Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Städtebaulicher Ideenwettbewerb Park Schönfeld Carree in Kassel

Preisträger

1. Preis: Beatrix Wuttke & Thomas Ringhof Architekten, Kopenhagen (DK)

€ 11.000

Mitarbeit: Felix Krüger

3. Preis: koopX architekten, Berlin

€ 7.000

Guido Böhning, Bettina Zalenga
Fachberater: Jonathan Zimmermann M.A. (Visualisierung, Modellbau), Berlin

3. Preis: Carsten Maerz (Machleidt GmbH), Berlin

€ 7.000

Mitarbeit: Benjamin Wille, Steffen Wörsdörfer, Ilja Haub
Fachberater: Marek Jahnke (Landschaftsarchitektur), Philipp Strohm (Architektur/Typologie)

Anerkennung: arenas basabe palacios arquitectos s.l. mit miriam garcía, Madrid (E)

€ 5.000

Mitarbeit: Inés García de Paredes, Paula Fernández San Marcos, Kerstin Plunch, Almudena Cano Piñeiro, Darine Korban Choueiri

Anerkennung: Hans-Georg Schenk (Schenk Architekten), Schmallenberg

€ 5.000
Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Offener einphasiger städtebaulicher Ideenwettbewerb gemäß RPW 2013
Preisgerichtssitzung 25.07.2014
Ort Kassel
Auslober Immobilien-Projekt Park Schönfeld Carree Kassel GmbH, Kassel
Betreuung ARCHITEKTUR 109, Stuttgart
Preisrichter Prof. Dr. Ing. Matthias Castorph (Vorsitz), Prof. Claus Anderhalten, Prof. Georg Augustin, Prof. Christl Drey, Stefan Forster, Markus Gnüchtel, Dr. Fred Gresens, Prof. Dr. Ing. Annette Rudolph-Cleff, Christof Nolda, Lars Bergmann, Prof. Ingrid Lübke, Frank Oberbrunner

 

Park Schönfeld Carrée in Kassel

Städtebaulicher offener Ideenwettbewerb für die ehemalige Jägerkaserne

Zu Beginn des ersten Weltkrieges war Kassel von Militärstandorten übersät. Besonders hoch war die Konzentration in der Südstadt – und direkt daran angrenzend auch im Stadtteil Wehlheiden. In diesem südwestlichen Teil der Kasseler Innenstadt liegt auch das Areal der Jägerkaserne. Das Gelände ist unterteilt in drei Ebenen, die sich terrassenartig Richtung Osten absenken. Auf dem mittleren Teil, der Jägerkaserne II, soll nun im sogenannten Park Schönfeld Carrée verdichtetes städtisches Wohnen entstehen, rund 400 Wohnungen zur Miete, als Eigentum sowie für Betreutes und Studentisches Wohnen.

Das Wettbewerbsareal grenzt Richtung Norden an die Bosestraße, die im Nordosten in den Hauptzubringer, der Ludwig-Mond-Straße übergeht. Entlang der west- und östlich angrenzenden Bereiche Jägerkaserne I und III bilden viergeschossige, verputzte Backsteinbauten die räumliche Grenze. Den östlichen Abschluss bildet eine alleenartige Wegeparzelle. Die auf dem Wettbewerbsgelände noch vorhandene Bebauung stand, bis auf ein denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude an der westlichen Grundstücksgrenze, zur Disposition.

Die Auslobung der eigens gegründeten Immobilien-Projekt Park Schönfeld Carrée Kassel GmbH forderte, bei der Bebauung der Jägerkaserne II den "Charakter einer in sich separierten 'Plateau-Siedlung'" zu vermeiden, die Vernetzung mit der Stadt zu suchen und dabei die Topographie der terrassierten Plateaus zu erhalten. Gewünscht war zudem die Anbindung an den südlich gelegenen Park Schönfeld und ein Gesamtkonzept zu den Freiräumen sowie Grün- und Wegeverbindungen, das die Entwicklungen in den Bereichen Jägerkaserne I und lll berücksichtigt. Die Betreuung des Verfahrens erfolgte durch das Stuttgarter Büro ARCHITEKTUR 109.

Unter 36 eingereichten Entwürfen setzten sich Wuttke & Ringhof Architekten aus Kopenhagen durch. Das dänische Architekturbüro erhielt für sein Konzept einer verdichteten Baustruktur in Kombination mit öffentlichen und privaten Freiflächen vom Preisgericht den ersten Preis zugesprochen. Ein dritter Preis ging jeweils an die beiden Berliner Carsten Maerz sowie das Büro koopX Architekten Böhning und Zalenga. Die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Matthias Castorph aus München vergaben zudem jeweils eine Anerkennung an Arenas Basabe Palacios Architectos mit M. García, Landschaftsarchitektin aus Madrid (Spanien), Jens Giesecke aus Hannover, Andreas Schuchardt Architekt aus Kassel sowie Hans Georg Schenk aus Schmallenberg.

Die Wettbewerbssieger schlugen eine fächerförmige Bebauung aus fünf langestreckten, U-förmigen Baukörpern vor, die in Ost-West-Richtung verlaufen. Das Preisgericht würdigte die städtebauliche Gesamtfigur und die klar definierte Kante an der Erschließungsstraße. Zwischen den Bestandsbauten der Jägerkaserne III im Westen und den Neubauten sehen die Verfasser einen langgestreckten, elliptischen Platz vor. Als "bestechend" bezeichnete das Preisgericht die "Spannung zwischen eindeutig definiertem öffentlichen Raum und nach Süden ausgerichteten privaten Freiflächen mit unterschiedlichen Ausformungen innerhalb der Struktur". "Konsequent" sei zudem der östliche Abschluss der U-förmigen Baukörper mit einheitlich ausgebildeten Kopfbauten, die zu den tieferliegenden Bestandbauten im Osten "auf Lücke" stehen und so den Blick in den Stadtraum freigeben. Insgesamt stelle die Arbeit ihrer Ansicht nach jedoch einen "hervorragenden Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung der Liegenschaft Jägerkaserne dar".

Fünf unterschiedlich ausgerichtete, drei- bis viergeschossige U-förmige Wohnhöfe präsentierten koopX Architekten. Die Außenkanten der Neubauten beziehen sich jeweils auf die Bestandsgebäude der Gebiete Jägerkaserne I und III und öffnen sich mit ihren Innenhöfen zu diesen. Eine große Freitreppe, ein Quartiersplatz sowie ein zehngeschossiges Hochhaus an der Nordspitze des Wettbewerbsareals soll das Gebiet an die Stadt anbinden. Beim Beitrag von Carsten Maerz bilden drei Höfe die städtebauliche Fassung, eine zentrale Quartierspromenade fungiert als Rückgrat des neuen Stadtgebiets, dient als Stadtanbindung und bietet den Zugang zum Park Schönfeld.

Die Preisrichter empfahlen einstimmig, die erstplatzierte Arbeit den weiteren Planungen zugrunde zu legen und dabei die empfohlenen Überarbeitungsanregungen zu berücksichtigen. Der Baubeginn für das neue Wohnquartier für 800 bis 1.200 Menschen ist für 2016 geplant.

Katja Klenz