Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Familienzentrum Rodgau

Preisträger

1. Preis: tm●es architekten, Berlin

€ 7.000

Doreen Ebert, Alejandro Tomás-Roldán, Dana Matschek

2. Preis: wolf.sedat architekten, Weikersheim mit Michael Hink Landschaftsarchitekt, Schwaigern

€ 4.200

Martin Wolf, Marco Sedat, Michael Hink

3. Preis: AG5 Dipl.-Ing. Architekten, Darmstadt

€ 2.800

Joachim Klie

Mitarbeit: Christoph Kornmayer, Andres Kause

Fachberater: S. Lukowski und Partner (Landschaftsarchitekten), Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 02.02.2012
Ort Rodgau
Auslober Stadt Rodgau
Betreuung Bäumle Architekten │ Stadtplaner, Darmstadt
Preisrichter Monika Weber-Pahl, Thomas Wirth, Prof. Thomas Zimmermann (Vorsitz), Jürgen Hoffmann, Stefan Flasche

Ein Haus für Kinder und Eltern

Wettbewerb Familienzentrum Rodgau

Das geplante Familienzentrum im Stadtteil Jügesheim beschert Rodgau eine doppelte Premiere. So wird es die erste Einrichtung dieser Art in Jügesheim sein und um Vorschläge für die Gestaltung des Neubaus zu erhalten, hat die Stadt wiederum zum ersten Mal überhaupt einen Architekturwettbewerb ausgerichtet. Bei den Vorbereitungen des Wettbewerbes erhielt Rodgau Unterstützung vom Wettbewerbsausschuss der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Das Verfahren selbst betreute das Darmstädter Büro BÄUMLE Architekten I Stadtplaner. Drei Büros suchte die Stadt für die Teilnahme am nicht offenen Realisierungswettbewerb aus, die weiteren sieben Teilnehmer wählte sie aus 238 Bewerbern.

Das neue Familienzentrum soll das Betreuungsangebot der Stadt verbessern. Als ein Haus für Kinder und Eltern soll es sowohl Platz bieten für eine Kindertageseinrichtung als auch für Angebote der Familienberatung, Familienbildung und anderer Einrichtungen aus den Bereichen Integration, Kultur und Sport. Das Raumprogramm forderte, auf rund 700 Quadratmetern drei Gruppenräume für die Kleinkinderbetreuung, einen Mehrzweckraum sowie einen Elternbereich mit Kursräumen, Beratungsstellen und Tagesbüro unterzubringen. Als Grundstück stellte die Stadt das ehemalige Bauhofgelände am Alten Weg in Jügesheim zur Verfügung.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Thomas Zimmermann aus Darmstadt wählte jeweils einstimmig einen ersten, zweiten und dritten Preisträger. Mit dem ersten Preis würdigte es die Arbeit der Berliner tm•es architekten. Als einzige unter den Teilnehmern hatten sie das Kinderzentrum im Nordosten des Wettbewerbsareals angesiedelt und den Kinderbetreuungsbereich mitsamt den Freiflächen nach Westen orientiert. Die Planer präsentierten einen länglichen, nach Ansicht der Preisrichter „im besten Sinne“ modernen Baukörper. Die Aufgabe, ein „Haus für Kinder und Eltern zu schaffen“, sei durch „feine Differenzierungen“ und eine „Vielzahl von Details“ überzeugend gelöst. Das zweigeschossige „Haus der Eltern“, dem das „Haus der Kinder“ als eingeschossiger Bauteil vorgelagert wird, gebe dem Kinderhaus einen „stabilen Rücken“. Die Räume für die Kinderbetreuung bezeichneten die Preisrichter als vielfältig nutzbar und großzügig. Auch lobten sie die sorgfältige, natürliche Belichtung der Innenräume.

Der zweite Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft wolf.sedat architekten aus Weikersheim mit dem Landschaftsarchitekten Michael Hink aus Schwaigern. Diese platzierten ein L-förmiges Gebäude in der Nord-Ost-Ecke des Wettbewerbgrundstücks. Die Preisrichter hoben die klare Gliederung der Grundrisse und der zugeordneten Freibereiche sowie die stimmigen und gut organisierten Gruppenbereiche hervor. Sie beurteilten die vorgeschlagene Materialität als „wertig und nachhaltig“.

AG5 Dipl.-Ing. Architekten aus Darmstadt bekamen den dritten Preis zugesprochen. Auch sie schlagen eine L-Form für das Kinderzentrum vor, mit einem eingeschossigen Riegel im Osten sowie einem zweigeschossigen Kopfbau im Westen. Den Preisrichtern gefielen die „ausgewogenen Proportionen“ des Baukörpers sowie die Fassadengestaltung, die ein „große Leichtigkeit“ ausstrahle. Anklang beim Preisgericht fand auch die Gestaltung der Kinder- und Familienbereiche.

Welcher der drei prämierten Entwürfe realisiert wird, entscheidet das Stadtparlament. Sollte dieses sich auf die erstplatzierte Arbeit festlegen, fiele die Entscheidung zugunsten der kleinsten Lösung mit dem weitesten Abstand zur benachbarten Wohnbebauung. 

Katja Klenz