Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Landesgartenschau 2010, Bad Nauheim

Preisträger

1. Preis: K1 Landschaftsarchitektur, Berlin

€ 21.340

Axel Klapka

2. Preis: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin

€ 14.220

Prof. Hans Loidl
Mitarbeit: Leonard Grosch, Lorenz Kehl, Bernd Joosten, Eva Mühlbauer, Margit Mühler, Sebastian Schwing

3. Preis b.a.l.i - Dahlke, Hagel, Vahrenhorst, Berlin

€ 9.700

Denise Dahlke, Mauro Hagel, Holger Vahrenhorst

4. Preis Scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf

€ 6.470

Matthias Funk, Hiltrud Lintel, Rainer Sachse
Mitarbeit: Anke Hunrath, Sabine Kahne, Felix Metzler, Claus Althaus, Simon Treppmann

Ankauf freianlage.de Landschaftsarchitektur, Seddiner See

€ 3.230

Christof Staiger, Ulrich Grünmüller
Mitarbeit: Annika Meyer, Sabine Gebert

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb in Form eines begrenzt offenen Verfahrens mit max. 40 Teilnehmern, davon 7 eingeladene Büros
Preisgerichtssitzung 07.07.2004
Ort Bad Nauheim
Auslober Magistrat der Stadt Bad Nauheim
Betreuung Seebauer, Wefers und Partner GbR, Freie Landschaftsarchitekten, Berlin
Preisrichter Prof. Cornelia Bott (Vorsitz), Volker Götte, Klaus Bierbaum, Detleff Wierzbitzki, Jürgen Patscha, Bernd Rohde, Konrad Dörner, Bernd Witzel, Rainer Schwarz

Landschaftliche Brücken schlagen
Bad Nauheim auf dem Weg zur Landesgartenschau 2010

Über die Griechen hatte man vor den Olympischen Spielen 2004 gespottet, sie würden mit den Vorbereitungen nicht zu Rande kommen. Das hat sich als schnödes Vorurteil entpuppt, aber die Akribie und Voraussicht, mit der hierzulande Großereignisse geplant werden, hätten dem hellenischen Ansehen im Vorfeld sicher nicht geschadet. Als ein imageförderndes Beispiel aus unseren Regionen wäre dagegen die Vorbereitung Bad Nauheims auf die Landesgartenschau 2010 zu nennen.

Schon jetzt bringt der Magistrat viele Projekte auf den Weg, die sich später zu einem großen Ganzen fügen. Eines davon ist die Freianlagenplanung für den Kurpark und den Goldsteinpark, die zusammen mit dem Johannisberg das Kernstück der Landesgartenschau ausmachen. Zwar sollen die beim landschaftsarchitektonischen Wettbewerb eingereichten Vorschläge zur geplanten „Landschaftsbrücke“ beitragen. Konkrete Umsetzungen von Gartenschauthemen waren allerdings nicht gefragt: Vielmehr sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden für die Schau 2010.

Gelungen ist dies dem Berliner Büro K1 Landschaftsarchitektur des Architekten Axel Klapka. Sein Entwurf schlägt in der Tat eine Brücke zwischen Johannisberg und Kurpark, den historischen Jugendstilanlagen und verbindet den Hauptbahnhof bzw. die Stadt mit dem Gebiet „Am Goldstein“. Wichtig ist vor allem, dass Teile der Gartenschauflächen rückbaubar konzipiert sind, doch Elemente wie die Blütenwirbel werden in verkleinerter Form auch weiterhin die Parks prägen. Auch Waldbühne, Aussichtspavillon, Picknickwiese und Waldspielplatz sollen den Bad Nauheimern erhalten bleiben. Der Entwurf wurde einstimmig auf Platz eins gewählt, vor Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, b.a.l.i - Dahlke, Hagel, Vahrenhorst, ebenfalls beides Büros aus der Hauptstadt und Scarpe Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf.

Das Preisgericht lobte beim Sieger besonders das aus städtebaulicher wie denkmalpflegerischer Sicht gelungene Wegesystem. Beifall fand ebenso die Einbeziehung der Salinen und des Staatsbades, wo eine Blumenhalle und ein Café das angrenzende Wohngebiet aufwerten. Das Konzept sieht weiterhin einen Seerosengarten, einen exotischen Farngarten sowie Wasserkaskaden vor, die die Hanglage nutzen, um auf den Kurhausterrassen Akzente zu setzen. Die historischen Anlagen werden gleichsam zu Kulissen, vor denen moderne Variationen klassischer Gartenkunst inszeniert werden.

Für Bad Nauheim heißt das nächste Etappenziel die Teilnahme der Kurstadt am Wettbewerb „Entente Florale – Unsere Stadt blüht auf“ im Jahr 2005. Mit dem jetzigen Entscheid dürfte sie gerüstet sein – und in die Fußstapfen der hessischen Gartenschaustädte Fulda, Hanau und Bad Wildungen treten.