Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Maria-Scholz-Schule, Bad Homburg v.d.H.

Preisträger

1. Preis: Michael Auerbacher (ama architekturbüro), Burghausen

€ 23.800

Michael Auerbacher
Mitarbeit: Alisa Mozigemba

2. Preis: dasch zürn architekten, Stuttgart

€ 15.800

Helmut Dasch, Joachim Zürn
Mitarbeit: Sebastian Kittelberger, Joachim Ziligen
Fachberater: tragwerkeplus, Reutlingen (Tragwerksplanung),
IB Wagner, Reutlingen (Energie/Technik)

3. Preis: Dietmar Schäfer (kreateam Architekten), Bad Homburg

€ 10.800

Dietmar Schäfer
Mitarbeit: Anja Schäfer, Julian Becker

4. Preis: raum-z architekten GmbH, Frankfurt/Main, mit Karin Schunda, Oberursel

€ 7.200

Prof. Thomas Zimmermann, Karin Schunda
Mitarbeit: Lukas Hundhausen, Dennis Nikolaisen, Bianca Reusert, Paul Hacker, Anna Mayer

Anerkennung: STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten Partnergesellschaft, Frankfurt/Main

€ 4.800

Christoph Unger, Peter Ritter
Mitarbeit: Anne Mertins (Landschaftsarchitektur), Anselm Baumann, OSTPOOL, Frankfurt/Main (Modellbau)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem, qualifiziertem Auswahlverfahren
Preisgerichtssitzung 21.04.2016
Ort Bad Homburg v.d.H.
Auslober Kreisausschuss des Hochtaunuskreises, Bad Homburg v.d.H.
Betreuung Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Ernst Ulrich Scheffler (Vorsitz), Jens Backhaus, Prof. Jo Eisele, Joachim Klie, Prof. Nikolaus Kränzle, Verena Trojan, Ulrich Krebs, Dr. Stephan Wetzel, Alexander Hetjes, Christoph Hares

Gut komponiert
Neubau einer zweizügigen Grundschule mit Sprachheilzweig in Bad Homburg vor der Höhe

Entgegen dem Landestrend steigt die Zahl der Schüler in Bad Homburg und es ist absehbar, dass die Maria-Scholz-Schule die prognostizierte Zahl nicht aufnehmen kann. Da die Schule zudem in einem schlechten baulichen Zustand ist und eine Erweiterung auf dem jetzigen Grundstück nicht möglich erscheint, hat sich der Hochtaunuskreis zu einem Neubau auf einem benachbarten Grundstück entschieden. Für die Planung wurde ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, den die BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH aus Frankfurt am Main betreute.

Wettbewerbsaufgabe war der Entwurf einer zweizügigen Grundschule (8 Klassen) mit einem zusätzlichen zweizügigen Sprachförderbereich (8 Klassen) und drei Vorschulklassen. Zu den Unterrichtsräumen kommen noch ein Betreuungszentrum, eine Mensa und eine Einfeldsporthalle hinzu. Gewünscht war ein offenes Konzept, das den Kindern mit und ohne Bedarf einer sprachlichen Förderung ein gemeinsames Lernen ermöglicht und den Bedürfnissen aller Schüler gerecht wird.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Ernst Ulrich Scheffler vergab den ersten Preis an Michael Auerbacher (ama_architekturbüro) aus Burghausen. Dieser schlug eine Aufteilung in drei einzelne Baukörper vor, die sich um den Pausenhof gruppieren. Im größten Gebäude befindet sich die Schule, in den beiden anderen das Betreuungszentrum und die Sporthalle. Die „Körnigkeit wirkt maßstäblich in die städtebauliche Situation eingepasst“, urteilte das Preisgericht. Den Kern des dreigeschossigen Schulgebäudes bildet ein glasüberdecktes Atrium, das als Pausenhof dient. In den Obergeschossen orientieren sich die Nebenräume und Lernzonen zu diesem, während die Klassen- und Fachräume an den Außenfassaden liegen. Das Gebäude hat zwei einander gegenüberliegende Eingänge. Das so mögliche „Durchschauen“ biete „eine hervorragende räumliche Qualität“ und trage „maßgeblich zur insgesamt guten Orientierung bei“, so die Preisrichter weiter. Zudem hoben sie hervor, dass sich die Aula und die Mensa zusammenschalten lassen, die Fassaden ebenso wie die Baukörper „gut komponiert“ seien und „die wirtschaftlichen Kennwerte eine kostengünstige Lösung mit hoher Qualität zulassen“. Ihr Fazit: „Ein rundum gelungener Wettbewerbsbeitrag“, der „ohne Abstriche realisiert werden“ könne.

