Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Kindertagesstätte im Ernst-Ludwig-Park in Darmstadt

Preisträger

1. Preis zimmermann.leber.feilberg architekten, Darmstadt

€ 11.000

Prof. Thomas Zimmermann, Klaus Leber, Jörg Feilberg

2. Preis Planquadrat Elfers Geskes Krämer Part.G., Darmstadt

€ 7.000

Herbert Elfers, Martin Geskes, Jörg Krämer
mit Bierbaum + Partner Landschaftsarchitekten + Ingenieure, Mainz
Klaus Bierbaum, Klaus-Peter Aichele
Mitarbeit: Christoph Auksutat
Tragwerksplanung: Osd, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Beschränkter Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 12.07.2004
Ort Darmstadt
Auslober GVD Grundstücksentwicklungs- und verwertungsgesellschaft Darmstadt mbH
Betreuung BSMF - Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Angelika Bezzenberger, Brigitte Holz (Vorsitz), Monika Weber-Pahl, Dieter Wenzel, Martin Bullermann, Daniela Wagner, Gottfried Weidner

Es rappelt in der Kiste
Kita für das Wohngebiet Ernst-Ludwig-Park in Darmstadt

Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in Darmstadt seitens des Stadtrates ganz groß geschrieben. So wird das neu geschaffene Wohngebiet Ernst-Ludwig-Park im Südwesten der Stadt rund 675 Einwohnern in 270 Wohneinheiten Platz bieten. Vom SB-Markt über Grünanlagen bis hin zu einer Theatergruppe der US-Armee reicht das Angebot. Für die vielen jungen Familien aber ist vor allem eine adäquate Kindertagesstätte, die Kindergarten und Hort flexibel kombiniert. So soll der Kindergarten mit altersübergreifenden Gruppen 36 Kinder von zwei bis sechs Jahren beherbergen, die in zwei Gruppen betreut werden. Jede Gruppe benötigt jeweils einen eigenen Spiel-, Schlaf- und einen Intensivraum, nicht gerechnet die Nebenräume für Toiletten, Wickeltische und Kinderbadewanne. Bei den Kindergartengruppen sollen die Kapazitäten für 50 Kinder und beim Hort für 20 reichen.

Von den fünf eingeladenen Darmstädter Büros beim Realisierungswettbewerb haben Zimmermann, Leber, Feilberg, die mit dem Wohnquartier Ernst-Ludwig-Park mit 18 Reihenhauseinheiten schon Erfahrungen gesammelt haben, die Konkurrenz vor dem Architekturbüro Planquadrat für sich entschieden. Einstimmig fiel die Entscheidung des Preisgerichts zugunsten der „Spielkiste“ aus - ein Entwurf mit zwei rechteckigen Baukörpern in kompakter, zweigeschossiger Bauweise, die über eine achsial von Nord nach Süd geführte Erschließung funktional aneinandergekoppelt sind.

Lob gab es vor allem für die Verbindung von Außen- und Aufenthaltsräumen, die Zonierung der Gruppenbereiche und die geschickte Kompensierung der knappen Freiflächen durch die hochwertige Gestaltung des Obergeschosses mit seiner halbtransparenten Holzlamellenhaut. Hier fielen auch die geschickten Sonnenschutzmaßnahmen – die überschiebende Stellung von Obergeschoss zu Untergeschoss sowie teils bewegliche Holzlamellen – positiv ins Gewicht. Und zu guter Letzt: Die Holzmassivbauweise verspricht eine schnelle und günstige Umsetzung.

Als klares Manko machten die Preisrichter jedoch aus, dass das Erdgeschoss bei den altersübergreifenden Gruppenräumen nicht barrierefrei konzipiert wurde. Und hinsichtlich des langen Spielbands in Verlängerung des Flures attestierten die Experten schlicht „formal überzogen“. Insgesamt aber überzeugt die Arbeit durch den „ernsthaften Dialog“, wie es im Urteil heißt, „von Raumkonzept, Konstruktion und baulicher Realisierbarkeit.“ Mit anderen Worten: Es rappelt in der Kiste – und nichts anderes wollen Kinder.