Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Studienverfahren Hochhäuser Gateway Gardens, Frankfurt/Main

Preisträger

HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf

Joachim H. Faust, Volker Weuthen
Mitarbeit: Antonio Vultaggio, Beate Bischofberger, Blanca Dz. Ulzurrun, Oliver König.
Fachberater: Kraft.Raum.Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, René Rheims, Krefeld (Landschaftsplanung);
Arup Deutschland GmbH, Karsten Jurkait, Düsseldorf (TGA, Statik, Brandschutz)

MEIXNER SCHLÜTER WENDT Architekten GmbH, Frankfurt/Main

Florian Schlüter
Mitarbeit: Fabienne Müller, Philipp Münster, Sven Petersen, Johannes Schlüter
Fachberater: Werner Sobek Frankfurt GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main (Tragwerksplanung);
LÜSEBRINK Ingenieure VBI, Hamburg (Ingenieurbüro für Fördertechnik);
IPB GmbH Ingenieurgesellschaft für Energie- & Gebäudetechnik, Sarnen Schweiz, Frankfurt/Main;
Hilla Brandschutzsachverständige, Frankfurt/Main

Schneider + Schumacher Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main

Till Schneider
Mitarbeit: Gezim Bono, Nina Delius
Fachberater: IPB, Ingenieurbüro für Energie und Haustechnik, Frankfurt/Main

Zaha Hadid Architects Ltd, London (GB)

Patrik Schumacher, Zaha Hadid
Mitarbeit: Cornelius Schlotthauer, Uli Blum, Enrico Kleinke, José Pareja-Gomez, Peter Irmscher
Fachberater: Transsolar Stuttgart, Volkmar Bleicher (Energie, Klima und Nachhaltigkeit);
ZWP Ingenieure-AG, Willy Wulz, Stuttgart (Haustechnik);
Bollinger und Grohmann, Kim Löffler, Alexander Berger, Frankfurt/Main (Tragwerksplanung);
Arup GmbH, Andreas Ewert, Frank Walter, Berlin (Fassadenplanung);
Brandschutz Planung Klingsch GmbH, Sebastian Kramer, Antonijo Coso, Frankfurt/Main (Brandschutzplanung)

Behnisch Architekten, Stuttgart

Stefan Behnisch, Stefan Rappold
Mitarbeit: Alex Whitton, Marina Kolloch, Nevyana Tomeva.
Fachberater: Thomas Auer (Transsolar);
Rainer Sonntag, Brandschutz Consulting

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Der Durchführung des 2-phasigen Studienverfahrens liegt ein Ideenwettbewerb gemäß RPW 2013 zugrunde. Das eingeladene Studienverfahren wird als kooperatives Verfahren ausgelobt.
Preisgerichtssitzung 02.09.2014
Ort Frankfurt/Main
Auslober Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens GmbH, Frankfurt/Main
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbh, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Karl-Heinz Petzinka (Vorsitz), Martin Hunscher, Prof. Manfred Hegger, Prof. Ernst-Ulrich Scheffler, Peter Cachola Schmal, Stefan Bockstaller, Peter Buchholz, Dr. Kerstin Hennig, Werner Völler

Vier neue Hochpunkte am Frankfurter Flughafen

Studienverfahren Gateway Gardens

Gateway Gardens, ein 35 Hektar großes Areal direkt am Frankfurter Flughafen, war bis 2005 ein Wohngebiet für Angehörige und Familien der Luftstreitkräfte der ehemaligen US-Base Rhein-Main. Inzwischen ist Gateway Gardens jedoch sowohl ein Quartier der Frankfurt Airport City als auch ein offizieller neuer Stadtteil der Mainmetropole Frankfurt. 2008 war hier das erste neue Gebäude fertiggestellt worden, rund 30 Prozent der Fläche des Gesamtgebietes sind vermarktet.

Um potenzielle, interessierten Unternehmen mögliche Bebauungsentwürfe als Anregungen für den Hochbau zu liefern, hatte die Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens GmbH ein zweiphasiges Studienverfahren als Ideenwettbewerb nach RPW ausgelobt. In der ersten Phase hatten 16 renommierte nationale und internationale Büros städtebauliche Entwürfe für vier Grundstücke an zwei prominenten Eingangsbereichen im Norden und im Osten des Areals entwickelt. Betreut wurde das Verfahren von der BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbh aus Frankfurt/Main.

