Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Rathenauplatz - Goetheplatz - Rossmarkt, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: Büro Kiefer, Berlin

€ 10.000

Gabriele Kiefer
Mitarbeit: Sibylle Lacheta, Caya Loeper, Andreas Westendorf
Lichtplaner: Studio Dinnebier, Berlin

3. PreisP: lanergruppe Hytrek, Thomas, Weyell und Weyell, Flörsheim/Main

€ 5.000

Mitarbeit: Christian Weyell, Lisa Euler, Thomas Weng, Rainer Tropp
Landschaftsplanung: Büro Freiraum Landschaftsarchitekten, Wiesbaden
Verkehrsplanung: Stete Planung, Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Darmstadt
Lichtplaner: Lichtconsult Jürgen Weber, Frankfurt/Main
Tragwerksplanung: Peter Ilgmeier, Langen

3. Preis: Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main

€ 5.000

Mitarbeit: Mischa Bosch, Natascha Grap, Boris Wolf, Silke Höft

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, einphasiger Realisierungswettbewerb mit eingeladenen Teilnehmern
Preisgerichtssitzung 21.06.2004
Ort Frankfurt/Main
Auslober Stadt Frankfurt/Main
Betreuung ANP - Architektur und Nutzungsplanung, Kassel
Preisrichter Werner Kappes, Prof. Barbara Jakubeit (Vorsitz), Dieter von Lüpke, Franz Zimmermann, Jutta Ebeling, Edwin Schwarz, Ursula Paravicini

Raum für Flaneure
Die Neugestaltung von Rathenauplatz, Goetheplatz und Rossmarkt in Frankfurt

Häuserschluchten, die im ewigen Schatten der Wolkenkratzer liegen, Straßenzüge, in denen auch noch der letzte Baum einer Parkbucht zum Opfer gefallen ist - von den Parks einmal abgesehen, kann man Frankfurt nicht wirklich eine Grüne Stadt nennen. Umso mehr kommt es bei der Gestaltung der städtischen Plätze darauf an, die Balance zwischen städtischer Anmutung und andernorts verloren gegangenen Begrünungselementen zu halten. Eine der wichtigsten Platzfolgen der Mainmetropole sind der Rathenau- und Goetheplatz sowie der Rossmarkt. Über 230 Meter erstrecken sie sich zentral in der Altstadt. Bislang prägten dort Blumenrabatte, Hochbeete und Bäume das Bild. Letztere mussten einer dreigeschossigen Tiefgarage unter dem Goetheplatz weichen. Deren Bau sowie diverse Vorgaben für die Geschäfte am östlichen Platzrand ermöglichen zwar einerseits eine umfassende Neugestaltung der Plätze, andererseits blieb wenig Spielraum beim Wettbewerb für eine Freiraumplanung.

Genutzt hat ihn das Berliner Büro Kiefer, welches den Wettbewerb gewann. Die Planergruppe Hytrek, Thomas, Weyell und Weyell aus Flörsheim am Main und der Frankfurter Architekt Professor Christoph Mäckler teilten sich den dritten Platz. Ein zweiter wurde nicht vergeben. Der Siegerentwurf zeichnet sich durch klar formulierte Elemente aus. Bankreihen schaffen Verbindungen und die 1,8 Meter, um die das Gelände ansteigt, werden durch akzentuierende Treppen voll ausgenutzt. Für den Boden, der durch den Bau der Tiefgarage neu angelegt werden muss, ist ein einheitliches Material vorgesehen, dass beruhigend und wie ein Teppich wirkt. Auf dem Rossmarkt wird das Gutenbergdenkmal gelungen in Szene gesetzt. Es dominiert einen durch Treppenstufen und eine Doppelbaumreihe gestalteten Raum.

Nicht ganz so vorteilhaft ist die Integration des Goethedenkmals auf dem mittleren Goetheplatz. Hier gelingt der Versuch nicht, die Skulptur asymmetrisch in eine Baumreihe einzugliedern. Die Preisrichter hatten zudem Bedenken, was die Baumart Gingko anbelangt und mahnten nähere Ausführungen für den neu konzipierten Sprühbrunnen an, der auf dem Rathenauplatz geplant ist und nachts angestrahlt werden soll. Auch die wenigen übrig gebliebenen Platanen sollten erhalten bleiben. Und wenn auch noch Kleinigkeiten wie die Sicherung der Bänke gegen Skateboarder umgesetzt werden, dann haben die Frankfurter Flaneure freie Bahn.