Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Bürgerhaus Ebsdorfergrund-Dreihausen

Preisträger

1. Preis Löweneck + Schöfer Architekten GbR, München

€ 16.000

Andreas Löweneck, Norbert Schöfer

2. Preis Christof Schwer, Freiburg

€ 10.000

Statik: Ing.-Büro Mohnke, Denzlingen
Haustechnik: Hölken/Berghoff, Vörstetten
Energieberatung: Delzer Kybernetik GmbH, Lörrach
Layout: Armin Kopf

3. Preis Architekten Krych Tombrock, Münster

€ 6.000

Thomas Krych, Klaus Tombrock
Mitarbeit: Katrin Wilde

Ankauf Pahl + Weber-Pahl Architekten BDA, Darmstadt

€ 3.000

Prof. Burkhard Pahl, Monika Weber-Pahl
Mitarbeit: S. Hambach, T. v. Mackensen, C. Vogel,
R. Kaufmann, Landschaftsarchitekt, Wetzlar
Beratung Holzbau: Wagner-Zeitter, Wiesbaden

Ankauf Gerd Kaut Architekt BDA, Marburg

€ 3.000

Mitarbeit: Petra Happel, Christina Schüßler, Christina Loh, Jutta Dersch,
I.Schulz, Landschaftsarchitekt, Kassel

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 25.06.2004
Ort Ebsdorfergrund-Dreihausen
Auslober Gemeinde Ebsdorfergrund
Betreuung Planungsbüro Kind und Rausch, Fulda
Preisrichter Prof. Thomas Bieling (Vorsitz) Angela Bezzenberger, Prof. Wolfgang Schulze, Petra Hahn, Jochen Dietrich, Heinz Naumann, Andreas Schulz

Kommunikationszentrum
Das Bürgerhaus Ebsdorfergrund-Dreihausen

80 Jahre hat die heutige Sport- und frühere Werkshalle in Dreihausen, einem der elf Ortsteile der Gemeinde Ebsdorfergrund, mittlerweile auf dem Buckel. Jetzt, da die Gemeinde durch die attraktive Nähe zu den Universitätsstädten Marburg und Gießen auf rund 9.000 Einwohner gewachsen ist, hat sie ausgedient. Ein neues Bürgerhaus tritt an ihre Stelle. Ein kommunikatives, multifunktionales Zentrum soll entstehen, gleichermaßen für kulturelle wie gesellschaftliche Anlässe, Generationen übergreifend und bürgerfreundlich. Das waren die Zielvorgaben beim Wettbewerb für die Bauwerks- und Freianlagenplanung.

Weitestgehend erfüllt hat sie der Wettbewerbsbeitrag des Münchener Büros Löweneck und Schöfer, das vom Preisgericht einstimmig vor dem Freiburger Architekten Christof Schwer und dem Münsteraner Büro Krych und Tombrock auf Platz eins gewählt wurde. Das Modell sieht ein eingeschossiges Ensemble vor, mit unterschiedlichen, farblich differenzierten Baukörpern, die sehr klar, übersichtlich und optimal nach Funktionen unterschieden sind. Dominante Formen wurden vermieden, architektonisch erscheint das Ganze eher kleinteilig, zurückhaltend und fast schon bescheiden. Das Energiekonzept setzt auf die Nutzung von Solarenergie, Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, die Tragkonstruktionen sind aus Holz und Holzwerkstoffen konzipiert.

Auch die Gestaltung der Freiflächen kann sich sehen lassen: Vor dem Bürgerhaus bleibt genug Raum für einen Festplatz mit Außenbühne, es gibt einen Bolzplatz mit Umkleidemöglichkeiten, bei dem Sitzstufen in die Topographie quasi als Miniaturtribüne integriert sind, und im südlichen Bereich ist eine Terrasse mit Caféteria vorgesehen. Besonderes Lob der Preisrichter fanden die Säle, die das Hauptgebäude mit seinem flach geneigten Satteldach akzentuieren.

Alles in allem bietet das Bürgerhaus den Dreihausenern aller Altersstufen viele Voraussetzungen für nachhaltige Begegnungen – und da es in Ebsdorfergrund-Dreihausen bislang keines gab, ist das im Zeitalter der schleichenden Verödung der Altstadtbereiche, mit der sich so mache Gemeinde konfrontiert sieht, ein kaum zu überschätzender Faktor.