Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Freiwillige Feuerwehr, Darmstadt - Arheilgen

Preisträger

1. Preis: von scholley architekten, Stuttgart, mit Reinboth Landschaftsarchitekten, Esslingen

€ 15.000

Kay von Scholley, Rainer Reinboth

2. Preis: Kersten + Kopp Architekten, mit Schwarz Landschaftsarchitekten, Berlin

€ 9.000

Minka Kersten, Andreas Kopp, Christiane Schwarz
Mitarbeit: Katharina Cielobatzki, Lisa Winter, Sebastian Latz, Torsten Suschke

Anerkennung: Waechter + Waechter Architekten, Darmstadt, mit Latz Riehl Partner Landschaftsarchitekten, Kassel

€ 3.500

Felix Waechter, Sibylle Waechter, Wigbert Riehl
Mitarbeit: Patrick Schürmann, Katharina Bell, Kristine Schröder, Alexander Gössel, Anja Ludwigs, Sien Enkh

Anerkennung: TRU Architekten + Generalplaner GmbH, mit Holzwarth Landschaftsarchitektur, Berlin

€ 3.500

Sandra Töpfer, Dirk Bertuleit, Gerd Holzwarth
Mitarbeit: Katrin Wünsche, Philipp Rösner, Maike Nolte

Anerkennung: h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten GmbH, Düsseldorf, mit GTL Gnüchtel Triebswetter Landscharchitekten GbR, Kassel

€ 3.500

Prof. Klaus Legner, Michael Triebswetter
Mitarbeit: Lisa Dicke, Judith Mischor, Linfei Zhang
Fachberater: Rehle Ingenieure GmbH, Dr. Norbert Rehle, Stuttgart (Tragwerk)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 04.08.2015
Ort Darmstadt - Arheilgen
Auslober Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt Eigenbetrieb Immobilienmanagement
Betreuung BÄUMLE Architekten I Stadtplaner, Darmstadt
Preisrichter Dr. Eckart Rosenberger (Vorsitz), Cornelia Zuschke, Helmut Dasch, Prof. Kai Haag, Prof. Kerstin Schultz, Tobias Mann, Rafael Reißer, Jochen Krehbiehl, Bernd Neis, Johann Georg Braxenthaler, Dr. Michael Horn

„Kompakte, städtische Solitärfigur“

Nichtoffener Wettbewerb „Freiwillige Feuerwehr in Darmstadt-Arheilgen“

Eine der vier Freiwilligen Feuerwehren in Darmstadt befindet sich im Stadtteil Arheilgen. Untergebracht ist sie in einem 1970er-Jahre-Bau, der heute sanierungsbedürftig ist, weder den aktuellen brandschutztechnischen noch funktionalen Anforderungen entspricht und für moderne Löschfahrzeuge eine zu geringe Deckenhöhe hat. Am jetzigen Standort in der Stadtteilmitte lassen sich die erforderlichen, baulichen Anpassungen aus Platzgründen nicht umsetzen, weshalb ein Neubau am nördlichen Ortseingang geplant ist. Ein 6.120 Quadratmeter großes Grundstück an der Frankfurter Landstraße steht dafür zur Verfügung. Die kleinteilige Bebauung von Arheilgen endet etwas südlich des Bauplatzes, an den anderen drei Seiten ist er von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.


Für die Planung der neuen Feuerwehr lobte der Magistrat von Darmstadt einen nichtoffenen Architektenwettbewerb mit 20 zugelassenen Teilnehmern aus. Betreut wurde dieser von BÄUMLE Architekten I Stadtplaner aus Darmstadt und unterstützt durch die Landesinitiative „Baukultur in Hessen“. Teilnahmeberechtigt waren Bewerbergemeinschaften, bestehend aus Architekten und Landschaftsarchitekten.

Der erste Preis ging an von scholley architekten aus Stuttgart zusammen mit Reinboth Landschaftsarchitekten aus Esslingen. Sie entwarfen einen lang gestreckten, zweigeschossigen Baukörper, der parallel zur Frankfurter Landstraße steht und alle Nutzungen beinhaltet. Entlang der Straßenfront reihen sich die Einsatzfahrzeuge aneinander, dahinter, gen Osten orientiert, befinden sich die erforderlichen Räume: im Erdgeschoss, mit direkter Verbindung zur Fahrzeughalle, die Umkleiden, die Werkstatt und das Lager, im Obergeschoss die Bereitschafts-, Jugend- und Schulungsräume mit angeschlossener Dachterrasse und Blickverbindung vom Flur in die Fahrzeughalle. Die Preisrichter lobten, das Gebäude stehe „selbstbewusst, seine Funktion repräsentierend am Stadteingang“, es spiele „mit dem Thema der Fernwirkung sowie mit dem Gegensatz von Landschaft und kompakter, städtischer Solitärfigur“. Dabei biete es ein „allseitig differenziertes Fassadenbild, das virtuos auf die örtlichen Gegebenheiten“ reagiere und „intelligent“ die Funktionen unter einem Dach integriere. Der Übungsturm sei zudem „kompositorisch sehr gut eingebunden“ und die Ausfahrten der Einsatzfahrzeuge funktionierten „problemlos“.

Die zweitplatzierten Kersten + Kopp Architekten und Schwarz Landschaftsarchitekten, beide aus Berlin, platzierten die Fahrzeughalle ebenfalls parallel zur Frankfurter Landstraße. Die Einsatzfahrzeuge stehen bei diesem Entwurf zweireihig, back-to-back, so dass sie beidseitig aus dem Gebäude fahren. Im Süden geht die Fahrzeughalle in einen zwei- bis dreigeschossigen Kopfbau über. Dieser beinhaltet im Erdgeschoss die Umkleiden und das Lager, die wiederum direkt an die Fahrzeughalle angeschlossen sind, sowie das Foyer. Im 1. Obergeschoss liegen die Einsatzzentrale, der Bereitschafts- und ein Schulungsraum, im 2. Obergeschoss ein zweiter Schulungsraum sowie der Zugang zur Dachterrasse. Das Preisgericht lobte das „signifikante Gebäude“, welches einen „überzeugenden Stadteingang formuliert und in der Gesamtorganisation überzeugt“. Der „dreigeschossige, markante Baukörper“ ermögliche „dem Gebäude eine Präsenz“ und stelle „ein kompositorisches Äquivalent zum Übungsturm in der Nordostecke dar“. Zudem überzeugte die Preisrichter „die Klarheit der Organisation“ des Erdgeschosses.

Neben den beiden Preisen vergaben die Preisrichter vier Anerkennungen an:

- Waechter + Waechter Architekten, Darmstadt, mit Latz Riehl Landschaftsarchitekten, Kassel,

- TRU Architekten + Generalplaner mit Holzwarth, Landschaftsarchitektur, beide aus Berlin,

- h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten GmbH, Düsseldorf, mit GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Kassel,

- Harris + Kurrle Architekten mit Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur, beide aus Stuttgart.

Das Preisgericht empfahl einstimmig, den Entwurf des 1. Preisträgers unter Berücksichtigung der
Anregungen aus den schriftlichen Beurteilungen mit der weiteren Planung zu beauftragen.

Mitte 2018 soll die Freiwilligen Feuerwehr in ihr neues Gebäude umziehen.

 

Kerstin Mindermann