Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau der Geowissenschaften und der Werkstattzentrale auf dem Campus Riedberg, Frankfurt

Preisträger

2. Preis : ArGe Architekten Broghammer-Jana-Wohlleber und Harter+Kanzler, Waldkirch

€ 38.000

Dieter Broghammer, Hanns Jana, Werner Wohlleber, Ludwig Harter, Ingolf Kanzler
Mitarbeit: Markus Maurer, Frank Heinz, Peter Heinle
mit Fachingenieur (TGA):
Rentschler & Riedesser, Filderstadt
Prof. Siegmund Wuchner
Fachberater: Hoffmann und Brett, Beratende Bauingenieure, Freiburg

2. Preis: Atelier d´architecture Chaix & Morel et associés, Paris

€ 38.000

Philippe Chaix, Jean-Paul Morel, Walter Grasmug
Mitarbeit: Tomaso Mani, Gina Ossoinig, Katharina Winkler
mit Fachingenieur (TGA):
INEX B.E.T. SAS, Paris
Miroslav Jorgacevic
Mitarbeit: Frederic Fournier, Sebastien Baille
Fachberater:
Lehmtonerde, Martin Rauch, Schlins/A.; Keramiker
Wolfgang Strobl, Leonhardt Andra & Partner, Berlin; Tragwerksplanung
Eddie Young, Clamart; Infografie
TRIBU-Energie, Paris; Ingenieure für Umwelt- und Energietechnik
Kühn, Bauer & Partner, Hallbergmoos; Ingenieure für TGA

3. Preis: KSP Engel und Zimmermann, Frankfurt/Main

€ 21.000

Jürgen Engel
Mitarbeit: Sebastian Seibold, Gregor Gutscher, Anna Stoyanova, Boris Kroh, Özgür Ilter, Eduard Schukmann, Patrick Schnell, Mika Liami, Kai Beckmann
mit Fachingenieur (TGA):
Planungsruppe M+M AG, Böblingen
Gerhard Silber, Dr. Wolf-Heinrich Wendt
Fachberater:
Krebs und Kiefer, Darmstadt

4. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten, Nürnberg

€ 14.000

Friedrich Bär, Bernd Stadelmann, Rainer Stöcker
Mitarbeit: Florian Steinbeck, Tanja Grötzinger, Marc Ebersberger, Christoph Schmidt, Christian Geldner
mit Fachingenieur (TGA):
Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim
Prof. Dr. Gerhard Hausladen

Ankauf: Anin ? Jeromin ? Fitilidis & Partner, Düsseldorf

€ 9.000

Ante Anin, Stefan Jeromin, Peter Maerten
Mitarbeit: Christoph Rohkämper, Antje Fielenbach, Marc May
mit Fachingenieur (TGA):
Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, Essen
Franz Josef Josfeld, Hans Viesner, Thomas Tech
Mitarbeit: Markus Schmitz, Norbert Kremer, Christian Karlisch
Fachberater:
Dr. Naumann & Partner GmbH, Köln; Tragwerk
FSW Landschaftsarchitekten, Düsseldorf; Außenanlagen
PhönixConsult GmbH, Meerbusch; Brandschutz
Eurolabors, Kassel; Labortechnik
Transsolar, Stuttgart; Erneuerbare Energien

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Interdisziplinäre Wettbewerbe
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb als interdisziplinärer Architekten- und Ingenieurwettbewerb
Preisgerichtssitzung 21.10.2004
Ort Frankfurt/Main
Auslober Land Hessen
Betreuung [phase eins], achatzi hossbach & lehmhaus, Berlin
Preisrichter Prof. Rainer Mertes (Vorsitz), Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch, Marion Hammer-Fromman, Dieter von Lüpke, Prof. Matthias Sauerbruch, Prof. Dr. Gerhard Brey, Prof. Dr. Ulrich Schmidt, Günter Schmitteckert, Prof. Dr. Rudolf Steinberg

