Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Westarkade der KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau), Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: sauerbruch hutton generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin

€ 35.000

Matthias Sauerbruch
Mitarbeit: Tom Geister, Ilya Leda, Aline Dubach, Christian Kirchner
Landschaftsplanung: St Raum A, Berlin
Haustechnik und Statik: Arup GmbH, Berlin
Brandschutz: Hoss/Hass HHP, Berlin

2. Preis RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, Düsseldorf

€ 28.000

Johannes Ringel
Mitarbeit: Wojtek Grabianowski, Jochen Schulz, Daniel Kas, Anne van Loh, Tom Fiebiger
Tragwerksplanung: Mayer-Vorfelder + Dinkelacker
Ing.-Ges.mbH & Co. KG, Sindelfingen
Energiekonzepte TAG: Transsolar, Stuttgart
Fassadenplanung: Erich Mosbacher, Friedrichshafen
Freianlagenplanung: Ziegler Grünkonzepte, Düsseldorf
Brandschutz: Herr Stolbrink Ing.-Ges. mbH, Kleve
Fördertechnik TGA: Hundt & Partner Ing. Ges. mbH, Berlin

3. Preis Auer + Weber + Architekten, Stuttgart

€ 21.000

Fritz Auer
Mitarbeit: Isabelle Groll, Rainer Oertelt, Jan Berendes, Michael Franke, Ching-Hsuen Lin, Holger Mertins, Henrike Schlinke
Energie: Ing.-Ges. Zibell - Willner, München
Statik: Pfefferkorn & Partner, Stuttgart
Landschaft: Prof. Jörg Stötzer, Waldkirch
Brandschutz: HHP-Nordost, Braunschweig

4. Preis struhkarchitekten Planungsgesellschaft mbH, Braunschweig

€ 17.000

Prof. Hans Struhk, Gabriele Gropp-Stauth
Mitarbeit: Christina Schulz, Angelika Schneider, Kai Swillus
Institut für Gebäude- und Solartechnik,
TU Braunschweig, Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch

5. Preis Böge Lindner Architekten, Hamburg

€ 11.000

Jürgen Böge, Ingeborg Lindner-Böge
Mitarbeit: Frank Bischof, Detlev Kozian, Rebeca Taracido
Statik: WTM Windels Timm Morgen, Hamburg
Gebäudetechnik: ZWP Zibell Willner & Partner, Berlin
Fassadenberatung: Ing.-Büro Lange, Hamburg

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Die Wettbewerbsausschreibung erfolgte im Rahmen eines Verhandlungsverfahren nach VOF als einstufiger und einphasiger Realisierungswettbewerb mit 20 Architekten/-Arbeitsgemeinschaften
Preisgerichtssitzung 06.07.2004
Ort Frankfurt/Main
Auslober KfW Bankengruppe, Frankfurt/Main
Betreuung ANP - Architektur und Nutzungsplanung, Kassel
Preisrichter Prof. Hilde Léon (Vorsitz) Dieter von Lüpke, Georg Hagen, Alexander Theiss, Detlef Leinberger, Klaus Helms, Hans W. Reich

Sonderformen ja, Sonderfarben nein
Entscheidung über die Gestaltung der Westarkade der KfW vertagt

Der Hauptsitz der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in der Bockenheimer Landstraße in Frankfurt am Main besteht aus unterschiedlichsten Gebäudetypen, in denen sich die Geschichte der KfW spiegelt. Eine neue Phase wird nun mit dem Bau der Westarkade eingeläutet. Anvisiert war ein maximal 14-geschossiger Gebäudekomplex mit Raum für etwa 550 Arbeitsplätze, der zugleich den Abschluss des Hauptsitzes bedeutet.

Der Solitär, der nun auf dem Abbruchgelände der Universitätsbibliothek entstehen könnte, würde dies architektonisch unterstreichen: Der Entwurf der Berliner Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH war der einzige unter den 19 Arbeiten, der mit einer geschwungenen Sonderform aufwartete. Die findet sich zwar vor Ort so nicht, aber, so das Urteil des Preisgerichts, sie begründe sich aus Lage und Umfeld städtebaulich – und bereichere das Ensemble. Auf Platz zwei und drei folgte das Düsseldorfer Büro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky mit einem rechtwinkligen Hochhaus näher am Palmengarten gelegen und Auer + Weber + Architekten aus Stuttgart, die auf ein „nur“ zehnstöckiges Hochhaus setzten.

Vollends überzeugen konnte jedoch keine der prämierten Arbeiten. Eine direkte Umsetzung schien den Preisrichtern – auch beim Siegerentwurf – nicht möglich. So erhielten etwa Lage und äußere Kontur des Hochhauses mit Glasfassade und die leicht geschwungener Sockelbebauung beim Siegerentwurf zwar Lob: Der Haupteingang ist geschickt in die Fassade einbezogen, und die Sichtbeziehungen zu den bestehenden Gebäuden werden kaum beeinträchtigt. Auch die Tatsache, dass der Palmengarten optische ergänzt wird und „in die Mitte des Quartiers hineinfließen kann“, ist ein klarer Pluspunkt. Umstritten war aber im Preisgericht vor allem das Farbkonzept, das als wenig integrierend empfunden wurde. Auch die seitens der KfW gewünschte innere strukturelle Flexibilität ist durch die Lage der Kerne und der Festpunkte nicht gegeben.

Beim zweitplatzierten Modell überzeugte der selbstbewusste Entwurf mit einer attraktiven räumlichen Situation zwischen den KfW-Gebäuden, nicht aber der abrupte Übergang zum Palmengarten. Und beim drittplatzierten war der Schwachpunkt schlicht das unterschrittene Raumprogramm. Die Empfehlung des Preisgerichts lautete deshalb, das GRW-Verfahren abzuschließen und in ein kooperatives überzuleiten, bei dem die drei ersten Preisträger direkt in eine Überarbeitung mit dem Bauherrn bzw. der Stadt Frankfurt einbezogen werden.