Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Errichtung einer vierzügigen Kindertagesstätte in Hattersheim/Main

Preisträger

1. Preis: Architekturbüro Kulla, Hattersheim/Main

€ 10.000

Joachim Kulla
Mitarbeit: Dorothee Schreiber

3. Preis: werk.um architekten, Darmstadt

€ 4.000

Erhard Botta, Edgar Dingeldein, Thomas Lückgen, Arne Kaspar Steffen
Mitarbeit: Wiebke Scharenberg
Christian Galinsky

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Realisierungswettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs im Vereinfachten Verfahren
Preisgerichtssitzung 23.11.2005
Ort Hattersheim/Main
Auslober Stadt Hattersheim am Main
Betreuung BAUWERT Projekt Consult GmbH, Dillenburg
Preisrichter Prof. Anett-Maud Joppien (Vorsitz), Knut Gitter, Matthias Scheskat, Hans Franssen, Ingrid Englert

Quadratisch, pädagogisch, gut
Wettbewerb um die Kindertagesstätte Hattersheim-Südwest entschieden

In Hattersheim setz man schon länger auf die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das geschieht in der 25.000-Einwohner-Stadt ebenso mit gezielten Beratungs- und Service-Angeboten wie durch Bereitstellen von ausreichend Kinderbeutreuungsplätzen. In Sachen Qualität konnten sich die Hattersheimer diesbezüglich dieses Jahr schon freuen: Die städtische Kindertagesstätte „Schabernack“ erreichte bei einem „Kita-Check“ im Hinblick auf besondere Familienfreundlichkeit der IHK Frankfurt unter 700 Einrichtungen den vierten Platz. Und was die Quantität anbelangt, so kommt nun noch eine vierzügige Kindertagesstätte hinzu – im Umfeld der Neustrukturierung des Gewerbegebietes Südwest bzw. des Stadtviertels Süd, wo ein neues Stadtquartier mit Wohn-, Misch- und Gewerbeflächen entsteht.

Beim Einladungswettbewerb setzte sich das heimische Architekturbüro Kulla durch. Die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Anett-Maud Joppien vergaben keinen zweiten Preis, der dritte ging an das Darmstädter Büro werk.um. Deren Ansatz, zwischen drei Baukörpern zwei u-förmige Zonen zu bilden vermochte durchaus auf den ersten Blick zu überzeugen (die Kita wäre nach innen orientiert, böte geschützte Spielbereiche). Doch bei genauerer Prüfung, so die Einschätzung des Preisgerichts, überwogen Brüche in der inneren Logik und funktionelle Mängel.

Sehr viel weniger hatten die Preisrichter beim Siegerentwurf auszusetzen: Das kompakte, im Grundriss quadratische Gebäude fügt sich architektonisch gut in die Umgebung ein. Das Grundstück wird zweigeteilt, sodass Platz für eine große Außenspielfläche bleibt. Die innere Gliederung ist pädagogisch korrekt, sprich: klar und übersichtlich, die Räume sind gut proportioniert, nach Ruhe und Aktion sinnvoll getrennt und die Übergänge von innen nach außen überzeugend gestaltet. Der separate Elterntreff und die ruhiger gelegene Cafeteria, von deren Terrasse man direkt in den Garten gelangt, fielen ebenso positiv ins Gewicht, wie der Haupteingang mit seinem kleinen Vorplatz, der den Bedürfnissen von Fußgängern und Fahrradfahrern entgegenkommt, oder der separate Eingang für die Krabbelstube.

So sehr jedoch die relativ offen gelassene Gestaltung von Garten und Cafeteria Ausformulierungspotenzial im positiven Sinne bietet – dass Angaben zu Materialen fehlten und der überdachte Außenbereich nicht ausreichend ausgeführt war, wurde seitens der Preisrichter kritisiert. Das tat jedoch dem „ganzheitlichen“ Charakter keinen Abbruch – die Vergabe des ersten Preises fiel letztlich einstimmig aus.