Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Hessische Staatsweingüter Kellereigebäude am Steinberg, Eltville

Preisträger

1. Preis: Reinhard Moster Architekt, Schwetzingen

€ 31.000

2. Preis: h.e.i.z.Haus Architektur + Stadtplanung, Partnerschaft, Dresden

€ 19.200

Prof. Dorothea Becker, Thomas Strauch-Stoll; Mitarbeit: Thomas Schindler, Ferdinand Eichler, Susanne Hofmann; Statik: Ingenieurbüro für Bauwesen, Sven Georgi, Dresden; Haustechnik/Lüftung: IB; Weidemann VBI, Steffen Klemm, Dresden

3. Preis: Georg Scheel Wetzel Architekten, Berlin

€ 11.500

Bettina Georg, Tobias Scheel, Simon Wetzel; Mitarbeit: Götz von Stuckrad, Benjamin Bühs
Landschaftsarchitekt: Dr. Bernhard Korte, Grevenbroich; Tragwerksplaner: ifb, Frohloff, Staffa, Kühl, Ecker, Berlin

 

Ankauf: bgf+ Architekten, Wiesbaden

€ 5.100

Bickert, Bordt, Götz, Federle; Mitarbeit: Lucas Köhler

 

 

Ankauf : Franken Architekten, Frankfurt/Main

€ 5.100

Bernhard Franken, Frank Brammer; Mitarbeit: Cathrin Loose, Oliver Tessmann, Björn Asmussen, Christian Schmitt; Fachberater: Office for Structural Design, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Losverfahren
Preisgerichtssitzung 19.07.2004
Ort Eltville
Auslober Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach
Betreuung Henschel und Partner GmbH, Wiesbaden
Preisrichter Prof. Dr. Ing. Wilhelm Kücker (Vorsitz), Bernhard Müller, Prof. Zvonko Turkali, Prof. Anett-Maud Joppien, Ferdinand Heide, Roland Koch, Ferdinand Graf zu Castell-Castell, Wilhelm Weil, Dieter Greiner

Kellerei-Meisterei
Wettbewerb der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach entschieden

Kloster Eberbach, 1136 gegründet, zählt zu den ältesten Weingütern – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Und es gehört zu den attraktivsten Ausflugszielen des Rheingaus. Da versteht es sich von selbst, dass bei der Planung einer neuen Kellerei höchste Sensibilität gefragt war.Die glaubte der Rheingau-Taunus-Kreis allerdings nicht gegeben, befürchtete eine Zersiedlung und eine Verunstaltung des Landschaftsbildes und lehnte die Bauvoranfrage für die neue Kellerei am Steinberg ab. Nach dem Widerspruch der Hessischen Staatsweingüter GmbH ging die Sache vors Regierungspräsidium Darmstadt. Von dort gab es schließlich Grünes Licht – allerdings unter strengsten Auflagen.Um die muss sich die Staatsweingüter GmbH allerdings keine Sorgen machen. Denn den Architektenwettbewerb um das geplante Gebäude hat ein Entwurf gewonnen, der alle Vorgaben zu erfüllen imstande ist. Reinhard Moster aus Schwetzingen hat ihn eingereicht und wurde mittlerweile auch vom Aufsichtsrat – darunter Hessens Ministerpräsident Roland Koch als Förderer des Prestigeprojekts – mit der Umsetzung beauftragt. Auf den zweiten Platz kam das Dresdner Büro "h.e.i.z. Haus Architektur + Stadtplanung", Platz drei belegte Georg Scheel Wetzel Architekten aus Berlin.

Der Siegerentwurf sieht eine komplett unterirdische Kellerei vor, ersetzt die zum Abriss vorgesehenen Zweckgebäude aus den 50er und 60er Jahren, ohne in das Landschaftsbild einzugreifen. Letzteres war das K.O.-Kriterium für viele andere Entwürfe, die auf große Gesten setzten.Vorgesehen sind Besucherterrassen sowie ein neues, schlicht gehaltenes, luftiges Gebäude, das die historischen Bauten wie die ehemalige Rebenveredlungsanstalt, das Verwalterhaus und die alte Schmiede ergänzt, aber nicht in architektonische Konkurrenz zu ihnen tritt. Die Glasfront des Besucherzentrums mit anschließender Vinothek geht Richtung Rheintal und Weinberge. Da monierte das Preisgericht allerdings eine gewisse Beliebigkeit der Oberlichter aus farbigem Glas, und auch die Anordnung einiger Arbeitsbereiche fand keine Zustimmung. Doch schöne Aussichten verspricht vor allem die „Weinpiazza“ als Mittelpunkt des Ensembles, durch die die historischen Bauten stärker zur Wirkung kommen. Und schließlich überzeugte als Einfall noch eine Lichtfuge: ein verglaster Lichtschacht über dem unterirdischen Lagerkeller. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, dann kann man sich schon bei der Lese 2006 von der architektonischen Keller(ei)-Meisterei überzeugen.