dasch-zürn architekten aus Stuttgart erhielten den zweiten Preis. Sie entwarfen drei ineinander geschachtelte Kuben, die „die Straßenräume gut fassen und gleichzeitig einen angemessenen Freibereich im Süden bilden“, so das Urteil der Preisrichter. Im dreigeschossigen Hauptbaukörper befinden sich die zentralen Einrichtungen sowie in den Obergeschossen die Klassen. Daran schließen das Betreuungszentrum und schließlich die Sporthalle an. Auch bei diesem Entwurf bildet ein Atrium das Zentrum des Schulgebäudes, wodurch „hohe Raum- und Nutzungsqualitäten“ gewährleistet würden und die Orientierung „einfach und übersichtlich“ sei. Die architektonische Gestaltung bleibe „angenehm zurückhaltend, dabei gleichwohl einer Grundschule angemessen“, so das Preisgericht weiter. Sein Fazit: „Insgesamt handelt es sich um ein ausgewogenes, gut proportioniertes Schulgebäude mit überwiegend guter funktionaler und formaler Qualität bei etwas erhöhtem baulichen Aufwand“.

Der dritte Preis ging an Dietmar Schäfer (kreateam Architekten) aus Bad Homburg. Sein Entwurf zeigt einen dreigeschossigen, winkelförmigen Baukörper und eine separate Sporthalle. „Durch die Vernetzung der Baukörper mit den differenzierten Freiflächen entsteht  ein spannungsreicher und maßstäblicher Gesamtorganismus aus bebauten und freien Flächen“, so das Preisgericht. Die „Knicke und Falten“ führten zu einem „charakteristischen, identitätsstiftenden Erscheinungsbild“, das auch die Funktion des Gebäudes „deutlich ablesbar“ mache, zudem erzeugten sie eine „Maßstäblichkeit, die einer Grundschule entspricht“. Im Inneren sei eine „gute Orientierung auf allen Ebenen durch die klare Erschließung mit Tageslicht, Ausblicke ins Freie und Blickbeziehungen im Inneren möglich“.

Einen vierten Preis vergab das Preisgericht an raum-z architekten /monogruen GbR aus Darmstadt/Oberursel. Diese schlugen ein winkelförmiges Gebäude vor, das das Schulgelände zur Straße abschirmt und einen geschützten Innenbereich bildet. „Die zwei- bis dreigeschossigen Bauteile passen sich gut in die Umgebung ein und sind in ihrer Maßstäblichkeit einer Grundschule angemessen“, urteilte das Preisgericht. Es hob zudem den „gut auffindbaren Haupteingang“ an der Ecke und die zu erwartende „hohe Aufenthaltsqualität“ der Betreuungsräume, denen eine Dachterrasse vorgelagert ist, hervor und würdigte, wie die Architekten das Gefälle des Grundstücks „geschickt für das große Volumen der Sporthalle“ nutzten.

Zusätzlich zu den Preisen vergab das Preisgericht drei Anerkennungen an raum3 architekten | stadtplaner aus Nürnberg, Studiobornheim Unger Ritter Architekten PartG aus Frankfurt am Main und Arge motorplan / motorlab aus Mannheim. Dem Auslober empfahlen die Preisrichter, Michael Auerbacher (ama_architekturbüro) mit den weiteren Planungen zu beauftragen und dabei die im Protokoll aufgeführten Hinweise zu berücksichtigen.

Kerstin Mindermann