Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubauten des Labor- und Technologiezentrums der THM in Gießen

Preisträger

1. Preis: Hascher Jehle Planungsgesellschaft mbH, Berlin, mit hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

€ 55.000

Stefan Reimann, Rainer Hascher, Sebastian Jehle
Mitarbeit: Daniel Sonntag, Deniz Sekban, Fleur Keller
Fachberater: Ingenieurbüro Hausladen, Heiko Wöhrle, Kirchheim (Energie/Haustechnik)

2. Preis: Enrique de Teresa Arquitectos Asociados S.L., Madrid (Spanien)

€ 35.000

Enrique de Teresa Trilla
Mitarbeit: Hugo Zimmermann, Luís M. Pérez Salamanca, Guiomar Martín, Pablo Micó, Javier de Esteban, Juan C. Corona
Fachberater: Ingenieuros JG, Emilio González Gaya

3. Preis: Auer + Weber + Assozierte GmbH, München, mit Latz und Partner LandschaftsArchitekten, Kranzberg

€ 22.000

Tilman Latz, Moritz Auer
Mitarbeit:, Stefan Bründlinger, Ameng Zhang, Lydia Hellwig, Florian Höfner, Kranzberg, Michael Schulze, Florian Rüger, Sanne van der Mijl
Fachberater: ZWP Ingenieur – AG, München (TGA Planer); Mayr, Ludescher und Partner, München (Tragwerksplanung); Sacher GmbH, München (Brandschutz); Heinekamp Labor-und Institutsplanung GmbH, Karlsfeld (Laborplanung); IB, Müchen (Kostenschätzung); Pro Eleven GmbH, Germering (Visualisierung)

4. Preis: Dömges Architekten AG, mit Wamsler - Rohloff - Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg

€ 12.000

Thomas Eckert, Susanne Wamsler
Fachberater: Ebert Ingenieure GmbH & Co. KG, Nürenberg; Team für Technik, Regensburg

5. Preis: tsj tönies schroeter jansen freie architekten gmbh, mit Sven Andresen Landschaftsarchitekt, Lübeck

€ 9.000

Sven Andresen, Thomas Jansen
Mitarbeit: Tobias Engelhardt, Sabine Klingenhoff, Victor Moita
Fachberater: Institut für Gebäude- und Solartechnik, T. Wilken, E. Beyer, Braunschweig (Energiekonzept und TGA); Assmann Schmidt Ingenieure, R. Schmidt, Lübeck (Brandschutz)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener, hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnehmerwettbewerb
Preisgerichtssitzung 02.07.2013
Ort Gießen
Auslober Land Hessen
Betreuung büro luchterhand, Hamburg
Preisrichter Prof. Dörte Gatermann (Vorsitz), Christian Pelzeter, Stefan Behnisch, Prof. Dirk Metzger, Prof. Irene Lohaus, Inge Laste, Manfred Balg, Sabine Freienstein, Ulrike Berendsen-Manderscheid, Guido Brennert, Dietlind Grabe-Bolz, Prof. Dr. Günther Grabatin, Prof. Dr. Martin Fiebich / Thomas Fischer

Ein Minicampus für die THM

Labor- und Technologiezentrum der Technischen Hochschule Mittelhessen THM in Gießen

Die Stadt Gießen gilt – gemessen an der Bevölkerungszahl – als die studentenreichste Stadt Deutschlands. Die Zahl der Studierenden an der früheren Fachhochschule Friedberg-Gießen und heutigen Technischen Hochschule Mittelhessen THM hat sich in den vergangenen Jahren auf etwa 14.000 mehr als verdoppelt. Gelungen ist dies auch durch die Einführung neuer – und bundesweit selten angebotener – Studiengänge. Diese Expansion erfordert neben einer Neuordnung auch den Ausbau der gesamten Hochschule, die sich innerhalb Gießens auf vier Standorte verteilt.