Ein Preisgericht unter Vorsitz des Düsseldorfer Architekten Prof. Karl-Heinz Petzinka hatte davon anschließend acht Büros ausgewählt: Zaha Hadid Architects aus London, Behnisch Architekten aus Stuttgart, Coop Himmelb(l)au Wolf D. Prix & Partner ZT GmbH aus Wien, HPP Hentrich-Petschnigg & Partner aus Düsseldorf, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner International, Berlin, die Frankfurter Büros Meixner Schlüter Wendt Architekten und Schneider + Schumacher sowie die Hamburger Hadi Teherani Architects waren für die zweite Phase ausgewählt worden. Jedes Büro hatte jeweils eine "Vision"  für einen der vier Standorte entwickelt – detaillierte Gebäudeentwürfe mit Aussagen zur städtebaulichen Einbindung, Fassaden- und Farbgestaltung, maximalen Gebäudehöhe sowie zu den Materialien und zum Energiekonzept. Alle Entwürfe vereint trotz ihrer unterschiedliches gestalterischen Ausprägung der Anspruch, am jeweiligen Ort und für das Quartier Gateway Gardens einen signifikanten Auftakt mit Wiedererkennungswert zu liefern. Aspekte wie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielten ebenfalls eine wesentliche Rolle. Die Preisrichter erkannten bei allen Arbeiten hohe städtebauliche Qualität, flexible und variable Grundrisse, ästhetischen Anspruch sowie Unverwechselbarkeit.

Der Hochhausentwurf von Zaha Hadid Architects auf dem Grundstück am Flughafen und Frankfurter Kreuz (Baufeld 6) präsentiert ein in die Höhe an imaginär gespannten Bogenlinien ausgerichtetes Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert. Über einem gemeinsamen Erdgeschoss ragen die kreuzförmig angeordnete Büroetagen 78 Meter in die Höhe. Für denselben Standort schlagen Schneider + Schumacher ein 81 Meter hohes, signifikantes Gebäude vor, dessen drei rotorförmig angeordnete Gebäudeflügel unterschiedlich hoch ausgebildet sind. Horizontal geschichtete Fassaden aus Fensterbändern und unterschiedlich ausgerichteten Photovoltaik-Brüstungsbändern prägen die Außenwirkung. 81 Meter hoch ist der markante Entwurf von Hadi Teherani Architects, der aus zwölf rechteckigen, gestapelten Kuben besteht. Die versetzte Anordnung der Schmal- und Längsseiten bildet Lichthöfe und lebendige Fassaden.

Gegenüber auf dem Baufeld 7 soll nach den Vorstellungen von COOP Himmelb(l)au Wolf D. Prix und Partner ein 67 Meter hohes, dynamisch gestaltetes Gebäude entstehen, dessen elipsenförmige, an den schmal zulaufenden Enden abgeschnittenen Geschosse jeweils gleichmäßig leicht rotierend angeordnet sind.

Für den nördlich gelegenen Hochhaus-Standort Baufeld 4 sehen Behnisch Architekten zwei fünfeckige, durch ein vertikales Atrium verbundene, 79 Meter hohe Gebäudeflügel vor. Jeweils mehrere Geschosse wurden zusammengefasst gegeneinander versetzt "geschichtet", so dass Vor- und Rücksprünge entstehen. Im Erdgeschoss soll es einen öffentlichen Durchgang zum Park geben,  Brücken verbinden die Ebenen der Gebäudeflügel. GMP International Berlin nennen ihren eleganten Entwurf "airgarden". Dessen vier windmühlenflügelartig angeordnete Bürobereiche sind unterschiedlich hoch (im Maximum 80 Meter) ausgebildet und sollen teilweise vorgelagerte Gärten und Terrassen erhalten.

Auf dem gegenüberliegenden Grundstück (Baufeld 3) planen Meixner Schlüter Wendt Architekten ein 65 Meter hohes Gebäude mit einem vieleckigen Grundriss. Jeweils zu verschieden hohen "Paketen" zusammengefasste Geschosse drehen sich unterschiedlich stark um den Gebäudekern und bilden so beispielsweise attraktive Dachterrassen. 78 Meter hoch ist der dynamische Entwurf von HPP Hentrich-Petschnigg & Partner. Dessen zwei L-förmig ausgebildete, "umrahmte" Gebäudeteile entwickelten die Entwurfsverfasser aus örtlichen Baufluchten und Geometrien.

Aktuell arbeiten in Gateways Garden rund 4.000 Menschen. Läuft bei der Entwicklung des neuen Stadtteils am Frankfurter Flughafen alles nach Wunsch, sollen es im Jahr 2021 ca. 16.000 bis 18.000 sein.