Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis Scheffler + Partner, Frankfurt/Main

€ 17.500

Prof. Ernst U. Scheffler, Brigitte Scheffler
Mitarbeit: Benjamin Schümer, Vera Schermuly,
Peter Söhngen, Norbert Schoor, Eva Kubicki,
Maike Niederprüm, Bruno Scheffler
Tragwerksplaner: Prof. Manfred Grohmann, Frankfurt/Main
Brandschutzplaner: Dr. Jürgen Sesselmann, Mainz
Gebäudetechnik: Berthold Röhrig, Frankfurt/Main

2. Preis: Frick.Reichert Architekten, Frankfurt/Main

€ 10.500

Uwe Frick, Wolfgang Reichert
Mitarbeit: Florian Neumann, Jochen Bickel,
Xenia Kooiker, Alexandra Weidmann, Steffen Hildebrand
Haustechnik: Planungsgesellschaft Duo, Wiesbaden
Statik: Kannenmacher + Dr. Sturm, Frankfurt/Main

3. Preis: KSP Engel und Zimmermann GmbH, Frankfurt/Main

€ 7.000

Jürgen Engel
Mitarbeit: Gregor Gutscher, Sebastian Seibold,
Henric Oldekop, Anna Stojanova, Boris Kroh

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger beschränkter Realisierungswettbewerb in Form eines vereinfachten Verfahrens
Preisgerichtssitzung 14.07.2004
Ort Frankfurt/Main
Auslober Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Frankfurt/Main
Betreuung Wentz Concept Projektstrategie GmbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse (Vorsitz), Prof. Wolfgang Böhm, Prof. Zvonko Turkali, Dieter von Lüpke, Dieter Schormann, Jürgen Bach, Rudolph Braun-Elwert, Dr. Markus Conrad

Neues Kapitel
Wettbewerb für Bürogebäude für den Börsenverein entschieden

Erste Schritte für die „Kulturmeile Braubachstraße“ in Frankfurt am Main sind mit den neuen Pflastersteinen und Lampen sowie den verbreiterten Bürgersteigen bereits getan. Jetzt kommt auch eines der großen Projekte in Gang: der Umzug des Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Das Planungsgrundstück für einen neuen Bürogebäudekomplex liegt zwischen Berliner Straße und Braubachstraße, kurz bevor diese sich spitzwinklig beim Museum für moderne Kunst schneiden. Die Aufgabe: Ein Neubau ist auf dem Areal des heutigen Gesundheitsamts Braubachstraße 18-22 möglich, die denkmalgeschütze Fassade des Paravicini-Gebäudes Braubachstraße 14-16 muss erhalten bleiben, und das von Otto Apelt entworfene Gebäude Berliner Straße 27 soll in das Neubaukonzept einbezogen werden.

Den beschränkten Realisierungswettbewerb für die Entwurfsplanung hat das Frankfurter Architekturbüro Scheffler + Partner gewonnen, vor den ebenfalls in Frankfurt ansässigen Frick, Reichert Architekten und KSP Engel + Zimmermann, München. Der Siegerentwurf geht sehr bedacht mit der historischen Architektur um: Beide Gebäude an der Braubachstraße bleiben erhalten. Der Bau in der Braubachstraße 18-22 wird gestalterisch verbessert, ohne dass damit der Vorkriegszustand wiederholt würde. Allerdings merkte das Preisgericht kritisch an, dass durch das neue Foyer im Apelt-Bau mit dem Patio ein wesentlicher Teil dieses Kulturdenkmals entfallen würde. Das Modell sieht einen Riegel im Innenhof der Anlage vor, durch den ein dreibündiger Komplex entsteht. Eine dreigeschossig hohe, großzügige Halle stellt die Verbindung zur Berliner Straße her. Hier werden die öffentlichen Veranstaltungen stattfinden. Auch Bibliothek und Café sind dort untergebracht. Auf Kritik stießen die Zugänge zu den einzelnen Gebäuden: Aus stadträumlicher Sicht zwar nachvollziehbar, was aber die innere Organisation bzw. die Orientierung anbelangt, geraten sie zum Nachteil. Dass gilt allerdings nicht für die Wege in den Obergeschossen und schon gar nicht für die Räume, die sich durch eine hohe Arbeits- und Aufenthaltsqualität auszeichnen. Dazu tragen vor allem die Lufträume zwischen den bestehenden Gebäuden und dem neuen Riegel bei. Für den Börsenverein, der seinen Sitz dann in Nähe der Paulskirche haben wird, ist nun mit Sieben-Kulturmeilenstiefeln ein neues Kapitel aufgeschlagen.