Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Ausstellungsgestaltung der Schausammlung der Archäologischen Grabung im Schloss Romrod

Preisträger

2. Preis Anne-Doris Fluck, Köln

€ 600

Mitarbeit: Nina Hansen

3. Preis: Petra Lehmann-Stoll, Glauberg

Mitarbeit: Peter Stoll

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Innenarchitektur
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 11.04.2005
Ort Romrod
Auslober Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Betreuung Projektabteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Preisrichter Hans-Uwe Schultze (Vorsitz), Udo Baumann, Matthias Wagner, Dr. Andreas Thiedmann, Dr. Birgit Richtberg

Alles in der Schwebe…
…und trotzdem fest geplant: Wettbewerb um die Kulturscheune Romrod entschieden

Von der Schachfigur über Kupferbeschläge eines Ritterschilds bis zu gut erhaltenen Häuserresten – Grabungen im Schloss Romrod förderten in den 90er Jahren kostbare Funde zutage. Die Präsentation dieser Sammlung in der restaurierten Kulturscheune Romrod wird nun ähnlich Aufsehen erregend ausfallen wie die Entdeckung der Zeugnisse aus dem späten 12. Jahrhundert selbst. Denn die Raumnot, die sich bei der Zurschaustellung des so genannten Niederlasses ergibt, hat der Wallufer Innenarchitekt Bernd Jansen mit einem einfallsreichen Konzept gelöst: Der Gewinner des Einladungswettbewerbs lässt den 6,5 mal vier Meter großen Niederlass – ein Anbau, bei dem noch Teile des Fach- und Flechtwerks erhalten sind – in drei Meter Höhe schweben.

Auch die Zweitplatzierte des von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgelobten Wettbewerbs zur Innenraumplanung einschließlich Ausstellungsgestaltung der Schau, die Kölner Innenarchitektin Anne-Doris Fluck, wusste um die Notwendigkeit, das zentrale Exponat auf besondere Weise zu inszenieren. Doch ihr 30 cm hohes Podest konnte mit der luftigen Variante nicht mithalten.

Leitmotivisch in der Schwebe bleiben bei Jansen auch weitere Präsentationselemente: Vitrinen und Infotafeln werden in den Räumen von der Decke abgehängt. Der Vorschlag hat zudem den Vorteil, dass sich auch größere Gruppen im Erdgeschoss des Raumes versammeln können, ehe sie von der Galerie im Obergeschoss den Niederlass von allen Seiten besichtigen. Der Rundgang für die Besucher geht weiter in den Filmraum, wo die Grabung dokumentiert ist, und in den ehemaligen Kuhstall, nunmehr „Schatzkammer“, wo die Ausstellungsstücke durch eine Ausleuchtung von oben und durch den dunklen Wandanstrich Schatzkästchen-Atmosphäre entfalten. Nicht ganz anfreunden konnte sich das Preisgericht allerdings mit dem rückwärtigen Eingang der Kulturscheune. Doch dieser Überlegung kann man immerhin zugute halten, dass er, gerade weil er dem – ebenfalls von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufwändig restaurierten – Schloss zugewandt ist, eine Einheit mit dem Ort herstellt, von dem die Fundstücke stammen.