Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Tower 1, Bürohochhaus mit Hotel Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: MEURER Architekten Stadtplaner Ingenieure PG, Frankfurt/Main

€ 70.000

Kristina Meurer
Mitarbeit: Magnus Jakob, Regina Losing
Fachberater: Tichelmann & Barillas, Ingenieure, Prof. K. Tichelmann (Tragwerkplanung), Darmstadt
Transsolar Energietechnik, München;
Tickelmann & barillas, Ingenieure. F. Kramarczyk (Brandschutz), Darmstadt

2. Preis: Schneider + Schumacher Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main

€ 45.000

Till Schneider
Mitarbeit: Gezim Bono, Mamanja Crnobranja, Nina Delius, Justina Jauniskyte
Fachberater: IPB, Ing. Büro P. Berchtold (Energie), Frankfurt/Main
TSB, Tichelmann & Barillas Ing. (Brandschutz), Darmstadt
B+G, Bollinger+Grohmann Ing (Tragwerk), Frankfurt/Main
a+f, H.Honig (Fassadenplanung), Frankfurt/Main

2. Preis: Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

€ 45.000

Frank Barkow, Regine Leibinger
Mitarbeit: Ayax Garcia Abreu, Martina Bauer, Fabian Busse, Yannis Efatathiou, Ana Filipovic, Ki Jun Kim, Andreas Moling, Antje Steckhan, Blake Villwock, Jens Weßel, Linda Zhang
Fachberater: Drees & Sommer Advanced Building Technologies;
hpp berlin, Niederlassung Frankfurt (Brandschutz);
Jappsen Ingenieure GmbH (Fördertechnik);
Krebs und Kiefer, Beratende Ingenieure für das Bauwesen (Bauphysik);
Priedmann Fassadenberatung GmbH (Fassade);
Reese Ingenieure GmbH & Co. KG (Technik Gebäudeausrüstung);
RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH (Tragwerk);
Wenzel+Wenel (Kosten)

Anerkennung: Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten Gbr, Frankfurt/Main

€ 25.000

Prof. Helmut Kleine-Kraneburg, Martin Gruber
Mitarbeit: Markus Weber, Nicole Hoffmann, Pascal Jacobi
Fachberater: Gerd Remmel, RSP Ingenieure (Tragwerk), Frankfurt/Main;
Joachim Kuhn, TechDesign (TGA), Frankfurt/Main;
Frank Wessel (Brandschutz), Düsseldorf;
Robert Mühlstein, Emproc (Kosten, Berlin;
Börge Becker-Biskaborn, Vizlab (Visualisierung), Frankfurt/Main;
Rolf Schaafhausen, Scale Architekturmodelle (Modell), Frankfurt/Main


Anerkennung: R. plus Architekten GmbH mit DFZ Architekten GmbH, Hamburg

€ 24.000

Kai Richter, Stephen Kausch
Mitarbeit: Sven Breuer, Nils Böttcher, Ilga Nelles, Gerrit Neumann
Fachberater: DS-Plan Ingenieurgesellschaft für Ganzheitliche Bauberatung und Generalfachplanung mbH, Helge Plath, Hamburg;
Werner Sobek Frankfurt GmbH, Patrick Prasser (Trangwerksplanung), Dr. Christoph Nahm (Brandschutz), Frankfurt/Main
Breimann & Bruun GmbH & Co. KG Garten- und Landschaftsarchitektur, Hamburg

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 14.10.2014
Ort Frankfurt/Main
Auslober CA Immo Frankfurt Bauphase I GmbH& Co. KG, Frankfurt/Main
Betreuung a:dk, architekten datz kullmann, Mainz
Preisrichter Prof. Johann Eisele (Vorsitz), Prof. Ruth Berktold, Dieter von Lüpke, Christoph Jakoby, Gregor Drexler, Ulrike Gaube, Jakob Vowinckel

Minimalistische Aura

Tower 1 – Bürohochhaus mit Hotel in Frankfurt/Main

Die Frankfurter Skyline ist einzigartig in Deutschland, weithin bekannt und erhält regelmäßig Zuwachs in Form weiterer Wolkenkratzer. Nun soll noch ein Hochhaus hinzukommen. Zwischen dem erst Ende 2013 eröffneten Einkaufszentrum Skyline Plaza und der Messe soll auf einem der letzten freien Grundstücke im Europa-Viertel in Frankfurt am Main ein knapp 200 Meter hoher Büro- und Hotelturm entstehen. Um die Jahrtausendwende lag schon einmal ein Entwurf des französischen Architekten Jean Nouvel für ein Hochhaus an Ort und Stelle vor, jedoch verhinderte die damalige Marktlage bei Büro-Immobilien dessen Bau.

