Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau der Heinrich-Heine-Schule, Darmstadt

Preisträger

1. Preis: AG 5 Dipl.-Ing. Architekten BDA, Darmstadt

€ 20.000

Böttger, Klie, Pilz
Joachim Klie, Matthias Pilz
Mitarbeit: Christoph Kommayer

2. Preis: Niederwöhrmeier + Wiese Architekten BDA, Darmstadt

€ 12.000

Dr. Julius Niederwöhrmeier, Carola Wiese
Mitarbeit: Kathrin Wüst, Christine Arnold
Fachberater:
Angela Bezzenberger, Landschaftsarchitektin, Darmstadt
Ing. Büro Heinrichs GbR, Büttelborn

 

Ankauf: Arbeitsgemeinschaft Stoffelen + Plösser, Darmstadt

€ 8.000

Georg Stoffelen, Jörg Plösser

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zur Auswahl von 12 Teilnehmern
Preisgerichtssitzung 18.04.2005
Ort Darmstadt
Auslober Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Betreuung BSMF – Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Hans Waechter (Vorsitz), Andreas Sedler, Dieter Wenzel, Ulrike Heinrich, Daniela Wagner, Herr Dr. Hüttenberger, Herr Schmidt

Das rechte Winkelmaß
Neubau der Darmstädter Heinrich-Heine-Schule

Wie das so ist mit Zwischenlösungen – sie geraten leicht zum Dauerzustand. Und mitunter einfach nur zum Zustand. Die Heinrich-Heine-Schule in Darmstadt ist so ein Fall. 1964 als Provisorium in Leichtbauweise hochgezogen, hat sie sich mit ihrem Barackencharme länger gehalten als geplant. Nun kam in jeder Hinsicht nur noch ein Neubau in Frage – aus wirtschaftlichen, funktionalen und nicht zuletzt auch aus gestalterischen Gründen.

Den dafür ausgeschriebenen, begrenzt offenen Realisierungswettbewerb – betreut von BSMF, der Frankfurter Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH – hat das Darmstädter Büro AG 5 gewonnen. Mit fünf zu zwei Stimmen entschied sich das Preisgericht unter der Leitung von Prof. Hans Waechter aus Mühltal-Trautheim für einen Entwurf, der sich harmonisch in das Umfeld einer reinen Wohngegend einfügt und die Gebäuderichtungen der Reihen- und Mehrfamilienhäuser aufnimmt. Auf den zweiten Platz kam das Büro Niederwöhrmeier + Weise, ebenfalls aus Darmstadt. Und gleichfalls aus der Wissenschaftsstadt stammt die Arbeitgemeinschaft Stoffelen + Plösser, deren Arbeit anstelle eines dritten Platzes mit einem Ankauf bedacht wurde.

Die beiden Erstplatzierten nutzen die Fläche am Straßendreieck von Moltke- und Heinestraße für die geforderte zweizügige Schule und eine Ein-Feld-Turnhalle optimal aus und stellten damit nicht nur Schuldezernentin Daniela Wagner vor die Qual der Wahl. Niederwöhrmeier + Weise verschieben die Baukörper gegeneinander in Ost-West-Richtung, schaffen eine differenzierte Eingangssituation und abwechslungsreiche Gebäudeansichten. AG 5 wiederum setzt ganz auf die Dreiecksform für die derzeit knapp 170 Grundschüler, die acht Klassen-, vier Gruppen-, sowie Fachräume und einen Mehrzweckraum benötigen.

Den Ausschlag gab schließlich der Faktor Lärmschutz. Beim Siegerentwurf entsteht durch die Anlage der Bauten ein halboffener, nach Süden geschützter Innenhof, während der südliche Pausenhof des Konkurrenzentwurfs durch seine offene Lage Zusatzmaßnahmen wie eine Absenkung des Hofes und eine Mauer auf den Plan ruft. Weitere Pluspunkte des Gewinners: Die Klassenräume liegen nah beieinander, der Verwaltungstrakt befindet sich im Eingangsbereich (beide Male Stichwort „kurze Wege“), der Mehrzweckeraum ist flexibel hinzuschaltbar, die Betreuungsräume können unabhängig vom restlichen Gebäude genutzt werden und die Turnhalle ist über die Klasseräume direkt zu erreichen. Dass die Lehrertoilette noch nicht explizit nachgewiesen ist, sollte kein Dauerzustand bleiben, aber für die Heinrich-Heine-Schüler steht jetzt schon fest, dass mit dem rechten Winkelmaß die Zeiten für Provisorien endgültig vorbei sind.