Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Studierendenhaus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: hjp architekten, Gießen

€ 20.000

Prof. Jürgen Hauck, Herbert Osel
Mitarbeit: Bastian Sevilgen, Nikola Savic, Maximilian Niggl, Tobias Bloh
Fachberater: HKL Ingenieurgesellschaft mbH, Martin Deutschmann, Erfurt (Gebäudetechnik)

2. Preis: Bez + Koch Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart

€ 14.000

Martin Bez, Thorsten Kock
Mitarbeit: Jan Elsenhans
Fachberater: Köber Landschaftsarchitektur, Herr Köber, Stuttgart (Freianlagen)
Weischede, Herrmann und Partner, Andreas Herrmann, Stuttgart (Tragwerk)
Transplan, Stuttgart (Energiekonzept)

3. Preis: bogevischs büro architekten & stadtplaner GmbH, München

€ 10.000

Rainer Hoffmann
Mitarbeit: Feng Xie, Kerstin Finkenzeller
Fachberater: Mayr Ludescher & Partner München / Stuttgart (Tragwerksplanung)

4. Preis: wulf architekten GmbH, Stuttgart

€ 8.000

Prof. Tobias Wulf, Kai Bierich, Alexander Vohl
Mitarbeit: Berit Jennrich, Yeon Yung Choi
Fachberater: TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, Prof. Volkmar Bleicher, Stuttgart (Energiekonzept).
Béla Berec Architektur-Modellbau-Gestaltung, Stuttgart

5. Preis: pbr Planungsbüro Rohling AG, Architekten und Ingenieure, Braunschweig

€ 6.000

Heinrich Eustrup
Mitarbeit: Hilke Eustrup, Kim-Frederik Rosebrock, Evelyn Wendt-Salmhofer, Alexander Reßlhuber
Fachberater: pbr Planungsbüro Rohling AG, Herr Bielas (Energiekonzept), Braunschweig
Mischa Lötzsch, Braunschweig (Visualisierung)
Mark Blume, Braunschweig (Modellbau)


Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichoffener einphasiger Wettbewerb gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 27.01.2014
Ort Frankfurt/Main
Auslober Land Hessen
Betreuung ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Prof. Ulrike Lauber (Vorsitz), Cem Arat, Sabina Freienstein, Inge Laste, Prof. Kerstin Schulz, Prof. Ludwig Wappner, Prof. Schemel / Sibylle Waechter, Irene Bauerfeind-Rossmann, Guido Brennert, Dr. Michael Kummer, Prof. Werner Müller-Esterl, Giorgio Nasseh, Thomas Platte

Studi-Haus mit vertikalem Garten

Wettbewerb Neubau Studierendenhaus im Westend


Die Goethe-Universität hat den Campus Bockenheim in Frankfurt am Main fast vollständig verlassen, das studentische Leben findet nun überwiegend auf dem neuen Campus Westend statt. Neben dem, Studierendenhaus, erbaut vor rund 60 Jahren, sind nur noch das Sozialzentrum und die Bibliothek auf dem ehemaligen Campus untergebracht. Nun soll ein moderner Neubau zum neuen politischen, kulturellen und sozialen Zentrum des Universitätsgeländes Westend werden.

Für das neue Domizil sind vielfältige Funktionen und unterschiedlichste Veranstaltungen vorgesehen. Partys, Theater- und Filmvorführungen sollen ebenso zum Angebot gehören, wie kleine bis mittelgroße politische Veranstaltungen. Untergebracht werden sollen das Studentencafé KOZ, die studentische Selbstverwaltung sowie eine Fahrradwerkstatt. Hinzu kommen Aufenthalts-, Lern- und Gruppenräume sowie Technik-, Neben- und Nutzräume.

