Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Umbau und Erweiterung des Jugendheims der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta in Petersberg-Margretenhaun

Preisträger

2. Preis: Sichau und Walter Architekten GmbH, Fulda

€ 3.500

Peter Sichau, Hartmut Walter
Mitarbeit: Ulrike Gollbach

3. Preis: Partnerschaftsgesellschaft Reich + Kratz Architekten, Fulda

€ 2.000

Thomas Kratz
Mitarbeit: Alexandra Hellmuth, Theresa Gärtner

3. Preis: Schönherr+Juli Architekten, Fulda

€ 2.000

Jürgen Juli, Gabriele Schönherr-Juli
Mitarbeit: Kerstin Heim

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 17.04.2013
Ort Petersberg-Margretenhaun
Auslober Katholische Kirchengemeinde St. Margareta, Petersberg
Betreuung Bischöfliches Generalvikariat Fulda
Preisrichter Prof. Thomas Bieling (Vorsitz), Dr. Burghard Preusler, Hans Georg Ohlmeier, Andreas Matthäi, Bernhard Schindler

Umbau und Erweiterung des Jugendheims in Petersberg-Margretenhaun

Nichtoffener Realisierungswettbewerb

Kirche, Jugendheim und Pfarrhaus der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta bilden ein kleines Ensemble im Kern des mehr als 900 Jahre alten Ortes Petersberg-Margretenhaun. Die spätgotische Wehrkirche und das Fachwerk-Gebäude des Pfarrhauses unterliegen dem Denkmalschutz. Wann das als Jugendheim genutzte Pfarrheim ursprünglich errichtet wurde, ist nicht bekannt, der letzte Umbau erfolgte 1989. Während die Kirche selbst auf einem kleinen, durch historische Stützmauern abgetrennten Plateau steht, stehen die beiden anderen Gebäude etwa auf einer Ebene.

Das Jugendheim verfügt derzeit über einen kleinen, etwa 50 Quadratmeter großen Saal, einen Bibliotheksraum sowie Küche und Toiletten. Der von der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta ausgelobte und vom Bischöflichen Generalvikariat Fulda betreute nichtoffene Realisierungswettbewerb sah unter anderem die Erweiterung des Bibliotheksraums, einen neuen, etwa 100 Quadratmeter großen Saal sowie zusätzliche Flächen für Foyer und Nebenräume vor. Besondere Bedeutung maß die Ausloberin der Vernetzung mit den umliegenden kirchlichen Gebäuden bei und der Gewährleistung einer flexiblen, unabhängigen Nutzung. Unter den vier eingereichten Arbeiten vergab das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Thomas Bieling einen zweiten Preis sowie zwei dritte Preise.

Der zweite Preis ging an das Fuldaer Architekturbüro Sichau und Walter. Diese richten die Schmalseite des Jugendheims zur Straße hin aus und bewahren so weitestgehend den Durchblick zum Kirchengelände. Das Untergeschoss des bestehenden Gebäudes soll weiterhin genutzt werden. Die Preisrichter attestierten dem Entwurf eine „gute Fassung des Außenraums zwischen Pfarrhaus und Pfarrheim“ und beurteilten die Baukörperökonomie als „konsequent durchdacht“ und den nur punktuellen Durchbruch der Stützmauer als positiv. Die Gebäudehöhe bezeichneten sie als „vertretbar“, da die Anhebung des Obergeschosses nur einen vergleichsweise geringen Eingriff ins Gelände notwendig mache. Für das Eingangselement ins Obergeschoss wünschte sich das Preisgericht eine Überarbeitung.

Einen dritten Preis erhielten Schönherr-Juli Architekten aus Petersberg, die einen weitestgehenden Neubau auch im Erdgeschoss vorschlagen und den Baukörper von der Wehrmauer abrücken. Die hierarchische Ordnung der drei Gebäude Kirche, Pfarrhaus und Jugendheim bleibe gewahrt, so die Preisrichter. Für die Bibliothek schlagen die Verfasser einen Hof Richtung Wehrmauer vor, für den jedoch das Gelände abgegraben und die Wehrmauer freigelegt werden müssten. Diesen Eingriff ins Gelände sowie die Anordnung einer Rampenanlage vor der Wehrmauer bewerten die Preisrichter kritisch.

Einen anderen Ansatz wählte das ebenfalls mit dem dritten Preis prämierte Fuldaer Büro Reich und Kratz Architekten. Diese beziehen die historische Mauer ins Gebäude mit ein. Die Preisrichter erkannten darin „atmosphärisches Potential“ für den Innenraum, auch wenn die vorgeschlagene Umsetzung und der umfangreiche Eingriff ins Gelände sie noch nicht überzeugte. Das Preisgericht attestierte dem Entwurf Funktionalität, hinterfragte jedoch den konstruktiven Aufwand des als Foyer vorgesehenen Glasanbaus.

Das Preisgericht empfahl einstimmig das Büro Sichau und Walter mit der weiteren Bearbeitung zu betrauen und auf den Entwurf entsprechend der Empfehlungen zu überarbeiten.

Katja Klenz