Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Umbau und Sanierung der Schalterhalle der Frankfurter Sparkasse, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: Turkali Architekten, Frankfurt/Main

Prof. Zvonko Turkali mit Friedrich Kellermann Bauunternehmung GmbH & Co.KG, Hanau
Mitarbeit: Ulrike Schneider, Florian Theis, Marcus Schmitt
Akustiker: Büro Heinrichs, Büttelborn
Fachberater: Ing. Büro Röhrig, Frankfurt
Luna, Karlsruhe

2. Preis: Bredt und Partner GbR, Darmstadt

Alexander Bredt mit Bietergemeinschaft Gebrüder Bommhardt / Ed. Züblin AG, Frankfurt/Main
Mitarbeit: Andreas Kuner, Mubina Hadziefendic, Jens Ewich
Akustiker: Rolf Meyer, IFB Ingenieurbüro für Beschallungstechnik, Bischofsheim
Fachberater: ITG GmbH, Lorsch
Steinigeweg Beratende Ingenieure, Darmstadt
Kleinhofen + Schulenberg, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, beschränkter, kombinierter Realisierungswettbewerb zwischen Architekten und Generalunternehmern in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 24.05.2004
Ort Frankfurt/Main
Auslober Frankfurter Sparkasse
Betreuung Mahler + Strunk Consult GmbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Rolf Hoechstetter (Vorsitz) Prof. Johann Eisele, Prof. Anett-Maud Joppien, Prof. Matthias Lengfeld, Andreas Goßmann, Roland Hemmerich, Jürgen Stüve

Schaltstelle Schalterhalle
Umbau und Modernisierung des Eingangsbereichs der Frankfurter Sparkasse

Eingangshallen von Wolkenkratzern sind nicht weniger die architektonischen Visitenkarten eines Gebäudes, als sie die Türme selbst darstellen. Gerade bei Banken sind die Schalterhallen der Zentralen echte Schaltstellen und atmen den wahren Geschäftsgeist.

Bei der Frankfurter Sparkasse 1822 ist man sich dessen bewusst. Die Schalterhalle im Hauptsitz - durch die 600 Plätze für Publikum, die sie für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen bietet, eine Besonderheit - wurde seit den 50er Jahren mehrfach modifiziert, kann aber heute den Anforderungen eines offenen, transparenten Kundenzentrums nicht mehr genügen. Bei dem dafür ausgelobten Realisierungswettbewerb ging der erste Preis einstimmig an das Frankfurter Büro Turkali Architekten gefolgt von Bredt und Partner GbR, Darmstadt. Während Bredt und Partner einer städtebaulichen Idee folgten, bei der sich die neue Eingangssituation zum zentralen öffentlichen Hofbereich und Platz der Frankfurter Sparkasse orientiert, setzte der Siegerentwurf auf die Idee eines "Marktplatzes", von der sich alle weiteren Raumentscheidungen ableiten. Schon vom Eingang aus, der in seiner bestehenden Funktion erhalten bleibt, ist der Blick auf die Wallanlagen unverstellt. Die Arbeitsplätze sind entlang dieser Blickachse großflächig angeordnet. Hier muss allerdings noch ein wenig nachverdichtet werden, was aber mit der klaren Zonierung machbar ist. Die Dachsanierung wird geschickt kombiniert mit den Maßnahmen für Tageslicht und Kunstlichtöffnungen. Und ein weiterer Pluspunkt: Bei den regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen, die die Frankfurter Sparkasse veranstaltet, verleihen ein blauer Vorhang und rote Stühle kurzerhand die richtige Atmosphäre für solche Events. Auch in diesem Punkt mussten beispielsweise die Preisrichter beim zweiplatzierten Entwurf ein aufwändiges Schiebesystem monieren, das sich nicht selbstverständlich aus dem Raumkonzept entwickelt.

Fazit: Dem Vorschlag gelingt das, was für einen Umbau die wichtigste Voraussetzung ist: Die bestehende Architektur wird aufgegriffen, zeitgemäß weiterentwickelt, Positives wird verstärkt, Negatives beseitigt. Die Preisrichter zeigten sich vom "Mut zu außergewöhnlichen Lösungen" angetan.