Auslober des Wettbewerbs war das Land Hessen, die ANP – Architektur- und Planungsgesellschaft mbH aus Kassel, betreute das Verfahren. Zum Wettbewerbssieger kürte das Preisgericht hjp architekten aus Gießen, Platz zwei ging an die Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH aus Stuttgart, Platz drei an bogevischs büro architekten & stadtplaner aus Münchner. Den vierten Platz sicherte sich die wulf architekten GmbH, Stuttgart. Die Braunschweiger pbr Planungsbüro Rohling AG erhielt den fünften Preis. Eine Anerkennung erhieten Turkali Architekten aus Frankfurt am Main.

Aus Sicht des Preisgerichts zeigte die erstplatzierten Arbeit eine „skulptural, bauplastische Haltung“. Die Verfasser nutzten das „Repertoire des architektonischen Maßstabs geschickt und vielschichtig, um das Studierendenhaus im Campus Westend zu verorten“. Das Gebäude präsentiere sich „signifikant“ auf dem Campus. Großzügig dimensionierte Foyer- und Erschließungsflächen prägen den Entwurf. Zusätzlich zum Foyer im Erdgeschoss ordnen die Architekten ein weiteres, zweigeschossiges Foyer vor dem großen Saal im dritten Obergeschoss an. Wenige, große Öffnungen machen die öffentlichen Nutzungen außen und innen ablesbar. Die Büroflächen in den beiden oberen Geschossen sind anhand der schmalen Fensteröffnungen ablesbar, die Preisrichter bewerteten jedoch „die Taktung der Tageslichtschlitze“ als zu eng. Sie lobten die vorgeschlagene Dachterrasse und sahen im „vertikalen Garten“ im Bereich der Loggia vor dem großen Saal ein „belebendes Fassadenelement“.

Die zweitplatzierte Arbeit zeigte einen „klar gegliederten, kubischen Baukörper ohne jegliche Vor und Rücksprünge“, so das Preisgericht. Eine großzügige, nach Norden und Süden verglaste Treppenanlage biete eine „selbstverständliche“ Orientierung. Der kleine Saal liegt im ersten, Obergeschoss, der große Saal mit einer in Richtung Westen angeordneten Dachterrasse im vierten Obergeschoss. Die tragende Fassade aus beige eingefärbtem Ortbeton mit tief in den Laibungen sitzenden, geschosshohen Fenstern wurde als „hochwertig“, jedoch dem Wunsch der Studierenden nach einem individuellen Gebäude nicht entsprechend, bewertet.

Der drittplatzierte Entwurf präsentierte ein das gesamte Baufeld ausfüllendes Gebäude. Der große und der kleine Saal sowie das Café liegen in den unteren Geschossen, die internen Lehrbereiche werden mit den Büros in den beiden obersten Geschossen zusammengefasst. Die unterschiedlichen Nutzungen sind ablesbar in der Fassade, deren Materialität und Ausprägung sich an den anderen Campusgebäuden orientiert. Das Preisgericht vermisste jedoch eine größere Transparenz auf der dem Campus zugewandten Südseite.

Prominent zum bestehenden Campus hingegen orientiert sich die mit dem vierten Preis bedachte Arbeit. Die Natursteinfassade werde zusammen mit der außenliegenden Treppenanlage zu einem „spielerisch öffentlichen Instrument“, so die Preisrichter, und verbinde auf „ungewöhnliche Art und Weise“ den großen Saal mit dem Campus. Sie kritisierten jedoch den fehlenden Widerhall der Durchlässigkeit und Transparenz im Inneren des Gebäudes.

Rang fünf ging an einen schlichten, durch eine zweigeschossige, leicht zurückspringende Glasfassade geprägten Baukörper. Die ansonsten gleichförmige, homogene Lochfassade erhält eine Zäsur durch den Einschnitt einer großzügigen Dachterrasse. Die Preisrichter vermissten insgesamt jedoch detaillierte Aussagen zur Konstruktion und zum Material.

Das Preisgericht, dem Prof. Ulrike Lauber vorsaß, empfahl, die Architekten des erstplatzierten Entwurfs, der zudem den Sonderpreis des AStA erhielt, mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.

Katja Klenz