Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Investorenwettbewerb: Rüsselsheim - Mainblock

Preisträger

1. Preis Immobiliengruppe Frankfurt, Frankfurt/Main / ruby3 architekten BDA, Darmstadt

€ 15.800

Rüdiger Ruby
mit A-ID Architektur + Industrial Design, Gross-Umstadt, Frank Hellweg
Mitarbeit: Frank Dorn, Thomas Schönherr, Frauke Hellweg, Robin Hellweg

Ankauf Gesellschaft für Kommunalbau in Hessen mbH / Schultze + Schulze, Kassel

€ 5.000

Hans-Uwe Schultze, Wolfgang Schulze
Mitarbeit: Mathias Bax, Klaus Nörtemann

Ankauf: MM Verwaltung GmbH & Co Grundbesitz KG, Ginsheim-Gustavsburg

€ 5.000

Architekten Dipl.-Ing. Gerhard Heidacker, Bischofsheim
Mitarbeit: Robert Zink, Nikola Jarosch, Andrea Reske, Jana Heidacker, Martin Schell

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Interdisziplinäre Wettbewerbe
Wettbewerbsform Einstufiger, einphasiger Investorenwettbewerb als Einladungswettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren zur Auswahl von 8 Arbeitsgemeinschaften, jeweils bestehend aus Architekt und Investor/Bauunternehmer
Preisgerichtssitzung 28.07.2004
Ort Rüsselsheim
Auslober Magistrat der Stadt Rüsselsheim
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Hans Waechter (Vorsitz), Brigitte Holz, Roland Lorenz, Luise Meiners, Norbert Schaeffler, Ernst Peter Layer, Andreas Völkers

Merkzeichen Mainblock
In Rüsselsheim beweist man Mut zur Platz-Lücke

In der Rüsselsheimer Innenstadt, direkt zwischen Main und Rathaus, klafft eine bauliche Lücke: „Mainblock“ heißt das Gelände, es ist rund 3.700 Quadratmeter groß und wird derzeit überwiegend als Parkplatz genutzt. Beim Investorenwettbewerb für die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes und einer Gebäudeplanung entschied sich das Preisgericht einstimmig für den Entwurf der Immobiliengruppe Frankfurt, Frankfurt/Main in Zusammenarbeit mit den ruby3 architekten aus Darmstadt und dem Büro A°ID Architektur + Industrial Design aus Groß-Umstadt. Auf die Vergabe eines zweiten und dritten Platzes verzichteten die Preisrichter, sie bedachten zwei weitere Entwürfe wegen der besonderen Leistungen mit Ankäufen.

Der Mainblock ist eine städtebaulich bedeutsame Stelle, denn wenn hier gebaut wird, so schließt sich zugleich die Mainsilhouette der Stadt. Hier liegen auch die Stärken des Gewinner-Modells. Es verfolgt die Leitidee eines „Merkzeichens“ für die Stadt in Form eines „Stadtbalkons“: Indem es das Grundstück nicht als reines Baugrundstück verwendet, sondern als städtischen Platz inszeniert, entsteht zu den bereits vorhandenen Plätzen eine weitere Schnittstelle zum Main. Das Deichstück zwischen Mainstraße und Dammgasse integriert sich so reibungslos und vor allem das Rathaus mit der Rotunde bleibt vom Main voll sichtbar. Vorgesehen ist ein zum Rathaus geneigtes Plateau mit einem skulpturalen Turm an seiner Nordostseite, der als „Landmark“ ebenso wie als Aussicht und Erlebnisturm fungiert. In der Mitte des Platzes lädt ein zweigeschossiges Café- und Restaurantgebäude, umgeben von Außenterrassen, zum Verweilen ein.

Doch nicht nur das Über-, sondern auch das Unterirdische fand Anklang bei den Preisrichtern: Die zeigten sich vor allem von der Konzeption der zweigeschossigen Tiefgarage angetan, mit ihren gestalterisch hochwertigen Ein- und Ausgängen, durchdachten Blickbeziehungen zwischen den Geschossen und begrünten Einschnitten, die eine natürlich Belichtung und Belüftung ermöglichen. Während andere eingereichte Konzepte verstärkt auf das Bebauungspotenzial setzten, bewies der Siegerentwurf Mut zur Platz-Lücke. Und das werden ihm nicht nur die Stadtväter danken, die seit Jahren konsequent eine Steigerung der Innenstadtattraktivität vorantreiben, sondern vor allem die Nutznießer dieser Baupolitik: die Rüsselsheimer selbst.