ und die Platzflächen barrierefrei zu erreichen. Die Materialverwendung sei zudem der Örtlichkeit „angepasst und angemessen“ und der erforderliche Pflegeaufwand „überschaubar“. Das Preisgericht zeichnete den Entwurf mit dem dritten Preis aus. Anerkennungen wurden nicht vergeben.

Kerstin Mindermann