Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Erweiterung der Ludwig-Schwamb-Schule + Mühltalschule, Darmstadt-Eberstadt

Preisträger

1. Preis: Walter Huber, Stuttgart

€ 21.000

Mitarbeit: Anja Gassmann

2. Preis: AG 5 Dipl.-Ing. Architekt + Stadtplaner, Darmstadt

€ 15.000

Joachim Klie
Mitarbeit: Christoph Kornmayer, Andreas Krause

3. Preis: Johannes Daniel Michel Generalplaner GmbH & Co KG, Ludwigsburg

€ 10.000

Mitarbeit: Yvonne Schindler, Brigitte Riehle

4. Preis: sdks Architekten, Darmstadt

€ 7.000

Michael Sonek
Mitarbeit: Eva Thut, Bettina Müller

Anerkennung: netzwerkarchitekten GmbH, Darmstadt

€ 5.000

Jochen Schuh
Fachberater: Dipl.-Ing. Angela Bezzenberger Landschaftsarchitektur und Ökologie (Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung), Darmstadt
Dr.-Ing. Alexander Hentschel, Dr. Kreutz+Partner (Tragwerksplanung), Nürnberg

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichoffener Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil gemäß RPW 2013
Preisgerichtssitzung 11.04.2014
Ort Darmstadt-Eberstadt
Auslober Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt
Betreuung WerkStadt Architekten + Stadtplaner, Darmstadt
Preisrichter Prof. Wolfgang Schulze (Vorsitz), Prof. Ernst Ulrich Scheffler, Monika Weber-Pahl, Iris Büttner, Dieter Krehbiehl, Rafael Reißer, Bernd Neis

Offen und vernetzt
Wettbewerb zur Erweiterung der Ludwig-Schwamb-Schule und der Mühltalschule in Darmstadt-Eberstadt

Die Ludwig-Schwamb-Schule, eine dreizügige Grundschule mit Vorklasse für rund 230 Schüler und die Mühltalschule, eine kleine Förderschule für gut 50 Kinder mit Lernschwierigkeiten oder sozial-emotionalen Defiziten verfolgen seit 2011 in Darmstadt ein gemeinsames Lernkonzept. Um die konzeptionelle, pädagogische und praktische Zusammenarbeit zu stärken, sollen die inhaltlich und funktional eng verbundenen Schulen auch baulich, organisatorisch und gestalterisch neu geordnet werden. Der Ausbau der Grundschule zur Ganztagsschule ist geplant und mit der Erweiterung der Schule soll sich das Schulgelände für den Stadtteil und seine Bewohner öffnen. Für die Neu- und Umgestaltung hatte die Stadt Darmstadt vertreten vom Eigenbetrieb Immobilienmanagement einen nicht offenen einphasigen Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil ausgelobt. Das Darmstädter Büro WerkStadt Architekten + Stadtplaner betreute das Verfahren.

Das rund 20.000 Quadratmeter große Schulgelände am südlichen Rand des Darmstädter Stadtteils Eberstadt ist überwiegend von Wohnquartieren umgeben. Von den zahlreichen, unterschiedlich gestalteten Bestandsgebäuden sollen das Klassengebäude und die Sporthalle erhalten, das Hausmeisterhaus und der Pavillon Betreuung hingegen abgerissen werden. Das bisherige Verwaltungsgebäude steht ebenfalls zur Disposition. Zudem waren von den Wettbewerbsteilnehmern Vorschläge für den Standort eines zusätzlichen Kindergartens auf dem Gelände gewünscht.

Den ersten Preis vergab das Preisgericht, dem Prof. Wolfgang Schulze vorsaß, an das Stuttgarter Architekturbüro Walter Huber freier Architekt, Rang zwei ging an das Darmstädter Büro AG 5 Dipl.-Ing. Architekt BDA + Stadtplaner. Die Johannes Daniel Michel Generalplaner GmbH & Co KG aus Ludwigsburg erhielt den dritten und sdks Architekten aus Darmstadt den vierten Preis. Jeweils eine Anerkennung konnten zudem die Darmstädter netzwerkarchitekten GmbH sowie die architektei mey GmbH aus Frankfurt am Main verbuchen.

Walter Huber freier Architekt überzeugte das Preisgericht durch das Pavillon-Konzept, dass sich "gut in das städtebauliche Umfeld" einfüge und "einen spannungsreichen Kontrast zu den bestehenden Gebäuden" bilde. Die versetzte Anordnung ermögliche "räumlich gefasste und gut dimensionierte Freiräume für den Quartiersplatz und den Schulhof". Als "besonders geglückt" bezeichneten die Preisrichter die Eingangssituation. Die Erweiterungsbauten, die in Holzbauweise errichtet werden sollen, mit den dazwischen liegenden Höfen fügen sich fächerförmig im Westen und Osten an den baulichen Bestand an. Im Zentrum liegt der neue, zweiseitig durch die Bebauung gefasste Schulhof, der sich Richtung Süden zum Landschaftraum hin öffnet und durch eine öffentliche Wegeführung, das Schulgelände mit dem Stadtteil vernetzt. Anschließend an das landschaftlich gestalteten Freigelände mit "grünem Klassenzimmer", Bolzplatz und Laufbahn, folgt das städtebauliche Baufeld für die zweigeschossig vorgeschlagene Kita. Das Erdgeschoss des Bestandsgebäudes soll als zentrales Rückgrat der Schule ausgebildet und durch teilweisen Rückbau sowie eine raumhohen Verglasung nach Westen und Osten transparent und übersichtlich gestaltet werden und so die Vernetzung der Lernbereiche mit den erweiterten schulischen Angeboten in den Gemeinschaft- , Verwaltungs- und Ganztagbereichen ermöglichen.

AG 5 Dipl.-Ing. Architekten BDA positionieren einen zweigeschossigen Neubau südlich des Bestandsgebäudes – ungefähr am Standort des bisherigen Verwaltungsbaus. Die Preisrichter lobten die "klare architektonische Struktur" und die "schön proportionierte Außenräume". Johannes Diehl Michel Generalplaner ergänzen den vorhandenen Klassenriegel durch eine eingeschossige Kammstruktur, die die Freiräume in unterschiedliche nutzbare, miteinander verbundene Bereiche gliedert. Im Süden schließt ein zweigeschossiger Kopfbau den Gesamtbaukörper ab. Dem Büro sdks Architekten gelingt nach Ansicht der Preisrichter die städtebauliche Neuordnung des Schulgeländes durch die vorgeschlagene Verlegung des Schulhofes in den ruhigeren südlichen Bereich des Grundstückes und Bebauung des bisherigen Hofgeländes mit einer "eingeschossigen Teppichstruktur", die an den vorhanden dreigeschossigen Schusterbau anschließt. Als "auffallend geschickt gewählt" bezeichnete das Preisgericht die Anordnung der Innenhöfe.

Nach dem Wunsch der Auslober, soll das neue Schulgebäude dann ideale Voraussetzungen für das "Inklusive Schulangebot Grundschule" für die insgesamt rund 280 Schülerinnen und Schüler bieten.

Katja Klenz