Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neugestaltung der Freizeitanlage „Teich“ in Niedenstein

Preisträger

1. Preis: Schöne Aussichten, Blank, Kettlitz, Sandmann, Kassel

€ 3.500

Günter Sandmann, Martin Blank, Stefan Kettlitz

2. Preis: pwf Fahrmeier, Rühling, Weiland, Kassel

€ 2.500

Thomas Weiland

3. Preis: BSL Büro für Stadt- und Landschaftsplanung, Kassel

€ 1.500

Bernd Schürmeyer, Helmut Böse-Vetter
Mitarbeit: Marianne Bolbach

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 27.09.2005
Ort Niedenstein
Auslober Magistrat der Stadt Niedenstein
Betreuung Achim Sollmann, Schauenburg
Preisrichter Prof. Ariane Röntz (Vorsitz), Margit See, Bernd Garthe

Wasser marsch!
In Niedenstein wird die Freizeitanlage „Teich“ wieder belebt

Dorferneuerung wird derzeit in Niedenstein groß geschrieben. Die nördlichste Stadt im Schwalm-Eder-Kreis mit ihren knapp 6000 Einwohnern verfolgt seit dem Jahr 2004 ein Entwicklungskonzept für die Kernstadt, das auf acht Jahre angelegt ist. Als erstes größeres Projekt geht es nun um die Umgestaltung und Erneuerung der Teichanlage. Das Gelände gilt gewissermaßen als „vergessener“ Ort, musste doch der Teich wegen undichter Stellen vor fünf Jahren leer gepumpt werden. Und der Abriss eines Kiosks, der dort ehedem als Jugendtreff diente, ist auch schon zehn Jahre her. Die rund 6800 Quadratmeter große, zentral gelegene und gleichermaßen von Altstadt und Neubauten umgebene Fläche soll jetzt mit einem neuen Freiraumkonzept wieder in das städtische Leben integriert werden.

Unter den sieben eingeladenen Büros beim Realisierungswettbewerb reichten aus Sicht der Preisrichter unter Vorsitz der Landschaftsarchitektin Prof. Ariane Röntz die Kasseler Landschaftsplaner Schöne Aussichten den besten Entwurf ein. Nomen est omen gilt hier umso mehr, als auch ein Teil des Gebietes Schöne Aussicht heißt – dort sieht der Siegerentwurf einen relativ dichten Baumbestand vor, der den offenen und sonnigen Bereich um den Teich herum kontrastiert. Der zweite Preis ging an das Kasseler Planungsbüro pwf Fahrmeier, Rühling, Weiland, der dritte Preis an das ebenfalls aus Kassel stammende Büro für Stadt- und Landschaftsplanung, BSL.

Grundkonzept des erstplatzierten Modells ist das Sichtbarmachen des Wassers. Das geschieht jedoch nicht, wie man annehmen könnte, durch ein mehr, sondern durch ein weniger an Wasser: Der Teich wird zugunsten einer nutzbaren Rasenfläche reduziert. Resultat: Ein stimmigeres Größenverhältnis und viele wechselnde Sichtbeziehungen auf dem gesamten Gelände. Großes Gefallen fand das Preisgericht an der großzügigen Holzterrasse am Teich. Und auch der eher zurückhaltende Wasserlauf mit seinen Stauschwellen im Hang und der baumumstandene Quellstein, den die Verfasser als poetischen Ort inszenieren wollen, wurden als adäquate und vom allem im Unterhalt finanzierbare Lösung eingeschätzt.

Weniger Verständnis hatten die Preisrichter allerdings für den Umgang mit dem Baumbestand; bemängelt wurden auch die eher sparsam ausgewiesenen bzw. herausgearbeiteten Aufenthaltsbereiche wie dem Spielplatz, das Fehlen eines wettergeschützten Angebots sowie der „Sandstrand“ am Nordufer des Teichs. Insgesamt aber bleiben die Stärken des Entwurfs, dass er die Potenziale des ganzen Ortes nutzt – und sich nicht im Gegensatz zu einigen anderen Entwürfen auf einen zu artifiziellen Teich und zusätzliche Wasserspiele kapriziert.