Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Freizeitbad in Naumburg (Hessen)

Preisträger

1. Preis: Architektenbüro 4a, Matthias Burkart, Stuttgart

mit Die Akademie-Landschaftsarchitektur, Prof. Jörg Stötzer und Gisela Marta Fleig, Waldkirch
Mitarbeit: Dieter Deichsel, Lars Goose
Bädertechnik: IB Kannewischer, Baden-Baden

2. Preis: Bieling & Bieling Architekten BDA, Kassel

Prof. Thomas Bieling
mit Mann Landschaftsarchitekten, Tobias Mann, Kassel
Mitarbeit: Tore Pape, Stefan Funk, Berndt Jäger, M. Kimmel
Fachberater: Dr. Birgit Lenzen, dezentral Energiekonzepte GbR mit Holger Röntgen, Berlin

3. Preis: AH - Arnke und Hänsch Architekten BDA, Berlin

Prof. Peter L. Arnke, Univ.-Prof. Brigitte Hänsch
mit Hans Jörg Wöhrle Landschaftsarchitekt, Berlin
Mitarbeit: D. Kluth, Klaus Liebscher, Nick Sauer
Fachberater: Harald Kannewischer, TGA + Bädertechnik

4. Preis: Hansjohann Schwieger Architekt BDA, Göttingen

mit büro für landschaftsplanung birkigt - quentin, Adelebsen
Günther Quentin
Mitarbeit: Martin Neitzel, B. Rittmeier, M. Rösel, D. Müller, J. Müller, U. Rother
Fachberater: HSK, D.I. Langer, Göttingen

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, beschränkter Einladungswettbewerb in Form eines Vereinfachten Verfahrens
Preisgerichtssitzung 14.05.2004
Ort Naumburg (Hessen)
Auslober Stadt Naumburg (Hessen)
Betreuung Kreisausschuss des Landkreises Kassel, Amt für Planung und Denkmalpflege, Kassel
Preisrichter Prof. Rolf Schuster (Vorsitz), Hans Dieter Hecker, Prof. Jürgen Heinrich von Reuß, Jürgen Matzath, Erhard Zammert

Erfolgreich baden gehen
Naumburg bekommt ein modernes Freizeit- und Erholungsbad

Das hessische Naumburg hat sich im Laufe seiner Geschichte von einem Erholungs- und Luftkurort zu einem staatlich anerkannten Kneippkurort gemausert. Man achtet hier sehr auf eine buchstäblich gesunde Mischung von Um- und Arbeitswelt. Auch beim Wettbewerb um die Neugestaltung des äußerst sanierungsbedürftigen Freibades sollte die Balance von optimiertem Freizeit- und Erholungsbad einerseits und landschaftlicher Integration andererseits gewahrt sein.

Den ersten Platz belegte das Stuttgarter Architektenbüro 4a, das eine lange Erfahrung in der Gestaltung von Freizeit-, Thermal- und Wellnessbädern vorzuweisen hat. Zweiter im Einladungswettbewerb wurden die Bieling & Bieling Architekten, Kassel, Dritter die Berliner Arnke und Hänsch Architekten.

Bei der landschaftlichen Gestaltung des Geländes hält sich der Siegerentwurf zwar sehr zurück, greift nur wenig in die Topographie ein und kommt mit einem geringen Versiegelungsgrad aus. Die geringen baulichen Eingriffe, die Ökonomie der Grundrissgliederung und kompakt konzipierte Versorgungsbereiche machen zudem die Wirtschaftlichkeit des Entwurfs aus. Das Freizeitbad liegt nur rund 400 Meter vom historischen Altstadtkern, öffnet sich nach Nordosten in die freie Landschaft und grenzt im Süden bzw. Südwesten an den zu integrierenden Spiel- und Campingplatz. Der Eingangsbereich zur Stadt erhält durch die Liegeterrassen eine zeichenhafte Wirkung. Die Vermittlung zum Campingplatz hin ist ebenfalls gelungen. Und für den Innenbereich sind Ruhe- bzw. Störzonen richtig gewählt.

Nachbesserung mahnten die Preisrichter allerdings bei der Beckenlandschaft an, die sie sich differenzierter gewünscht hätten - und um die ein oder andere wassertechnische Attraktion reicher. Salopp gesagt: Ein bisschen mehr Kneipe tut einer Kneipp-Stadt auch keinen Abbruch, und zu mehr Freizeitatmosphäre hätte auch eine Integration der östlichen Hangkante geführt, wobei auch die bessere Berücksichtigung einer Sauna im Entwurf wünschenswert gewesen wäre. Des Lobes voll dagegen waren das Preisgericht über die Gesamtgestaltung aller architektonischen Elemente - von der Fassade bis zur Zaungestaltung. Die 6.000 Naumburger erwartet also demnächst ein schmuckes Bad, und wenn der Sommer mitspielt, dürfte die hohe Besucherzahl aus dem Jahrhundertsommer 2003 leicht zu erreichen sein.