Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Kindertagesstätte "Am Goldstein" in Bad Nauheim

Preisträger

1. Preis Patrick Ostrop, Hamburg

€ 10.000

Mitarbeit: Ole Flemming
Fachberater: Breimann & Bruun, Hamburg

2. Preis Haug Huismanns Schmidtler Architektenbüro, Karlsruhe

€ 7.000

Fachberater: Klahn+Singer+Partner, Freie Landschaftsarchitekten, Karlsruhe

3. Preis Götz Grevé, Köln

€ 3.000
Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener einstufiger Realisierungswettbewerb. Es wurden zu den 5 gesetzten Teilnehmern 25 weitere aus dem Bewerberkreis per Los bestimmt
Preisgerichtssitzung 16.02.2004
Ort Bad Nauheim
Auslober Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH
Betreuung BAUWERT Projekt Consult GmbH, Dillenburg
Preisrichter Herr Carlo Weber (Vorsitz), Thomas Kühr, Prof. Burkhard Pahl, Bernd Rohde, Bernd Witzel

Dynamische Ruhe
Ein zentrales Labor- und Institutsgebäude für Geisenheim

In Geisenheim kann man so schöne Fächer wie „Weinbau und Önologie“ oder „Getränketechnologie“ studieren. Nicht ganz so schön ist allerdings die gewachsene Gebäudestruktur der Forschungsanstalt Geisenheim, die zur FH Wiesbaden gehört. Seit den 70er Jahren sind die Studierendenzahlen gestiegen, sind viele Neubauten auf dem Campus hinzugekommen – doch die dezentrale, starre Aufteilung nach Instituten ist dem Informationsaustausch und einem effizienten Studium nicht immer förderlich. Ein zentrales Labor- und Institutsgebäude soll her, so der Wille des Auslobers, des Landes Hessen, das flexibles und projektorientiertes Arbeiten ermöglicht. Den dafür ausgeschriebenen begrenzt offenen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zur Auswahl von 30 Teilnehmern hat das Berliner Büro Staab Architekten vor der Bieling Architekten GmbH aus Kassel gewonnen.

Die Entscheidung fiel knapp aus. Beide Entwürfe zeichnen sich vor allem in puncto gestalterische und räumliche Qualität aus. Beim Siegermodell wirkt der lang gestreckte Gebäudekomplex ausgesprochen ruhig, Belebung bringt das Aufbrechen der Fassade mit Höfen und Durchgängen. Die Fassade selbst hebt sich durch eine Verquickung von Naturstein, Verglasung und beweglichen Sonnenschutzelementen von den sonst üblichen Glaskonstruktionen ab. Die Verbindung des Neubaus durch eine Brücke ist gelungen, der Bau als Ganzes aber fügt sich ausgesprochen harmonisch in die Umgebung ein. Das gilt ebenfalls für die Zweitplatzierten, die gleichermaßen eine „ruhige“ Lösung vorschlagen: Ein kompakter, zweigeschossiger Baukörper bildet mit einer klaren Fassade am Nordrand den Abschluss. Und da die Geschossigkeit geschickt variiert, vermittelt der Gebäudekomplex insgesamt eine angenehme Leichtigkeit.

Auch wenn – bei beiden Entwürfen – an vielen Stellen die Zuordnungen der Räume auf Kritik stieß, letztlich fiel die Entscheidung zu Gunsten eines Modells, bei dem das Preisgericht das flexible Nutzungskonzept sowie die „fantasie- und qualitätsvoll gestalteten Erschließungsflächen“ lobte, die vielfältige Möglichkeiten für interne, interdisziplinäre Kommunikation bieten. Beides Kriterien, die für dynamische Forschung und Lehre unverzichtbar sind.