Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau einer Mehrzweckhalle in Brechen

Preisträger

1. Preis André und Erich Kramm GmbH, Limburg an der Lahn

€ 12.931,03

André Kramm
Mitarbeit: Petra Gölzenleuchter, Stephan Hötterges, Siyar Mansur, Stefan Muth, Tobias Trunzer, Markus Batscheider
mann landschaftsarchitekten, Kassel, Tobias Mann
Tragwerk/Brandschutz: Prof. Jens Uwe Schulz, Lippe/Höxter mit Bendel Tragwerksplanung, Limburg
Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart, Stefanie Reuss

2. Preis Evelyn Lorenz, Teisbach

€ 7.758,62

Grafische Gestaltung und Modellbau: Markus Riemann, Weng

3. Preis Jörg Wollenweber, Düsseldorf

€ 5.172,41

Mitarbeit: Steffen Huss

4. Preis dd1 architekten, Dresden

€ 3.448,28

Eckhard Helfrich
Mitarbeit: Bernd Kornberger
R + B Landschaftsarchitektur, Jens Rossa, Dresden
Zibell Willner + Partner, MatthiasHitschke, Dresden

Ankauf masswerk, Karlsruhe

€ 2.586,21

Tim Krebs
Landschaftsarchitektur: Stefan Helleckes, Karlsruhe

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb in Form eines begrenzt offenen Wettbewerbs mit vorgeschaltetem Losverfahren
Preisgerichtssitzung 08.03.2005
Ort Brechen
Auslober Gemeinde Brechen
Betreuung BAUWERT Projekt Consult GmbH, Dillenburg
Preisrichter Brigitte Holz (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Hans-Uwe Schultze, Berthold Penkhues, Werner Schlenz, Karl-Heinz Ebel, Hans Saufaus

Terrassen-Lösung
Wettbewerb um Mehrzweckhalle in Brechen entschieden

Brechen ist eine kleine, proppere Gemeinde mit nicht ganz 6.800 Einwohnern. Sie gehört zum Landkreis Limburg-Weilburg, beherbergt unter anderem einen Schach- und einen Mandolinenclub – und dass eine Turnhalle selbstverständlich an der Jahnstraße liegt, beweist, dass hier die Welt nicht nur morgens früh um sieben in Ordnung ist. Nicht mehr ganz so in Ordnung ist jedoch die mittlerweile in die Jahre gekommene Schulturnhalle. Sie soll durch eine Mehrzweckhalle, eine Sport- und Kulturhalle mit ca. 1.700m2 ersetzt werden.

Beim europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für das Vier-Millionen-Projekt hatte ein Lokalmatador die Nase vorn. Und mehr noch: Mit dem Limburger Büro André und Erich Kramm setzt sich eine Familientradition fort – baute Kramm senior doch eben jene Schulturnhalle, um deren Neubau es nun geht. Den zweiten Preis erhielt Evelyn Lorenz aus Teisbach, der dritte Preis ging an Jörg Wollenweber aus Düsseldorf.

Von den sechs Entwürfen, die es in die letzte Beurteilungsrunde geschafft hatten, entschied sich das Preisgericht einstimmig für denjenigen, der die Halle am gelungensten in das Landschaftsbild integriert: Beim Siegerentwurf wird der Bau gleichsam organischer Teil der Terrasse des Südhangs, fast alle Decken und Wandbereiche sind mit Erde bedeckt. Das Gebäude verzichtet auf Mehrstöckigkeit und wirkt so wie eine Mauerkante in der Topographie. Obstbäume strukturieren die Freiräume, es entstehen schöne Panoramawege, und von all dem profitieren auch das Schulensemble und die angrenzenden Wohngebiete. Besonderes Lob fand der Ansatz, die beiden Bereiche der Halle funktional zu entflechten, wobei alle Nutzungen barrierefrei auf einer Ebene möglich sind. Bemängelt wurden einzig das zu kleine Foyer, die etwas formalistische Teilung des Mehrzweckraumes sowie einige organisatorische Defizite.

Für die Brechener, oft Berufspendler zu den umliegenden Großstädten des Rhein-Main-Gebietes, möchte die Gemeinde einen hohen Freizeitwert bieten. Und genau hier weist der Entwurf die größten Pluspunkte auf: Im Verschmelzen von Architektur und Landschaft entsteht im Zentrum ein besonderer Ort mit großem Erholungs- und Identifikationspotenzial.