Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Fußgängerbrücke am Mozartturm in Darmstadt

Preisträger

1. Preis: netzwerkarchitekten PartG, Darmstadt

€ 8.000

Thilo Höhne, Karim Scharabi, Philipp Schiffer, Jochen Schuh, Oliver Witan, Markus Schwieger
Mitarbeit: Thorsten Mergel
Fachberater:
Dr. Kreutz + Partner, Nürnberg
Dr. Alexander Hentschel (Tragwerk)
Club L 94 Landschaftsarchitekten, Köln
Frank Flor

2. Preis: AS&P – Albert Speer und Partner GmbH, Frankfurt/Main

€ 5.500

Gerhard Brand, Jens Jakob Happ
Mitarbeit: Martin Teigeler
Fachberater:
OSD Office for Structural Design, Frankfurt/Main

3. Preis: Pahl + Weber-Pahl Architekten BDA, Darmstadt

€ 4.000

Mitarbeit: Steffen Arnold, Till von Mackensen
Fachberater:
König, Heunisch & Partner, Beratende Ingenieure, Frankfurt/Main
Steinigeweg Ingenieure, Darmstadt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs mit 7 Teilnehmern
Preisgerichtssitzung 03.11.2005
Ort Darmstadt
Auslober Wissenschaftsstadt Darmstadt
Betreuung Stadtplanungsamt Darmstadt in Zusammenarbeit mit AG5, Dipl.-Ing. Architekten BDA, Darmstadt
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Dieter Wenzel, Kay Wilisch, Ursula Fuss, Harald Kissel, Dieter Krautwald, Dirk Schillmöller

Darmstädter Leucht-Tor
Die Fuß- und Radwegebrücke am Mozartturm wird nachts zum „Lichtstreif“

Eine der zentralen, historisch bedeutenden, im Bereich um den Hauptbahnhof allerdings nicht unbedingt schönsten Einfahrten nach Darmstadt führt über die Rheinstraße, die in der Stadtmitte auf den Luisenplatz trifft und hinter dem Schloss endet. Zu beiden Seiten der Rheinstraße sind die Gebiete um den Bahnhof seit einiger Zeit im Umbruch. Zum einen das ehemalige Gelände der Deutschen Post, wo sich das bislang geschlossene Areal um die neuen T-Online-Bauten herum in ein offenes Quartier verwandelt. Und zum anderen das Europaviertel. Dort ist auf dem ehemaligen Bosch-Produktionsgelände ein neuer Technologie-Standort gewachsen, Büro- und Wohnhäuser inbegriffen. Und schließlich ist sicherlich noch einiges an Veränderungen im Umfeld des Hauptbahnhofs selbst zu erwarten.

In Höhe des Mozartturms soll nun eine Brücke über die Rheinstraße entstehen, die nicht nur für Fußgänger und Radfahrer eine optimale Verbindung von Telekom-Gelände und Europaviertel bzw. Hauptbahnhof schafft, sondern auch die Sichtbezüge der Autofahrer innerhalb der bestehenden und bereits geplanten Strukturen wahrt. Vermutlich hatte die Stadt Darmstadt im Vorfeld eher an eine zurückhaltendere Lösung gedacht. Doch beim Einladungswettbewerb, an dem sieben Büros teilnahmen, setzte sich dann ein Vorschlag durch, bei dem die architektonische Eigenständigkeit buchstäblich aufblitzt: Zumindest nachts, denn nach dem Entwurf der Darmstädter Netzwerk-Architekten wird die Brücke im Dunkeln wie ein Lichtstreif über der Rheinstraße leuchten.

Auch weniger leuchtende Details überzeugten beim Siegerentwurf wie etwa die Ausführung der Brückenköpfe, die durchgängige Breite der Brücke von vier Metern, ein Gefälle von 4,5 % sowie die Tatsache, dass sich die Rampenanlage im südlichen Bereich gelungen in den Freiraum einfügen. Nur mit den vorgeschlagenen Jugendstilornamenten haderte das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali zwar: Ein Bezug zur Wissenschaftsstadt sollte anders aussehen. Doch den Mut, ein „Tor“ zur Stadt durch das Lichtband zu akzentuieren, belohnten die Preisrichter einstimmig.

Mutig kann man aber auch den Entwurf des zweiten Preisträgers nennen. Albert Speer & Partner schlagen gewissermaßen gleich zwei Brücken vor, die sich spitzwinkelig kreuzen. Der dritte Preis schließlich ging an die Darmstädter Architekten Pahl + Weber-Pahl für die Konzeption eines eleganten, filigranen Brückenbandes.