Nimm zwei
Wettbewerb für die Geowissenschaften der Universität Frankfurt entschieden

Die Neuordnung der Universität Frankfurt, die Schaffung eines Campusgeländes, auf dem bislang verstreute Institute vereint werden, gehört derzeit zu den ambitionierten städtebaulichen Vorhaben Frankfurts. Bereits mehrere Architektenwettbewerbe wurden dazu ausgeschrieben – unter anderem für den Fachbereich Physik. Das war im Jahr 2001, und den Realisierungswettbewerb gewannen damals Broghammer, Jana, Wohlleber und Harter + Kanzler aus Waldkirch. Und diese waren jetzt – gemeinsam mit dem Filderstädter Ingenieurbüro Rentschler & Riedesser erneut erfolgreich, diesmal beim Wettbewerb um den Neubau eines Institutsgebäudes der Geowissenschaften und einer Werkstattzentrale.

Allerdings: Bei dem interdisziplinären Architekten- und Ingenieurwettbewerb gab es keinen ersten Preis, sondern zwei zweite Plätze und einen dritten Platz, der an das Frankfurter Büro KSP Engel und Zimmermann ging. Den 4. Preis erhielten Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten aus Nürnberg. Der Auslober wird auch mit dem anderen Zweitplatzierten, dem Pariser Atelier d'architecture Chaix & Morel et associés (in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro INEX B.E.T. SAS, Paris), Verhandlungen über eine weitere Bearbeitung des Projekts aufnehmen. Das wird zügig vonstatten gehen, ist doch der Zeitplan eng gesteckt. Der bisherige Hauptsitz der Geowissenschaften ist schon an die Kreditanstalt für Wiederaufbau verkauft. Geräumt werden muss bis Ende 2006. Immerhin: Die Chancen für einen reibungslosen Verlauf stehen nicht schlecht. Beide prämierte Konzepte bieten gute Ausgangsmöglichkeiten.

So der Beitrag der Waldkircher Arbeitsgemeinschaft, der natürlich an die eigenen Vorarbeiten beim Physikgebäude anknüpft. Konzipiert ist ein Bau mit geschlossener Front, in dem sich Hörsaal, Seminarräume und Labors um ein großzügiges, von drei Seiten umschlossenes Atrium gruppieren. Ebenfalls großzügig fällt die Verbindung von Haupteingang und Campus aus. Das Werkstattgebäude schließt überzeugend die Lücke zwischen Geowissenschaften und Physik. Für das Preisgericht war das monolithische Gebäude allerdings Vor- und Nachteil zugleich. Einerseits markiert es eindrucksvoll den Beginn des Campus, anderseits monierte die Jury, dass die Öffnung an der Stirnseite wenig zu einem freundlichen Erscheinungsbild und einer unkomplizierten Zugänglichkeit beitrage. Es bestehe keinerlei Verbindung zwischen Innenhof und Gebäude.

Gelungene Verbindungen kennzeichnen hingegen das Pariser Modell. Das angeschrägt trapezförmige, klar gegliederte Gebäude schafft mit seinen mäanderartigen und gedrehten Innenhöfen attraktive Raumbeziehungen. Besonderes Lob fanden die vorgelagerte Terrasse und die gemeinsame Zufahrt zwischen Physik und Geowissenschaften. Gewagt erschien den Juroren jedoch das mineralische Konzept der Außenfassade. Materialien wie Stampflehm wirkten eher überraschend. Und auch beim oberen Abschluss der Innenhöfe sowie der Raumhöhe einer Ebene muss nachgebessert werden. Blockrandschließung vs. Geometrie – wenn sich die Geophysiker und Geologen, die Mineralogen und Meteorologen unter einem Dach vereinen, wird bei ihnen diese Frage weniger ins Gewicht fallen. Für die Studierenden kommt es auf die innere Logik der Funktionsräume an. Und da punkten beide Entwürfe.