Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Martin-Luther-Schule und Stadthalle in Marburg

Preisträger

1. Preis: Hess/Talhof Architekten/Stadtplaner, München

€ 21.600

Thomas Hess, Johannes Talhof
Mitarbeit: Nicola Schick, Alexander Häsler
Fachberater: A. Hagl Ingenieurgesellschaft, Gräfelfing

2. Preis: Marcus Rommel Architekten BDA, Stuttgart

€ 13.500

Marcus Rommel
Mitarbeit: Ralf Brandhofer, Yann Riedel
Landschaftsarchitektur: Ernst + Partner, Trier
Helmut Ernst, Stefan Jacobs
Tragwerksplanung: Fischer + Friedrich, Stuttgart
Roland Fischer
Energie: Ingenieurbüro ebök, Tübingen

3. Preis: Michael Schneider-Lange, Architekt, Marburg

€ 8.100

Mitarbeit: Silvia Bruch, David Vogel

Ankauf: Prof. Jörg Friedrich, Architekt, Hamburg

€ 3.600

Mitarbeit: Götz Schneider, Uta Müller, Martin Sieckmann, Patrick Huhn
Fachberater: WES & Partner, Landschaftsarchitekten, Hamburg

Ankauf: Stegepartner Architektur und Stadtplanung BDA SRL, Dortmund

€ 3.600

Kai Stege
Mitarbeit: Ralf Herkrath, Jan Holzhausen, Benyang Gong, Lorena Vacirca

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb mit Ideenteil in Form eines begrenzt offenen Verfahrens
Preisgerichtssitzung 12.10.2005
Ort Marburg
Auslober Magistrat der Universitätsstadt Marburg
Betreuung Magistrat der Universitätsstadt Marburg, Fachbereich Planen, Bauen, Wohnen
Preisrichter Wolfgang Schulze (Vorsitz), Frank Bohland, Petra Hahn, Ferdinand Heide, Dr. Franz Kahle, Dietrich Möller, Egon Vaupel

Viel Fläche, viel Fassade
Wettbewerb für den Erweiterungsbau der Marburger Martin-Luther-Schule und die Stadthalle

Schule – Stadthalle – Synergien: Das ist kurz gesagt die Formel, die der Magistrat Marburg dem Realisierungswettbewerb mit Ideenteil für die Erweiterung der Martin-Luther-Schule unter Einbeziehung der benachbarten Stadthalle zugrunde gelegt hat. Es geht um flexible und kombinierte Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude: Schulveranstaltungen sollen in der Stadthalle möglich sein und umgekehrt kulturelle Angebote auch in den Schulräumen stattfinden. Damit das möglich ist, bedarf es allerdings zuerst einer architektonischen Annährung der beiden Bauten: Die zur Gründerzeit entstandene Martin-Luther-Schule und die Stadthalle, das Erwin-Piscator-Haus als relativ typischer 60er-Jahre-Bau, stehen im „Biegenviertel“ zwar nebeneinander, sind jedoch nur unbefriedigend zueinander in Beziehung gesetzt. Von Raummangel und gestalterischen Defiziten einmal abgesehen, sollen sie zudem vor allem in funktionaler Hinsicht optimiert werden. Und zu guter Letzt gibt es für die inzwischen 1.200 Schüler auf dem rund 15.000 m2 großen Areal schlicht zu wenig Freiflächen.

Bei der Bewertung der Wettbewerbsarbeiten fielen für die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Wolfgang Schulze insbesondere die Ideen für die Entwicklung der Stadthalle ins Gewicht. Das war letztlich ausschlaggebend dafür, dass der Vorschlag der Münchener Architekten bzw. Stadtplaner Thomas Hess und Johannes Talhof, die die Stadthalle durch einen zwei- bzw. dreigeschossigen winkelförmigen Anbau in einen Solitär mit halboffenem Hof verwandeln, vor dem Stuttgarter Architekten Marcus Rommel mit dem ersten Preis bedacht wurden. Der dritte Preis ging an Michael Schneider-Lange aus Marburg.

Der Siegerentwurf zeichnet sich darüber hinaus durch seinen Umgang mit Flächen aus: Durch die Zurücknahme der Fassade Biegenstraße entsteht ein großzügiger Vorplatz. Großzügig gestaltet sind ebenso die Freiräume zwischen Stadthalle und Schule – was wiederum den Schulhof aufwertet. Zwar mahnte das Preisgericht eine Durcharbeitung an, was eine abschnittsweise Realisierung anbelangt. Doch sonst erfüllt der Entwurf, der auf eine kompakte, Energie sparende Bauweise setzt, auch die funktionalen Anforderungen – etwa die Anbindung der Musikräume oder die Anordnung von Restaurant und Cafeteria. Und das alles hinter vielfältigen Fassaden, die sehr gut zum Stadtbild passen – von der Glasfassade über die Kletterwand bis hin zur Profilglasfassade.