Unter dem Arbeitstitel "Tower 1" hatte nun die CA Immo Frankfurt Bauphase I GmbH& Co. KG einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungsverfahrens ausgelobt, um auf dem Areal, ein Bürohochhaus mit Hotel und Parkhaus, zu errichten. Als Wettbewerbsbetreuer agierten a:dk, architekten datz kullmann aus Mainz. Acht Architekturbüros waren eingeladen worden, ihre Ideen einzureichen. Dem Preisgericht saß Prof. Johann Eisele aus Darmstadt vor.

Meurer Architekten Stadtplaner Ingenieure PG aus Frankfurt/Main konnten den ersten Preis für sich verbuchen. Mit der Schneider + Schumacher Planungsgesellschaft mbH auf Platz zwei landete ein weiteres Frankfurter Büro in den Preisrängen. Ebenfalls ein zweiter Preis ging zudem nach Berlin an die Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH. Jeweils eine Anerkennung erhielten Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten GbR, Frankfurt/Main sowie die Hamburger R. plus Architekten GmbH mit der DFZ Architekten GmbH.

Meurer Architekten bildeten einen gradlinigen, 46 Stockwerke hohen Turm als Solitär aus, an den sich ein flacher Bau für das Parkhaus angliedert. Beide Gebäude beziehen sich nach Ansicht der Preisrichter "baukörperlich aufeinander und wirken zusammengehörig", auch ohne eine direkte oberirdische Verbindung aufzuweisen. Der Tower entwickle sich aus einer strengen Quaderform, die sich "eine minimalistische Aura" gebe. Einschnitte, Abstufungen und Verdrehungen der Mantelflächen erzeugten ein "räumlich-skulpturale Kommunikation mit der Umgebung". Die Fassadenstruktur erinnere durch die "wechselseitige Verkippungen" an ein Flechtwerk, dessen "suggerierte Weichheit" im spannenden Kontrast zur klaren Kontur des Turmes stehe, so das Preisgericht. Die Strukturierung des Baukörpers und der Fassade führten zu einer "angemessenen Signifikanz" des Entwurfs. Dieser integriert zudem ein frei zugängliches Dach. Das Hotel soll sich voraussichtlich über die ersten zwölf Stockwerke erstrecken. Darüber sind die Büroflächen angeordnet, bei denen die Preisrichter hinsichtlich der Grundrisse, der Nutzung und der Belichtung Optimierungsbedarf erkannten.

Ebenfalls als Solitäre formten Schneider + Schumacher das Hochhaus und die Nebengebäude. Der Turm soll durch seine konkaven Fassaden Bezug zu den konvex gebogenen Fassaden der benachbarten Zwillingstürme Castor und Pollux aufnehmen. Das Preisgericht zeigte sich überzeugt von der "hohen äußeren Gestaltungsqualität" der "eigenständigen und expressiven Formgebung" des Hochhauses. Als weniger überzeugend bewerteten sie die innenräumlichen Qualitäten, besonders im Bereich der ebenfalls konkaven Erschließungskerne und der Eckbüros.

Eine "unbestritten hohe Zeichenhaftigkeit und Präsenz" attestierte das Preisgericht dem Entwurf von Barkow Leibinger. Die facettierte, schillernde Fassade, die wie eine Haut über die Gebäude gezogen werden soll, werde für einen starken Effekt sorgen. Jedoch seien die unterschiedlichen Funktionen nicht ablesbar. Die vorgeschlagene Auflösung des Bauvolumens in zwei Scheiben bezeichneten die Preisrichter als architektonisch nachvollziehbar, dies gelte aber nicht in städtebaulicher Hinsicht. Den Bürogrundrissen bescheinigten sie eine hohe Effektivität und gute Nutzungsmöglichkeiten.

Wann und ob das Hochhaus mit dem Arbeitstitel "Tower 1" realisiert werden wird, hängt jedoch unter anderem auch von potenziellen Mietern und dessen Wünschen ab.

Katja Klenz