Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Errichtung des Nationalparkzentrums Kellerwald/Edersee

Preisträger

1. Preis: h.s.d. Architekten BDA, Lemgo

€ 13.000

André Habermann, Dieter Stock, Christian Decker
mit Halke Lorenzen, Landschaftsarchitekt, Blomberg

2. Preis: Hegger Hegger Schleiff HHS Planer + Architekten BDA, Kassel

€ 8.000

Günter Schleiff
mit foundation5+ Landschaftsarchitektur, Kassel
Dr. Peter Rohler
Mitarbeit: Manfred Hegger, Andreas Wiege, Gerhard Greiner

3. Preis: Nolda-Jäger Architekten, Fritzlar

€ 5.000

Christoph Nolda
mit PGNU Klaus Eicke, Frankfurt/Main
Mitarbeit: Mariola Kwitek, Irene Harhoff, Meinrad Ladleif

Ankauf: Ebert & Kiel, Architekten und Dipl.-Ing., Hünfeld

€ 2.000

Erich Ebert, Christoph Kiel
mit Hans-Jürgen Krenzer, Landschaftsarchitekt, Tann

Ankauf: Architekturbüro Berthold Penkhues, Kassel

€ 2.000

Prof. Berthold Penkhues
mit Schöne Aussichten Landschaftsarchitektur G. Sandmann, Kassel
Günter Sandmann
Mitarbeit: Daniela Hohenhorst, Martin Löffler

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Begrenzt offener Realisierungswettbewerb. 5 Teilnehmer gesetzt – 20 Teilnehmer gelost
Preisgerichtssitzung 28.09.2005
Ort Kellerwald/Edersee
Auslober Gemeinde Vöhl
Betreuung BAUWERT Projekt Consult GmbH, Dillenburg
Preisrichter Prof. Hartmut Eckhardt (Vorsitz) Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut, Hans-Uwe Schultze, Angela Bezzenberger, Wilhelm Dietzel, Harald Plünnecke, Peter Gaffert

Fließendes Äußeres, kompaktes Inneres
Das neue Informationszentrum für den Nationalpark Kellerwald-Edersee

Im Jahr 2004 wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee eröffnet: als 15. in Deutschland, als erster in Hessen – und nach langjährigem Hin und Her. Dass es sich gelohnt hat, insbesondere die einzigartigen Buchenwaldbestände mit mächtigen Bäumen von weit über 200 Jahren in diesem Rahmen zu schützen, belegen wachsende Besucherzahlen der ohnehin beliebten Region um den Edersee. Die Touristen genießen Buchonia am Edersee, das Reich der Buche, wie der Park für sich wirbt. Was hingegen noch aussteht, ist eine adäquate Infrastruktur mit Orientierungshilfen.

Inzwischen sind jedoch die Weichen für den Bau eines repräsentativen Besucher- und Informationszentrums gestellt, das bis 2007 im Westen des Parks entstehen soll – und der dafür ausgeschriebene Architektenwettbewerb ist entschieden. Gewonnen hat ihn das Büro h.d.s. architekten aus Lemgo zusammen mit Halke Lorenzen, Landschaftsarchitekt aus Blomberg. Mit ihrem modern wirkenden Entwurf, der geschwungene Formen variiert, konnten sie sich gegenüber dem zweitplatzierten Kasseler Büro HHS Planer mit foundation5+ Landschaftsarchitektur (Kassel), deren Vorschlag auf einem in den Hang geschobenen, lang gestreckten Gebäude basierte, sowie Nolda-Jäger Architekten aus Fritzlar in Zusammenarbeit mit PGNU Klaus Eicke aus Frankfurt am Main durchsetzen, die wiederum auf einen pavillonähnlichen Kubus setzten.

In die Landschaft fügen sich alle drei Entwürfe sehr gut ein. Die Pluspunkte für den Siegerentwurf sind zudem aber seine große Transparenz durch die großzügige Verglasung und vor allem die „Transformation von Baum und Wald“: Das Dach des eingeschossigen Gebäudes greift die Form einer Buchenkrone auf und knüpft so an das Besondere des Nationalparks an. Nicht ganz so gute Noten erhielten die beiden Hauptzugänge. Und außerdem, so der Nachbesserungsauftrag des Preisgerichts, sollte eine direkte Verbindung von Counter und Bürobereich hergestellt werden. Die Preisrichter unter Leitung von Prof. Hartmut Eckhardt würdigten hingegen die kompakte Innengestaltung: Fließende Formen außen und differenzierte Räume innen gehen perfekt zusammen, mit einfallsreichen Zonierungen wie etwa einem Baumvorhang für den Kinoraum, und die Lichtverhältnisse sind optimal für Ausstellungen.

Das „Baumhaus“ wird zu einer wichtigen Anlaufstelle werden, wo sich Besucher einen ersten Überblick über die Vielfalt des 5700 Hektar großen Parks verschaffen können – von den Waldspaziergängen mit Aussicht bis zu den Waschbären, von ökologischen Lehrpfaden bis zu Führungen zum Thema Fledermäuse. Entweder auf Informationsmaterial oder durch eigene Anschauung: Denn das Café und Restaurant bietet mit seiner Südausrichtung beste Aussichten.