Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neugestaltung des Harmonieplatzes in Dietzenbach

Preisträger

2. Preis: exedra Müller und Jansen Landschaftsarchitekten, Wiesbaden

€ 4.000

Kai Müller, Michael Jansen
Mitarbeit: Laura Doderer

2. Preis: IPACH Landschaftsarchitekt, Neu-Isenburg mit dreisbusch.landschaftsarchitekten, Hanau

€ 4.000

Otfried Ipach, Marcus Dreisbusch

3. Preis: Sommerlad Haase Kuhli, Gießen

€ 2.000

Hans Werner Kuhli
Mitarbeit: Raimund Haase, Svenja Gottschalk

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener Ideenwettbewerb
Preisgerichtssitzung 12.12.2014
Ort Dietzenbach
Auslober Magistrat der Kreisstadt Dietzenbach
Betreuung Fachbereich Bau- und Immobilienmanagement der Kreisstadt Dietzenbach
Preisrichter Corinna Endreß (Vorsitz), Tobias Mann, Walburga Krämer

Platz mit Bühne

Freiraumplanung für die Neugestaltung des Harmonieplatzes in Dietzenbach

Dietzenbach ist eine 15 Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main gelegene Kreisstadt, die geprägt wird von in den 1970er Jahren entstandenen, massiven Hochhäusern sowie zahlreichen Neubaugebieten mit zwei- bis viergeschossigen Gebäuden. Aber auch eine Altstadt mit einigen Fachwerkensembles hat Dietzenbach vorzuweisen. Hier befindet sich der Harmonieplatz. Dem kleinen Platz, der im Geltungsbereich der Altstadtsatzung liegt, kommt eine besondere Bedeutung zu. Er bildet den städtebaulichen Auftakt zur Schäfergasse, die durch ihre gut erhaltene historische Bausubstanz von denkmalpflegerischem Wert ist. Hier ist das dörfliche Erscheinungsbild relativ gut erhalten und die Grundstücke weisen die ursprüngliche Struktur und Teilung der Hofreiten auf.

Derzeit ist der Platz vor allem als versiegelte Dreiecksfläche wahrnehmbar, die von einem privaten Theater und einem Gastronomiebetrieb sowie in Teilen auch zum Parken genutzt wird. Unter anderem findet hier jährlich ein Bierfest statt und die Flächen werden im Rahmen der jährlichen Kerb genutzt. Für die nun geplante Umgestaltung hat der Magistrat der Kreisstadt Dietzenbach einen nichtoffenen Ideenwettbewerb ausgelobt. Gewünscht war ein "attraktives, freiraumplanerisches Konzept", das eine multifunktionale Nutzung des Platzes ermöglicht und eine Belebung des Platzes zur Folge hat. Die Umgestaltung soll außerdem das private Theater und die Gastronomie fördern und zudem Parkflächen bereitstellen. Eine Kastanie im Norden des Wettbewerbsareals sollte erhalten bleiben, die weiteren Bäume auf dem Platz standen zur Disposition. An der Vorbereitung des vom Fachbereich Bau- und Immobilienmanagement der Stadt Dietzenbach betreuten Verfahrens hatte die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen beratend mitgewirkt.

Die Preisrichter vergaben unter den Teilnehmern zwei zweite Preise sowie einen dritten Preis. Den Vorsitz des Preisgerichts hatte die Landschaftsarchitektin Corinna Endreß aus Frankfurt am Main inne. Ein zweiter Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft IPACH Landschaftsarchitekt, Neu-Isenburg mit dreisbusch.landschaftsarchitekten, Hanau. Deren Arbeit überzeugte die Preisrichter durch ihre "klare Positionierung und sinnvolle Gliederung der Fläche". Der Entwurf sieht eine sich zum Platz öffnende Bühne mit Stufenanlage vor, die vom Preisgericht als "gut geeignet für Veranstaltungen" bezeichnet und positiv bewertet wurde. Die Preisrichter beurteilten zudem die optische und gestalterische Einbindung in den Altstadtbereich durch die Wahl des Natursteinpflasters als nachvollziehbar, sie sahen jedoch die Materialwahl hinsichtlich der hohen Investitionskosten als kritisch. Das Preisgericht wünschte sich für die Überarbeitung eine großzügigere Erschließung an der südlichen Spitze des Platzes, eine Überarbeitung der Parkplätze sowie eine Präzisierung der Beleuchtung und weitere Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Sichtbeziehungen.

Ebenfalls einen zweiten Preis erhielten exedra Müller und Jansen Landschaftsarchitekten aus Wiesbaden. Die Preisrichter lobten den "lockeren und lichten Baumhain" und die "klare, wohltuende Abhebung vom Straßenbelag". Der Entwurf erzeuge eine "stimmungsvolle Situation mit Aufenthaltsqualität". Die vorgeschlagenen skulpturalen Holzverkleidungen werteten sie als "überzogen", diese würden dem Umfeld nicht gerecht und könnten nicht zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität beitragen. Das Preisgericht begrüßte den barrierefreien Zugang zum Theater, regte jedoch an, dass dieser in seiner Ausgestaltung präzisiert werden müsse. Außerdem sei zu prüfen, ob unter Beibehaltung der guten räumlichen Qualitäten eine Optimierung der Stellplatzzahl möglich wäre.

Mit einem dritten Preis wurde der Entwurf von Sommerlad Haase Kuhli aus Gießen belohnt. Diese schlagen einen neuen, einheitliche, farblich gegliederten Belag für den Platz vor, den die Preisrichter zwar begrüßten, der jedoch ihrer Ansicht nach die Landwehrstraße als durchgängige Verkehrserschließung zu sehr betone. Die funktionslose, farbliche Aufteilung der Belagsflächen könne nur im vorderen Bereich durch die Gliederung mit Sitzbänken und zur Markierung des Theaterzugangs nachvollzogen werden. Das Preisgericht bedauerte zudem, dass die Möglichkeiten einer höhengerechten Ausarbeitung nicht genutzt worden und so die Zugänge zum Theater und zur Gastronomie weiterhin nur über Stufen erreichbar seien.

Das Preisgericht empfahl dem Auslober, beide mit dem zweiten Preis bedachte Arbeiten unter Berücksichtigung der Beurteilung überarbeiten zu lassen.

Katja Klenz