Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der Erziehungs-, Sprach- und Wirtschaftswissenschaften, Universität Kassel

Preisträger

1.Preis Atelier 30 I Architekten, Kassel

€ 33.000

Thomas Fischer, Ole Creutzig
Mitarbeit: Laura Bachsleitner, Andre Bartoszewski, Mark Zinnecker, Jens Urhahn

2. Preis Henn Architekten, München

€ 22.000

Prof. Dr. Gunter Henn
Mitarbeit: Joachim Bath, Kathrin Mager, Fredrik Werner
Landschaftsarchitekten: Topotek 1, Berlin
Haustechnik, Bauphysik
Energietechnik: Hausladen GmbH, Kirchheim

3. Preis Bär, Stadelmann, Stöckler Architekten, Nürnberg

€ 15.000

Mitarbeit: Marc Ebersberger

4. Preis Staab-Architekten, Berlin

€ 10.000

Volker Staab
Mitarbeit: Johan Kramer, Daniel Verhülsdonk, Jan Musikowski, Petra Wäldle
Technische Gebäudeausrüstung: Winter-Ingenieure, Düsseldorf

Ankauf: ArGe-Architekten

€ 6.500

mit Broghammer, Jana, Wohlleber und Harter + Kanzler, Waldkirch
Mitarbeit: Thorsten Sorg, Karin Zisterer, Thomas Mügge

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Die Wettbewerbsausschreibung erfolgte im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens nach VOF als einstufiger und einphasiger Realisierungswettbewerb mit beschränkter Teilnehmerzahl
Preisgerichtssitzung 12.03.2004
Ort Kassel
Auslober Land Hessen
Betreuung ANP - Architektur und Nutzungsplanung, Kassel
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Prof. Kees Christiaanse, Harald Clausen, Verena Trojan, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Bernd Streitberger, Klaus Wagner

Kassel hat gewonnen
Neubau der Erziehungs-, Sprach- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel

"Kassel gewinnt" lautet das derzeitige Motto der hessischen Kandidaten für die Kulturhauptstadt Europas 2010. Um auch vom Bund zum deutschen Kandidaten ausgewählt zu werden, arbeiten in der "documenta"-Stadt Politik, Wirtschaft und Kultur eng zusammen. Und dabei spielt die Architektur unter dem Motto "Neue Kasseler Baukultur" eine wichtige Rolle. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Realisierungswettbewerb für den Neubau der Erziehungs-, Sprach- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel. Das Gebäude wird den südlichen Abschluss des Universitätsquartiers am Holländischen Platz bilden. Wie fast alle anderen Bauten der Universität, soll auch der Neubau mit dem von großen Gegensätzen geprägten angrenzenden Viertel korrespondieren, und er soll die Lage der Universität in der Innenstadt markieren.

Umgesetzt haben dies die Kasseler "Atelier 30"-Architekten, die - genau wie die Zweitplatzierten Henn Architekten aus München - zwei räumlich getrennte Baukörper auf der vergleichsweise L-förmigen Fläche vorsehen. Das bereits vorhandene Technikgebäude, ein Ziegelbau, wird von den beiden Gebäuden aus gleichen Materialien (Muschelkalk für die Fassade) umfasst. Das Preisgericht lobte die dadurch entstehende quasi polygonale Form, zumal sich so - unter Einbeziehung des Flusses Ahna - "beste räumliche und gestalterische Bezüge" ergeben. Insgesamt mutet den Gebäuden ein fast skulpturaler Ausdruck an. Ebenfalls zufrieden waren die Preisrichter mit der Wirtschaftlichkeit, der Realisierbarkeit in zwei Bauabschnitten, den funktionsgerechten Grundrissen und der Gliederung von Nutz- und Aufenthaltsflächen. Vor allem letztere sind in ihrer Orientierung zur Innenstadt und zum Campus hin ausgesprochen gelungen. Ein Manko waren fehlende Maßnahmen zur Energiekonzeption (Schall- und Wärmeschutz), doch insgesamt eignet dem Entwurf genau jene Qualität an, die sich die Kasseler erhofft haben: ein neues baulicher Merkzeichen der Universität zu werden, das sich mit den bestehenden historischen Bauten zu einem außergewöhnlichen Ensemble fügt. Im Hinblick auf das selbst gewählte Motto der Stadt könnte man auch sagen: Kassel hat gewonnen.