Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Sanierung und Erweiterung des Hessischen Landesmuseum in Darmstadt

Preisträger

1. Preis Kleffel Köhnholdt Papay Warncke, Hamburg

€ 37.627,50

Mitarbeit:Jörg Fuhrmann, Timo Wahner, Daniel Günther, Nicolas Willms
mit Fachingenieur Tragwerksplanung (Statik): Wetzel & von Seht, Hamburg
Fassadenplanung: Michael Lange, Hamburg
Lichtplaner: Peter Andres, Hamburg

2. Preis Christl und Bruchhäuser Freie Architekten BDA, Frankfurt/Main

€ 22.570,50

Michael Christl, Joachim Bruchhäuser
Mitarbeit: Katja Wuhrer, Tim Böcker, Tobias Möller, Thomas Schulz
mit Fachingenieur Tragwerksplanung (Statik): osd office for structural design, Darmstadt
Bearbeitung/Kostenschätzung: Harms + Partner Bauingenieure, Berlin

3. Preis frick krüger nusser plan2 gmbH architekten / generalplaner, München

€ 7.525,50

Markus Frick, Axel Krüger, Michael Nusser
Mitarbeit: Norbert Fürbacher, Christian Schulz, Stephan Mory
mit Fachingenieur Tragwerksplanung (Statik): Arup GmbH Ingenieure + Planer, Frankfurt/Main

3. Preis Klapp Brüning Architekten, Essen

€ 7.525,50

Carl-Eberhard Klapp, Arndt Brüning
Mitarbeit: Jens Bußmann, Nicole Borcherding
mit Fachingenieur Tragwerksplanung (Statik): HEG Beratende Ingenieure GmbH, Dortmund
Fachberater:
Bert Bielefeld, Dortmund
Volker Rein, Dortmund

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Interdisziplinäre Wettbewerbe
Wettbewerbsform Zweistufiges Wettbewerbsverfahren: 1. Stufe als begrenzt-offener Ideenwettbewerb, 50 Teilnehmer 2. Stufe als beschränkter interdisziplinärer (integrierter) Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 24.02.2004
Ort Darmstadt
Auslober Hessisches Ministerium der Finanzen i.V.m. dem Hessischen Ministerium für Wissensch
Betreuung IPM Ingenieurgesellschaft für Projektmanagement, Braunschweig
Preisrichter Prof.Dr. Werner Durth, Giselher Hartung, Prof. Klaus Kada, Prof. Heinz Nagler (Vorsitz), Prof. Matthias Pfeifer, Michael Wilford, Prof. Dörte Gatermann, Willi Weinforth, Dr. Ina Busch, Dr. Lucius Grisebach, Klaus Wagner, Karl Weber, Prof.Dr. Gerd Weiß, Dieter Wenzel, Kirsten Worms

Glas und Kupfer
Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt erhält einen Erweiterungsbau

Wissenschaft und Kultur - diese zwei Pfeiler der Bildung prägen Darmstadt wie kaum eine andere der hessischen Großstädte. Und sie werden noch verstärkt: Das Land Hessen saniert und erweitert jetzt in der "Wissenschaftsstadt" mit ihrem Jugendstilzentrum Mathildenhöhe das Hessische Landesmuseum. Das Museum ist an der Nordseite des Friedensplatzes gelegen und gehört - wie das benachbarte Staatsarchiv, die Technische Universität und der ehemalige Marstall, in dem jetzt das Staatsbauamt untergebracht ist - zu einer Abfolge historischer Einzelbauten um das Schloss.

Es stellt zurzeit einen Riegel zwischen Innenstadt und Park dar - und die Aufgabe der Konkurrenten beim zweistufigen Ideen- und interdisziplinären Realisierungswettbewerb war es, nicht nur strukturelle Raumdefizite zu beseitigen, sondern eben diese Spannung räumlich erlebbar zu machen. Als Weiterentwicklung der Lösung Alfred Messels, der zwei unterschiedliche Fassaden entworfen hat, sollen jetzt die Bezüge von innen nach außen und die Übergangsbereiche neu definiert werden. Der Neubau soll Zeichen einer "mutigen Entwicklung" des Museums sein.

Solchen Mut machte das Preisgericht beim Hamburger Büro Kleffel Köhnholdt Papay Warncke aus. Ihr Siegerentwurf sieht einen markanten Solitär vor, der für Grafik, Bildende Kunst, Kunsthandwerk und Wechselausstellungen konzipiert ist und mit dem Altbau unterirdisch verbunden sein soll. Er greift die Kubatur des Messelbaus auf und interpretiert dessen Höhenentwicklung zum Herrengarten hin, sodass ein angemessener, aber spannungsvoller Bezug entsteht. Der Neubau beschränkt sich im Material auf Kupfer und Glas. Die Glaskonstruktion ermöglicht einerseits wechselnde Belichtungsmöglichkeiten für die Ausstellungen und bildet andererseits einen starken Kontrast zu bronzenen Schindelfassade des Mittelteils. Zudem wird er durch die beiden illuminierbaren Glaskuben auf dem Dach bei Tag und Nacht Zeichen setzen.

Das Votum für den Entwurf fiel einstimmig aus. Allerdings waren sich die Preisrichter ebenso einig, dass noch einige Verbesserungen notwendig seien. So müssen zum Beispiel die vertikale Erschließung im Neubau und das Tragwerkskonzept noch optimiert werden. Wenn das geschehen ist, verwandeln sich die 50 Millionen Euro, die das Land Hessen in das Projekt Sanierung und Erweiterung des Hessischen Landesmuseums steckt, in eine echte architektonische Bildungsoffensive.