Der hierfür 2010 erstellte Masterplan sieht die Entwicklung des Campusbereichs an der Gutfleischstraße als ersten Schritt vor. Hier soll ein neues Labor- und Technologiezentrum (LTZ) die Fachbereiche Krankenhaus und Medizintechnik, Umwelt und Biotechnologie (KMUB) sowie die Institute für Chemie und Physik des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI) bündeln. Dem Land Hessen, Auslober des europaweiten, nicht-offenen hochbaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs, schwebt hier eine Art Minicampus mit einem aus drei Bauten bestehenden Gebäudekomplex als Herzstück des Standortes Gutfleischstraße vor. Das Hamburger büro luchterhand stadtplanung.stadtforschung.stadtreisen betreute das Verfahren, bei dem das Preisgericht unter Vorsitz der Kölner Architektin Prof. Dörte Gatermann fünf Preise und drei Anerkennungen vergab.

Die Wettbewerbssieger, die Berliner Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Planungsgesellschaft mit hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, überzeugten das Preisgericht durch ein einheitliches Gestaltungskonzept für den gesamten Campus. Ausgehend von einem Vorplatz im Süden prägen ein mit viel Grün gestalteter Platz sowie ein weiterer, steinerner Platz als Ost-West-Verbindung die Außenräume, denen die Preisrichter eine "hohe Aufenthaltsqualität" bescheinigten. Die drei Neubauten für das LTZ orientieren sich in ihrer Anordnung weitestgehend am Masterplan. Das Preisgericht lobte die funktionale Organisation der Grundrisse sowie die offenen, die Verbindung von außen nach innen herstellenden Foyerbereiche. Besonderen Anklang fanden zudem die horizontal gestalteten Fassaden.

Den zweiten Preis erhielten Enrique de Teresa Arquitectos Asociados S.L. aus Madrid. Diese schlagen ein Nord-Süd ausgerichtetes Fußgängerband vor. In dessen Flucht liegen das Foyer des MNI-Gebäudes und im Norden der neue Cafe-Pavillon, der zusammen mit den beiden anderen neuen Gebäuden einen Platz ausbildet. Die Preisrichter attestierten den öffentlichen Bereichen eine große Qualität und hoben die klare Zonierung der Grundrisse hervor, merkten aber an, dass die in die Fassaden übertragende Grundriss-Systematik nicht überall stimmig sei.

Der dritte Preis ging an Auer + Weber + Assoziierte GmbH aus München mit Katz und Partner LandschaftsArchitekten aus Kranzberg. Diese konzentrieren das Raumprogramm auf nur zwei Gebäude und bilden so einen großzügigen Campusplatz zwischen dem 2011 fertig gestellten Anwenderzentrum für Medizintechnik und dem Neubau für das KMUB mit begrüntem Innenhof im Norden des Wettbewerbsareals. Die Preisrichter lobten die "klare Adressbildung", hinterfragten jedoch die städtebauliche Maßstäblichkeit.

Die Regensburger Arbeitsgemeinschaft Dömges Architekten AG mit Wamsler – Rohloff – Wirzmüller FreiRaumArchitekten landeten auf dem vierten Platz. Dem Preisgericht gefiel die "geschickte Nutzung" der vorhandenen Topografie, die eine "angenehme Höhenentwicklung" der Baukörper ermögliche. Den fünften Platz vergaben die Preisrichter an tsj tönies schroeter jansen freie architekten gmbh mit dem Landschaftsarchitekten Sven Andresen aus Lübeck, deren "facettenreiche Freiraumprogramme mit hoher Aufenthaltsqualität" gewürdigt wurden.

Jeweils eine Anerkennung erhielten Rauh Damm Stiller Partner Planungsgesellschaft mbH aus Hattingen, die Berliner Arbeitsgemeinschaft Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mbH mit A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH sowie die Münchner SPREEN Architekten mit fischer heumann landschaftsarchitekten.

Konzipiert wurde das Labor- und Technologiezentrum, dessen Fertigstellung für 2017 geplant ist, für 1500 Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Dozenten. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 40 Millionen Euro sollen über das hessische Hochschulbauprogramm HEUREKA finanziert werden.

 

Katja Klenz